Veranstalter hin- und hergerissen

Thema Reitturniere: Ausrichtung, Verschiebung oder Absage?

Ströhens Dirk Berghorn beim Springen.
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Der RFV Ströhen plant sein Pfingstturnier mit drei S-Springen. Aber nur, wenn die Vereinsmitglieder wie Dirk Berghorn (Bild) und Amateure starten dürfen.

Im April gehen im Kreis Diepholz eigentlich die ersten Reitturniere über die Bühne. In der Coronakrise ist das aber anders. Die Veranstalter schwanken zwischen Ausrichtung, Verschiebung oder gar Absage ihrer Veranstaltungen.

Landkreis - Die Pferdesportler im Kreis Diepholz haben an Ostern die Freiland-Turniersaison eröffnet – allerdings nur die Berufsreiter. Dafür hatten Nicky von Roesgen und Marcel Kettnaker aus Aschen die Ausschreibung für ihr Turnier noch einmal kurzfristig geändert. Einen Plan B haben auch die meisten Reitvereine für ihre Veranstaltungen in den nächsten Wochen in der Schublade.

Optimistisch war bis zuletzt der RFV Maasen-Sulingen für sein Ein-Tages-Turnier am 17. April. Alle elf Prüfungen von Führzügelwettbewerb bis L-Springen sollten im Freien stattfinden. Das Hygienekonzept stand. Motiviert durch die positiven Erfahrungen der beiden Turniere im vergangenen Jahr sah sich das Team des Vereins auf einem guten Weg.

„Wir haben bis zum Schluss gewartet. Jetzt war Nennungsschluss – und wir mussten uns entscheiden“, erklärt Gabriela Brauer vom RFV Maasen-Sulingen. Das Turnier findet nicht statt. Bis zum 18. April sind nur Veranstaltungen für Profis erlaubt. „Das ist für uns schade“, sagt die Vereinssprecherin, „wir wollen schauen, ob wir vielleicht einen Ersatztermin finden. Ansonsten setzen wir auf das große Spring- und Dressurturnier vom 20. bis 22. August.“

Michaela Tenti hofft, dass der RFV Wagenfeld sein Turnier in abgespeckter Form veranstalten kann.

Dass es für die Zeit nach dem 18. April ein Signal für den Amateursport gibt, darauf hofft auch der RFV Wagenfeld. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Michaela Tenti. Geplant ist vom 30. April bis 2. Mai ein kleines, abgespecktes Turnier für Amateure mit der Hälfte der Prüfungen und begrenzten Startplätzen. „Die Ausschreibung ist raus, und wir haben schon viele Nennungen“, berichtet die Vereinsvorsitzende. „Wir werden sehen, was die Politik entscheidet.“ Michaela Tenti nimmt es pragmatisch: „Wir gehen davon aus, dass das Turnier ohne Zuschauer stattfinden wird und mit nur einer Begleitperson pro zwei Pferde.“ Seitens des Pferdesportverbandes Hannover habe der Verein den Nennungsschluss näher an das Turnier legen dürfen – auf den 22. April. Spätestens einen Tag vorher müsse der Verein Ja oder Nein sagen, weil sonst die Nenngelder eingezogen würden.

Gern an ihrem Turnier am 8./9. Mai festhalten würden die Voltigierer vom RV Sudweyhe. „Wir brauchen aber zunächst einmal die Bedingung, dass überhaupt Kontaktsport erlaubt ist“, erläutert Nina Nürnberg. Im April halte sie das für unwahrscheinlich. „Deshalb sehe ich für unser Turnier schwarz“, bedauert die Trainerin. Der Verband habe erlaubt, dass die Ausschreibung gegebenenfalls kurzfristig geändert werden könnte. Solange im Voltigieren nicht ein Team als Ganzes trainieren könne, sieht es der Verein als schwierig an, ein Turnier auszurichten. „Sollte sich die Veranstaltung nicht realisieren lassen, wollen wir versuchen, im Sommer oder Herbst einen Ersatztermin zu finden“, erklärt Nürnberg.

Nina Bolte (l.) und Julia Bolte von der Okeler Pferdesportgemeinschaft setzen darauf, dass sie an Himmelfahrt ihr Vier-Tages-Turnier ausrichten dürfen – gegebenenfalls nur für Berufsreiter.

„Unser Plan ist, an Himmelfahrt ein Vier-Tage-Turnier zu machen – mit Dressur bis zur Klasse S und Qualifikation zum Bundeschampionat für fünf- und sechsjährige Pferde“, berichtet Nina Bolte von der Okeler Pferdesportgemeinschaft. Die sportfachliche Ausschreibung für das Turnier vom 13. bis 16. Mai sei vom Pferdesportverband genehmigt. Seitens des Landkreises heiße es abwarten. „Wir sind jetzt schon mit Nennungen überrannt worden. Die Reiter wollen loslegen“, verdeutlicht die Okelerin. Der Verein wäre froh, wenn auch Amateure teilnehmen dürften. „Wir machen das Turnier aber auch nur für Berufsreiter“, unterstreicht Nina Bolte. Dass die Veranstaltung ohne Zuschauer sein wird, damit rechnet der Verein. „Ob wir dann wie im letzten Jahr noch ein zweites Turnier mit Amateuren machen, werden wir nach dem ersten entscheiden“, merkt Nina Bolte an.

Ohne Amateure richtet RFV Ströhen Turnier nicht aus

„Wir planen bis jetzt wie sonst – mit Dressur und Springen, darunter drei S-Springen“, erklärt Erwin Verbarg vom RFV Ströhen. Bis zum Pfingstwochenende (21. bis 23. Mai) sei ja noch ein bisschen Zeit. Trotzdem stellt der Vereinsvorsitzende schon jetzt eine rege Nachfrage nach Startplätzen fest. „Wir würden das Turnier auch ohne Zuschauer machen, aber nicht nur für Profis, die haben genügend Gelegenheiten zu reiten“, meint Verbarg. „Bei uns sollen in jedem Fall die Amateure dabei sein, sonst lassen wir es ganz ausfallen“, bekräftigt der Vereinsvorsitzende.

Jetzt schon für eine Absage entschieden hat sich der RFV St. Hülfe-Heede für das Sommerturnier vom 4. bis 6. Juni. „Wir haben uns bei den zuständigen Stellen informiert. Demnach wird es auch im Sommer noch strenge Auflagen geben“, erklärt die Vorsitzende Laura-Julienne Frieske. Ein reines Sportevent ohne Zuschauer kommt für den Verein nicht infrage. „Das nimmt uns, was wir uns unter einem Turnier vorstellen. Wir vollen viele Leute dabei haben“, unterstreicht die Barnstorferin. „Wir setzen darauf, dass sich im nächsten Jahr alles normalisiert“, hofft Laura-Julienne Frieske.

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