Jana Ring ist Hamburger Meisterin – und sollte eigentlich Tänzerin werden

Vom Balletschuh zum Boxstiefel

Schlagfertig: Die Kirchweyherin Jana Ring demonstriert ihre linke Führhand.

KIRCHWEYHE (dn) · In der Schule ist Jana Ring schon berüchtigt. „Wenn ich vorbeikomme, heißt es manchmal: Vorsicht vor der Boxerin“, erzählt die Elfjährige, doch bevor jetzt bösartige Gerüchte in Umlauf kommen: „Ich bin auf dem Schulhof ganz friedlich.“ Was man vom Boxring nicht unbedingt behaupten kann: Wenn Jana Ring die Handschuhe überstreift, sollten vor allem ihre Gegnerinnen in Deckung gehen.

Die Sechstklässerin vom Boxring 46 Kirchweyhe gehört zu den schlagkräftigsten Talenten in Norddeutschland, was im März zum Beispiel Jenny Blecker erfahren musste. Bei der Hamburger Meisterschaft lieferten sich beide ein temporeiches Duell, das mit einem Punktsieg und dem Titelgewinn für Ring endete.

Beinahe hätte die Weyherin allerdings einen vollkommen anderen sportlichen Weg eingeschlagen. „Meine Mutter wollte, dass ich Ballett tanze; das habei ich auch erst gemacht“, berichtet sie. Wirklich befriedigen konnte das ihren ausgeprägten Bewegungsdrang jedoch nicht, und als sie mit sieben Jahren ihrem Vater beim Boxen zusah, verschwanden die Ballettschuhe auch schnell wieder im Schrank: „Das war mir zu langweilig; ich wollte lieber boxen.“ Das freute nicht nur ihren Vater, sondern auch Boxring-46-Coach Klaus-Dieter Feldmann, der Jana Ring 2005 unter seine Fittiche nahm. „Anfangs war sie noch etwas unkonzentriert“, erinnert sich Feldmann, „das war ja auch Neuland für sie.“ Die Einheiten in Kirchweyhe boten in der Tat das totale Kontrastprogramm zum Ballett-Unterricht: Beim Boxring wird alters- und geschlechterüberfreifend trainiert, durch sämtliche Gewichtsklassen. Die Berührungsängste legte Jana Ring allerdings rasch ab und konnte bei der Box-Ausbildung sogar ihre Ballett-Erfahrung einbringen. „Sie ist schnell und beweglich“, schwärmt Trainer Feldmann, „und vor allem: Sie hat keine Angst.“

Wie hoch es für die talentierte Papiergewichtlerin noch hinausgehen kann, ließ ihr Triumph bei der Hamburger Meisterschaft erahnen, wo sie in ihrem erst dritten Kampf schon vieles von dem zeigte, was eine fertige Boxerin ausmacht. Mit ausgezeichneter Beinarbeit, gutem Auge und einer präzisen linken Führhand setzte sie Jenny Blecker von der AGON-Sportschule Winterhude immer wieder zu und bewies gegen Bleckers schnelle Rechte auch die nötigen Nehmerqualitäten. Bei solch vielversprechenden Fähigkeiten fällt ihrem Trainer auch die folgende Prognose nicht allzu schwer: „Das wird mit Sicherheit nicht Janas letzter Erfolg gewesen sein.“

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