27:24 gegen Schwanewede könnte für Jahn Brinkum ein echter Brustlöser sein

Außergewöhnlich gut, weil außergewöhnlich emotional

Krakenhaft, teilweise sogar mit geschlossenen Augen: Torhüter Aschkan Sadeghi ermöglichte es den Brinkumern erst, ein solch brillantes Spiel abzuliefern. ·
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Krakenhaft, teilweise sogar mit geschlossenen Augen: Torhüter Aschkan Sadeghi ermöglichte es den Brinkumern erst, ein solch brillantes Spiel abzuliefern. ·

Brinkum - Von Arne HelmsEs war der Moment, als sogar der schreibende und nicht eben extrovertierte Kollege neben einem die Faust nach oben reckte und glückselig in die Halle blickte. Der Moment, als Torhüter Aschkan Sadeghi seinen FTSV Jahn Brinkum zum x-ten Mal im Spiel gehalten hatte. Da, in der 55. Minute des Oberliga-Heimspiels gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen stand fest: Es war ein ganz besonderer Samstagnachmittag, den die Brinkumer Handballer ihren Fans geboten hatten.

An irren Rückständen und teils wirren Schiedsrichterentscheidungen vorbei entschied Jahn das hin- und herwogende Match mit 27: 24 (8:11) für sich – gegen ein Schwaneweder Team, das bis dato nur eine Partie verloren hatte (gegen Barnstorf). „Wir hatten nicht die höchste Konzentration, daher hat Brinkum verdient gewonnen. Sie leben von ihrer Defensive“, versuchte sich der geschlagene Coach Henning Schomann an einer Erklärung, die einen Ansatz bot, für dieses herrlich schräge Spiel aber noch zu kurz kam.

Der in seinen bisherigen Partien so emotionslos agierende Aufsteiger wirkte wie aufgedreht, kehrte sein Inneres immer wieder nach außen. Allen voran: Aschkan Sadeghi. Der Torwart ließ nur einen von sechs Strafwürfen passieren und war zur Stelle, als das Spiel dem Jahn aus den Händen zu gleiten drohte, Anfang der zweiten Hälfte. Mit drei Toren in Rückstand liegend, schickten die Schiedsrichter erst Stefan Schröder, dann Matthias Schneider für zwei Minuten auf die Bank – die jeweiligen Siebenmeter ließ Sadeghi, auf der Linie stehend, nicht vorbei. Auch mit dem nächsten Wurf konnte Schwanewedes Bester, Andreas Swalkiewicz (vier Tore), den 27-Jährigen nicht überwinden. „Eine überragende Leistung. Wir waren einfach galliger, bei Aschkan angefangen“, freute sich der bullige Abwehrhüne Helmut Hinrichs über den Erfolg gegen seinen Ex-Verein, für den er selbst in der Deckung mit Meik Schäfer maßgeblich mit verantwortlich war.

Statt sechs Toren Rückstand blinkte nur ein 9:13 (37.) auf der Anzeigetafel auf – dann kam Maik Bhola. Mit drei Treffern aus unmöglichen Winkeln brachte der Linksaußen Jahn auf 12: 13 (40.) heran, trotz Roter Karte für Matthias Schneider (39.). Das Signal kam an. Passive Brinkumer, das war einmal. Marco Walker wühlte sich plötzlich durch die HSG-Deckung und traf zum 16:14 (44.), Ralf Warfelmann wirkte im linken Rückraum wie aufgezogen und Trainer Sven Engelmann zog wie ein Irrwisch hinter der Auswechselbank seine Bahnen, immer wieder die Fäuste ballend. „So leidenschaftlich“ hätte seine Mannschaft noch kein Spiel begonnen, meinte der Coach, „ich hoffe, das löst etwas aus.“

Für diese Partie löste es etwas aus, das steht fest. Brinkum kratzte, Brinkum biss, aus dem Rückraum fielen die so sehnlichst erwarteten Tore und gerade dem bislang eher glücklosen Neuzugang Marco Walker gelang dort am Ende fast alles. „Wir haben 80 Prozent unserer Tore aus der ersten und zweiten Welle erzielt, das gibt natürlich auch Sicherheit für das übrige Spiel“, strahlte Engelmann. In Unterzahl machten die Gastgeber aus einem 21:21 (54.) ein 26:23 (59.), als Walker aus dem rechten Rückraum in die Mitte zog und traf – die Vorentscheidung.

Die Jahn-Bank stand Kopf. Der Kollege hatte sich mittlerweile wieder gefangen.

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