Ausschließlich „Diepholzer Jungs“ unter den Neuen der SG Diepholz / Behrens: „Alle sind heiß“

Gezielt verstärkt und Blick nach oben

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Warmlaufen für den neuen Club: Florian Scharnitzky, Mazlum Sünün, Daniel Lemcke, Marc Pallentien und Arne Wiechering (von links) verstärken die SG Diepholz zur neuen Saison – hier beäugt von Co-Trainer David Schiavone (links) und Betreuer Dieter Reff (rechts).

Diepholz - Von Cord Krüger. DIEPHOLZ Ein Samstagabend in der Vorbereitung der SG Diepholz. Die Bezirksliga-Fußballer haben gerade bei Arminia Rechterfeld mit 2:1 gewonnen, Trainer Jörg Behrens verbirgt seine Zufriedenheit hinter dem Pokerface. „Zusammenkommen – und Auslaufen“, ordnet er an. Mazlum Sünün, einer der fünf Neuzugänge der Blau-Gelben, runzelt die Stirn: „Wie? Ist morgen kein Training?“ Behrens schüttelt den Kopf. „Aber du und ich trainieren doch, oder?“ Sünün ist heiß, kein Zweifel. „Und das brauchen wir“, freut sich Behrens. „Alle sollen den Konkurrenzkampf spüren und merken, dass man hier nichts geschenkt bekommt.“

Denn für die dritte Diepholzer Saison nach dem Landesliga-Abstieg hat sich Behrens den Angriff auf die vorderen Plätze vorgenommen: „Wir wollen oben mitspielen.“

Dafür hat sich die Sportgemeinschaft gezielt verstärkt – durch fünf Fußballer und damit nur knapp halb so vielen Neulingen wie in den vergangenen Jahren. Klasse statt Masse, „denn wir wollten in erster Linie Führungsspieler haben“, verdeutlicht der 33-jährige Trainer.

So findet sich in der Abwehr Marc Pallentien wieder, der nach drei Jahren wieder ans Hunteufer zurückkehrte. „Das ist immer noch ein überragender Kicker“, sagt Behrens über den 41-Jährigen: Durch seine Erfahrung wird er uns enorm viel zusätzliche Stabilität geben. ,Palle‘ hilft den jungen Leuten enorm.“

Zu diesen „Jungen“ zählt Sünün, ausgebildet in der Jugend des JFV Rehden-Wetschen-Diepholz (RWD), vor einem Jahr noch mit Ambitionen auf den Regionalliga-Kader des BSV Rehden ein Aktivposten in dessen Sommervorbereitung, doch dann schloss sich der offensive Mittelfeldmann dem Bezirksligisten Grün-Weiß Mühlen an. Jetzt kehrte der 18-Jährige in seine Heimatstadt zurück – und Behrens freut’s: „Mazlum ist ein kreativer Kopf und bringt eine ganz starke Technik mit.“

Hinter ihm, im defensiven Mittelfeld, findet sich jetzt Arne Wiechering wieder. Der robuste Allrounder kam vom Nachbarclub TuS St. Hülfe-Heede aus der Kreisliga. „Von Arne kann ich mir gut vorstellen, dass er bald eine zentrale Figur in unserer Mannschaft wird“, meint Behrens: „Er ordnet das Spiel, macht den Mund auf – und zeigt eine gute Pass-Sicherheit.“

Davon könnte auch Daniel Lemcke profitieren – ein Eigengewächs, das nach dem A-Jugend-Alter nun im Herrenbereich eine Alternative auf der linken Außenbahn darstellt. „Das ist ein positiv eingestellter Junge mit unheimlich viel Ehrgeiz. Er passt hundertprozentig in unser Konzept, hier in Diepholz Fußball mit Diepholzer Jungs zu bieten“, schildert „Jockel“ Behrens: „Wir haben in dieser Stadt starke Spieler – und mit denen wollen wir wieder nach oben – aber sinnig.“

Da passt es gut, dass die SG den prominentesten noch aktiven „Diepholzer Jung‘“ nach drei Serien bei Liga-Konkurrent TSV Wetschen zur Heimkehr überzeugen konnte: Florian Scharnitzky, mehrfacher Torschützenkönig in verschiedenen Klassen und ein Gesicht des damaligen Diepholzer Aufschwungs aus der Kreisliga in die Landesliga, stürmt wieder für seinen Stammverein. Sein Trainer strotzt vor Stolz

„Scharne hat nichts

eingebüßt“

über den Deal: „,Scharne‘ hat nichts von seiner Schnelligkeit eingebüßt. Mit ihm sind wir jetzt noch flexibler, weil er und Alexander Finke zwei grundverschiedene Stürmer-Typen sind.“ Finke als körperbetonter Strafraum-Spieler, Scharnitzky als Tempo-Typ mit Zug zum Tor – diese Variante macht die SGD vorn unberechenbarer. Zudem stehen zwei Offensivkollegen vor der Rückkehr ins Teamtraining: die zuletzt verletzten Nico Files und Niko Senkler. Zusammen sollten sie die Abgänge von Bogdan Golgot (zu Landesligist TuS Sulingen) und Adrian Mangu (zum TuS Dielingen) auffangen können, denn ansonsten blieb die Mannschaft zusammen. Selbst einer, den Behrens schweren Herzens schon in die Sport-Invalidität verabschiedet hatte, schnürte jetzt wieder die Schuhe: David Schiavone, bisheriger Abwehrchef und spielender Co-Trainer, wagt nach seinem Wadenbeinbruch samt Riss des Syndesmosebandes vom April den Neustart. „David bleibt mein Co-Trainer – das war vorher schon klar. Dass er aber neulich auf einmal wieder ins Lauftraining einstieg, hat mich schon überrascht“, grinst Behrens. Ein gutes Zeichen für die richtige Einstellung: „Alle haben Bock“, freut sich „Jockel“.

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