23:26-Schlappe im „Giganten-Gipfel“ der Oberliga / „Wollen nicht als Zweiter aufsteigen“

Barnstorf wirft die 3. Liga in Bremervörde weg

Auch der Einsatz der Barnstorfer Trommler half der HSG im Spitzenspiel nicht. ·
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Auch der Einsatz der Barnstorfer Trommler half der HSG im Spitzenspiel nicht. ·

Kreis-Diepholz - Von Gerd TöbelmannBREMERVÖRDE · Am Ende standen die Handballer des Oberligisten HSG Barnstorf/Diepholz teilweise mit gesenkten Köpfen in der Halle und starrten ins Leere oder auf die Freudentänze des Gegners. Im „Giganten-Gipfel“ der Liga zog der Verfolger beim Primus TSV Bremervörde vor 500 Zuschauern mit 23:26 (11:14) den Kürzeren und kann seine Titel- und Aufstiegsambitionen zur 3. Liga drei Spieltage vor dem Saisonende wohl zu den Akten legen.

Aber Gemach: Erstens steht nicht fest, ob Bremervörde das jetzt durchzieht und auch Meister wird. Und zweitens hat sich der Verein noch gar nicht erklärt, ob er beim Deutschen Handball-Bund überhaupt eine Meldung für die 3. Liga abgeben wird. Denn noch ist nicht klar, ob genügend Sponsoren aufgetrieben werden können, um das in der neuen Klasse erhöhte Finanzvolumen auch zu stemmen. Denn Bremervörde ist ein gebranntes Kind, ging in der Zweitliga-Saison mit seiner damaligen Betreiber-Gesellschaft schon mal pleite.

Barnstorf könnte theoretisch also auch als Vizemeister aufsteigen, wenn Bremervörde verzichtet, doch da schiebt HSG-Trainer Heiner Thiemann einen Riegel vor: „Als Zweiter wollen wir nicht aufsteigen.“ Barnstorf wird zwar für die 3. Liga melden, aber dies nur für den Fall, dass die HSG Bremervörde doch noch den Titel entreißen kann.

Am Samstag waren die Gäste in der proppevollen Tetjus-Tügel-Halle weit davon entfernt, eigene Meisterambitionen hegen zu dürfen. Vor allem der Angriff war nicht meisterwürdig. „Wer in Bremervörde nur 23 Tore wirft, der kann auch nicht gewinnen“, meinte Thiemann. Und Kapitän Nils Mosel, mit nur einem Tor ein Schatten seiner selbst, ergänzte: „23 Tore sind echt mager. Damit ist kein Blumentopf zu gewinnen.“ Doch Mosel war fair genug, um auch seine eigene Leistung kritisch zu sehen: „Ich war gar nicht im Spiel. Bremervörde war auf vielen Positionen heute besser besetzt.“

Einspruch: Bremervörde war auf allen Positionen besser. Selbst der sonst so starke HSG-Keeper Donatas Biras wurde von Bremervördes Jan Mühlich in den Schatten gestellt. Von den Barnstorfer Flügeln (Mosel und Finn Richter zusammen nur zwei Treffer) kam kaum etwas. Einzig Kreisläufer Andrius Gervé (7/4 Tore) und Linshänder Denis Maksimovich (4) deuteten Normalform an, standen aber auch im Schatten ihrer Bremervörder Pendants Marcus Hölling (5) und Timo Meyn (8). Hölling legte sich schon einmal fest: „Das müsste es gewesen sein. Wir hatten auch nach der Niederlage in Hatten ein gutes Gefühl.“

Knackpunkt der Partie war die Zeit unmittelbar nach der Pause, denn da zog Bremervörde von 14:11 auf 18:11 (39.) davon. „Danach haben vor allem unsere erste und zweite Welle nicht geklappt. Das war alles zu langsam“, analysierte Thiemann. Mit den Einwechselungen von Maik Schwenker (Tor) und Tomas Lenkevicius (Abwehr-Chef und Antreiber) ging zwar noch einmal ein Ruck durchs Team, aber auf Augenhöhe kam die HSG nie mehr so richtig.

Bremervördes zum Saisonende im Unfrieden ausscheidender Coach Sascha Rajkovic war stolz: „Wir haben eine gute Deckung gespielt und vorn wenig Fehler gemacht. Warum ich aber keinen neuen Vertrag bekommen habe, weiß ich nicht. Dieser Verein ist für mich erledigt.“ Zur Erklärung: Bremervörde wird in der Saison 2012/13 vom jetzigen Bützflether Coach Ralf Böhme übernommen.

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