Handball-Oberligist beim 15:25 in Habenhausen ohne Mumm / Pishchukhin neu dabei

Barnstorf spielt wie ein Absteiger

Augen zu und durch: Barnstorfs Jakub Anuszewski (Mitte) erzielte beim 15:25 in Habenhausen zwei Tore. Foto: töbelmann

Bremen - Von Gerd Töbelmann. „Die Lage ist ernst, sehr ernst sogar“, meinte Heiner Thiemann, Trainer des Handball-Oberligisten HSG Barnstorf/Diepholz, nach der 15:25 (8:12)-Klatsche am Samstagabend beim ATSV Habenhausen. Okay, beim neuen Tabellenführer (verdrängte Cloppenburg vom Thron) kann man verlieren, aber Barnstorfs Auftritt wirkte ohne einige Stammspieler blutleer. Als Vorletzter ist der Weg zur Rettung nach wie vor möglich, aber schon im Heimspiel am Samstag gegen Rotenburg müssen unbedingt zwei Punkte her.

Die Gäste hatten vor 150 Zuschauern eigentlich nie eine Chance. Im Vorfeld sprach Thiemann davon, „dass wir unbedingt unsere Fehlerquote runterschrauben müssen“. Das klappte nun gar nicht, denn allein bei den Fehlwürfen waren es mehr als 20 – hinzu kamen noch einige technische Patzer.

Bis zum 6:5 (13.) der Bremer konnte Barnstorf noch recht gut mithalten. Danach schlug jedoch der Fehlerteufel gnadenlos zu. Habenhausen setzte sich über 9:5 (22.) zur Pause auf 12:8 ab.

Nach dem Wechsel wurde es noch schlechter. Passendes Beispiel: Barnstorfs Andrius Gervé trat zum Strafwurf an, knallte das Spielgerät an die Latte, bekam es zurück – und scheiterte am starken ATSV-Keeper Rene Steffens. Auf der anderen Seite lenkte HSG-Torwart Frederik Hohnstedt einen Ball von außen an den Pfosten, bekam die Kugel aber gegen den Rücken – Tor.

Die Bremer, die unbedingt in die 3. Liga aufsteigen wollen, setzten sich Tor um Tor über 16:10 (39.) und 21:12 (49.) ab und steuerten einem ungefährdeten 25:15-Erfolg entgegen. Im Hinspiel hatte Barnstorf unter Coach Dag Rieken noch mit 30:21 gewonnen. „Aber da haben wir wirklich einen grottenschlechten Tag erwischt. Heute war unsere Abwehr super. Nur vorn hätten wir noch besser treffen können“, meinte Habenhausens Coach Matthias Ruckh. Auf die Frage, ob er denn glaube, dass Barnstorf absteigen werde, meinte er: „Es wird schwer werden, die Klasse zu halten. Aber meiner Meinung nach gehört Barnstorf einfach in die Oberliga.“

Zu diesem Unterfangen steht ab sofort auch der Russe Yury Pishchukhin zur Verfügung. Der 28-jährige Linkshänder kam vom TuS Derschlag (Oberliga Niederrhein) und feierte in Habenhausen seine Premiere. „Aufgrund unserer Personalnot habe ich ihn eingesetzt. Aber er ist nun kein Spieler, der uns im Alleingang die Klasse halten wird“, meinte Thiemann zu seinem Neuzugang.

Der Nichtabstieg wird schwer genug. Am Samstag agierten auch sonstige Leistungsträger wie Jan Linné (3 Tore) oder Kevin Heemann (2) weit unter ihrer Normalform, vergaben vor allem vom rechten Flügel viele Chancen. „Und aus dem Rückraum kam überhaupt kein Druck. Habenhausen war uns in allen Belangen überlegen“, stöhnte Thiemann.

Keeper Frederik Hohnstedt, der in der ersten Halbzeit zum Einsatz kam, stimmte dem zu: „Ich gebe zu, dass ich in den ersten 30 Minuten auch keine gute Leistung geboten habe. Aber das Spiel haben wir dennoch im Angriff verloren. Jetzt sind wir am Samstag gegen Rotenburg schwer unter Druck.“

Kleiner Hoffnungsschimmer: Der für Barnstorf im halblinken oder mittleren Rückraum nicht zu ersetzende Kamil Chylinski versprühte nach dem Match leise Hoffnung: „Ich werde mich weiter intensiv behandeln lassen. Aber ich denke, dass ich gegen Rotenburg nach meiner Zerrung vielleicht wieder spielen kann.“ Ob das auch für Kapitän Cedric Quader gilt, ist wegen seiner Verletzung an der Achillessehne fraglich: „Keine Ahnung. Aber ich werde alles tun, dass es vielleicht klappt, denn wir brauchen wohl mindestens 18 Punkte, um nicht abzusteigen.“ Sieben Spieltage vor dem Saisonende hat die HSG erst elf  . . .

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