Barnstorfs Mittelmann bricht sich wohl das Sprunggelenk / 34:23 gegen Bremervörde

Bärenstarke Leistung nach der Chylinski-Schockstarre

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Schon nach wenigen Sekunden musste Barnstorfs Mittelmann Kamil Chylinski das Feld verlassen und wurde mit Verdacht auf Sprunggelenksbruch ins Krankenhaus gebracht. ·

Diepholz - Von Gerd TöbelmannSie hätten die Nacht zum Tag machen können nach dieser Leistung. Mit 34:23 (19:13) fertigte Handball-Oberligist HSG Barnstorf/Diepholz gestern vor 400 Zuschauern in der Diepholzer Mühlenkamphalle den TSV Bremervörde im Spitzenspiel ab, doch Freude kam beim Spitzenreiter nur spärlich auf. Grund: Mittelmann Kamil Chylinski verletzte sich früh sehr schwer. Erster Verdacht: Sprunggelenksbruch.

70 Sekunden waren beim Stande von 0:0 gespielt, da passierte es: Chylinski, zuletzt absoluter Leistungsträger bei der HSG als Mittelmann und Torschütze, setzte zum Sprungwurf an, landete und stieß danach einen durch Mark und Bein gehenden Schrei aus. Beim bloßen Anblick des rechten Knöchels war klar, dass da etwas sehr Schlimmes passiert sein musste.

In der Halle herrschte Totenstille, nur der ab und an wimmernde Chylinski war zu hören. Viele Zuschauer wendeten sich geschockt ab. Der 19-jährige Pole wurde aus der Halle getragen und sofort ins Diepholzer Krankenhaus gebracht.

„Das war für uns alle natürlich niederschmetternd. Aber die Mannschaft hat das toll weggesteckt und ein unglaublich gutes Spiel gemacht“, war Barnstorfs Trainer Mario Mohrland stolz auf sein Team. Apropos Mohrland: Der HSG-Coach saß wieder auf der Bank, obwohl ein endgültiges Urteil nach seiner Roten Karte aus dem Hatten-Spiel noch gar nicht gesprochen ist. „Die ursprüngliche Sperre von vier Wochen ist abgelaufen und da nichts weiter passiert ist, habe ich mich wieder auf die Bank gesetzt“, meinte Mohrland.

Und von da aus sah er eine Gala der Gastgeber. Vor allem Linkshänder Arunas Srederis als auch Kreisläufer Andrius Gerve (beide acht Tore) brillierten. Hinzu kam, dass Keeper Donatas Biras seine wohl stärkste Leistung in der Saison abrief. Mateusz Chylinski wirkte nach dem Malheur seines Bruders noch willensstärker und erzielte fünf Treffer. Über 10:8 und 17:11 stand schließlich ein komfortables 19:13 beim Gang in die Kabine.

Und nach der Pause machte die HSG schnell den Deckel drauf, legte bis zur 44. Minute ein 28:15 vor – die Entscheidung.

Bremervörde brach in sich zusammen. Die zuvor so gelobten Marcus Hölling (ein Tor) und Adnan Salkic (1) waren nur ein Schatten ihrer selbst und fielen mehr durch Zeitstrafen als durch Leistung auf. Auch der ansonsten starke Keeper Jan Mühlich verließ in der 36. Minute entnervt seinen Kasten.

Am Ende wechselte Mohrland sogar durch und gab einigen Youngstern die Chance zur Bewährung. Nach dem Abpfiff war der Jubel zunächst groß, doch die Verletzung von Kamik Chylinski trübte die Freude doch gewaltig.

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