HSG Barnstorf/Diepholz empfängt morgen Bremervörde zum Oberliga-Top-Spiel

Viele Fragezeichen nach der „elendig langen Pause“

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Der Einsatz von Finn Richter im morgigen Oberliga-Top-Spiel der HSG Barnstorf/Diepholz gegen den TSV Bremervörde ist fraglich. Richter laborierte zuletzt an einer Rückenverletzung.

Diepholz - Von Cord Krüger. Endlich. Endlich hat die „elendig lange Pause“, wie Mario Mohrland die drei Wochen ohne Handball-Oberliga-Pflichten nennt, ein Ende. „Wir hoffen, dass wir diese Zeit ohne Spiele und mit nur eingeschränktem Trainingsbetrieb kompensieren können“, seufzt der Trainer der HSG Barnstorf/Diepholz. Denn morgen Abend empfängt der Tabellenzweite keinen Geringeren als den Dritten TSV Bremervörde in der Diepholzer Mühlenkamp-Halle. Jene Mannschaft, die der HSG Ende November die bisher letzte Niederlage beigebracht hatte. Revanche lautet also die Devise für das um 20 Uhr beginnende Duell.

Kein leichtes Unterfangen, denn erstens steht seiner besten Abwehr der Liga die „Torfabrik“ mit ihren bisher 732 Saisontreffern gegenüber. Allen voran Adnan Sakic als mit 136 Toren bester Werfer dieser Klasse. Auch Linksaußen Lars von Kamp (93 Mal erfolgreich), Kreisläufer Marcus Hölling (79) und Sakics Rückraum-Kollege Timo Meyn (70) sind fit. Zweitens hielten sich die HSG-Möglichkeiten zur gezielten Vorbereitung auf dieses Top-Spiel in Grenzen: Etliche Akteure nutzten die Osterferien für Heimaturlaube, die letzten stoßen erst morgen wieder zum Team zurück. Gestern nahm immerhin schon wieder Finn Richter nach abgeklungener Rückenblessur das Mannschaftstraining auf – wenn man überhaupt von einem solchen sprechen kann. „Wir haben zwar versucht, unsere Einheiten wie gewohnt aufzubauen, aber teilweise waren sechs bis zehn Mann da – einschließlich dreier Torhüter“, nennt Mohrland das Hauptproblem: „Wenn dann noch zwei Rechtsaußen, zwei Linksaußen und nur ein Kreisläufer dabei sind, ist zwar Kleingruppenarbeit möglich, aber nicht so viel im gesamttaktischen Bereich.“

Und das gegen einen Kontrahenten, der im Hinspiel sehr variabel agierte: „Am Anfang hatten wir die Situationen mit Bremervördes unterschiedlichen Deckungssystemen gut gelöst, aber man weiß nie, wie ein Gegner verschiedene Mann- und Raumdeckungen interpretiert“, warnt Mohrland. Die Tatsache, dass sein Team beim 24:25 in Bremervörde kein Mittel gegen die Manndeckung von Arunas Srederis fand, sollte da Mahnung genug sein. „Aber im Endeffekt“, sagt der HSG-Coach, „haben wir uns selbst des Sieges in Bremervörde beraubt.“ Schließlich führte seine Mannschaft damals fünf Minuten vor Schluss mit 24:21 – und verlor mit 24:25. „Da sind wir aus unserer Grundordnung ausgebrochen und haben unsere taktische Marschroute verlassen“, bemängelte Mohrland. Eine Nachlässigkeit, die sich seine Männer während des jüngsten 40:23-Triumphs bei der TSG Hatten-Sandkrug nicht leisteten: „Da haben wir nie locker gelassen, trotz unserer Sieben-Tore-Führung zur Pause konzentriert weitergespielt – und auch die Jungs aus der zweiten Reihe haben den Druck aufrechterhalten“, freute sich der Trainer über den Kantersieg, durch den die HSG bis auf vier Treffer ans Torverhältnis von Spitzenreiter ATSV Habenhausen heranrückte. Die Bremer haben zwar noch zwei Punkte Vorsprung, doch Mohrland hofft weiter auf einen Ausrutscher des Tabellenführers – und dann müsse sein Team bereitstehen, fordert der Handelslehrer: „Vom Restprogramm her wären wir, glaube ich, im Vorteil.“ Zudem schöpft er Mut aus der Tatsache, dass „wir trotz mehrerer Ausfälle immer mal mit Leuten auf verschiedensten Positionen spielen mussten, für die eigentlich andere vorgesehen waren.“ Trotzdem steht Platz zwei zu Buche.

Morgen hingegen kann Mario Mohrland fast aus dem Vollen schöpfen – von den Fragezeichen hinter Richter und Cedric Quader, der sich in Sandkrug eine Rippenverletzung zugezogen hatte, mal abgesehen.

Wie es für den Trainer nach der Saison und seinem Ausstieg als HSG-Chefcoach weitergeht, steht noch nicht fest. Natürlich gab es schon Anrufe von anderen Vereinen, seitdem die Verpflichtung von Neerstedts Noch-Trainer Dag Rieken zur neuen Serie feststeht. „Ich werde mir erstmal alles anhören“, sagt Mohrland. Auch eine mögliche Option, Teil des Trainerteams bei der HSG Barnstorf/Diepholz zu bleiben. „Mit diesem Club verbindet mich nach wie vor das Meiste.“

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