Ex-Heiligenroder

Aufstieg: Tischtennisspieler Tobias Hippler nun Nationalspieler

+
Hat sich hochgearbeitet: Der Ex-Heiligenroder Tobias Hippler.

Celle - Von Carsten Drösemeyer. Der Weg des frischgebackenen niedersächsischen Landesmeisters Tobias Hippler scheint nur eine Richtung zu kennen – nach oben. Mittlerweile hat es die ehemalige Nummer eins des Tischtennis-Verbandsligisten TSV Heiligenrode sogar zum Nationalspieler gebracht. Grund genug, mit dem 20-Jährigen die letzten Jahre Revue passieren zu lassen und ihn nach seinen künftigen Zielen zu befragen.

Als Sie den TSV Heiligenrode verließen, wollten Sie alles auf die Karte Tischtennis-Profi setzen. Hat dieses Vorhaben geklappt?

Ich denke schon. Immerhin bin ich Spitzenspieler des TuS Celle in der Zweiten Bundesliga, war bei der letzten U 21-Europameisterschaft im Viertelfinale und stand schon in den Top 200 der Welt.

Und mittlerweile sind Sie sogar Nationalspieler . . .

Ja, das ist natürlich ein tolles Gefühl. Für Steffen Mengel sollte ein jüngerer Spieler in den B-Kader aufrücken. Und da habe ich mich gegen die Konkurrenz durchgesetzt und so ein erstes ganz wichtiges Ziel erreicht.

Weil Sie dadurch zum Sportsoldaten wurden und sich jetzt voll auf Tischtennis konzentrieren können?

Ganz genau. Ich habe nun finanzielle Sicherheit und muss nicht neben dem Sport noch irgendwo jobben. Von der Grundausbildung als Soldat bin ich allerdings trotzdem nicht verschont geblieben (lacht).

Wie kann man sich denn Ihren normalen Tagesablauf vorstellen?

Ich trainiere in Düsseldorf im Regelfall von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 16.00 bis 18.00 Uhr. Anschließend steht Regeneration und Fitness auf dem Programm. Meist verbringe ich also täglich knapp acht Stunden in der Halle.

Also vom Zeitaufwand wie ein Arbeitstag im Büro . . .

Stimmt. Aber ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und darf meine Zeit mit Ikonen wie Timo Boll verbringen. Es hätte schlechter laufen können (lächelt).

Demnach sind Sie am Ziel Ihrer Wünsche angekommen?

Nein, es geht hoffentlich in der Zukunft schon noch ein kleines Stück nach oben. Natürlich ist es nicht schlecht, mit 20 Jahren im oberen Paarkreuz der zweiten Bundesliga zu spielen. Aber jeder Profi träumt doch von der ersten Liga und von Teilnahmen an Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen.

Das würde bedeuten, dass Celle nicht Ihre letzte Station bleiben wird . . .

Erst einmal konzentriere ich mich auf den Klassenverbleib mit Celle, und dann geht es darum, meine Bilanz zu verbessern. Fast ausgeglichen ist zwar in Ordnung, aber als Bewerbung für eine Liga höher reicht das noch nicht. Da muss ich eine Schippe drauflegen.

Als Sulinger Jung würde sich in der Zukunft doch Bundesligist SV Werder Bremen als Arbeitgeber anbieten . . .

Klar wäre das traumhaft. Aber für die nächste Saison hat Werder seinen Kader ja schon zusammen. Wie gesagt: Ich versuche mich weiter zu verbessern, und dann sehen wir, was so passiert.

Als Bremer Spieler wären Sie aber sicherlich häufiger in der Sulinger Heimat. Erkennt Ihre Mutter Sie überhaupt noch?

Ganz so sehr habe ich mich ja nicht verändert (lacht). Außerdem schaut sich meine Mutter regelmäßig die Heimspiele in Celle an. Aber es stimmt. Nach Sulingen schaffe ich es nur höchstens dreimal im Jahr. Schließlich spiele ich für Celle, wohne in Düsseldorf, trainiere dort im Leistungskader und reise zudem noch für Turniere durch die ganze Welt. Das ist halt der Preis, wenn man Profi sein möchte.

Als Sie mit 13 Jahren vom VfB Stolzenau nach Heiligenrode gewechselt sind, hatten Sie da schon einen ähnlichen Weg vor Augen?

Ach, das konnte ich da noch nicht so richtig abschätzen. Ich hatte Träume und Hoffnungen, und bislang haben sich davon auch einige schon erfüllt.

Denken Sie denn noch öfter an die Zeit in Heiligenrode zurück?

Natürlich. Heiligenrode war für mich eine ganz wichtige Station. Ich habe häufiger Kontakt zu meinen ehemaligen Mitspielern und drücke dem TSV immer die Daumen. Außerdem habe ich ja gerade Stefan Schulz etwas zu verdanken.

Das wäre?

Als Lehrer hat er mir damals in der Mannschaft ständig den Genitiv eingeimpft (grient). Heiligenrode war also nicht nur sportlich eine wichtige Zeit (lacht).

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Coronavirus-Verdacht: Züge aus Italien am Brenner angehalten

Coronavirus-Verdacht: Züge aus Italien am Brenner angehalten

Morsumer Kinderkarneval beim TSV Morsum

Morsumer Kinderkarneval beim TSV Morsum

Kinderfasching bei Puvogel

Kinderfasching bei Puvogel

Bielefeld feiert nach drohender Spielabsage

Bielefeld feiert nach drohender Spielabsage

Meistgelesene Artikel

Stuhr greift nach Pause wieder an

Stuhr greift nach Pause wieder an

Halbfinal-Aus für Anna-Lena Freese bei den „Deutschen“ nach Sportlerwahl-Sieg

Halbfinal-Aus für Anna-Lena Freese bei den „Deutschen“ nach Sportlerwahl-Sieg

Ein Sturm von Frühling

Ein Sturm von Frühling

Zu große Hypothek: Werder Bremen verliert klar gegen Mühlhausen

Zu große Hypothek: Werder Bremen verliert klar gegen Mühlhausen

Kommentare