Sportgilde Bassum 98 muss Meisterfeier vertagen / Bronze aber größter Erfolg der Vereinsgeschichte / Kostevych bleibt wohl

„Aufgeschoben, nicht aufgehoben“

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Gilde-Routinier Artur Gevorgjan blieb im Halbfinale unter seinen Möglichkeiten, trug gestern aber mit seinem Punkt dazu bei, dass Bassum DM-Bronze holte. ·

Bassum - Von Gerd Töbelmann,,Okay, dann haben wir wenigstens ein Ziel für die kommende Saison – aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, nahm Michael Meinhard das Aus der Sportgilde Bassum 98 im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft mit der Luftpistole einigermaßen mit Fassung auf. Nach dem enttäuschenden 1:4 vom Samstag gegen den späteren Meister Sgi Waldenburg schien für Bassums Coach gestern wieder leicht die Sonne. Grund: Bassum holte sich durch ein 3:2 gegen Broistedt DM-Bronze und feierte damit den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Schon beim knappen 3:2 im Viertelfinale gegen die HSG München schwächelte der Meister der Bundesliga Nord. „Irgendwie war zu spüren, dass eine Bundesliga-Endrunde doch etwas anderes ist als ein normaler Bundesliga-Wettkampf“, musste Meinhard feststellen. Bis auf Olympiasiegerin Olena Kostevych konnte nur noch Antje Noeske mit persönlicher Bestleistung von 383 Ringen überzeugen.

Gegen den deutschen Rekordmeister aus Waldenburg ging kein Ruck durchs Bassumer Team. Auf Kostevych mit bärenstarken 391 Ringen war einmal mehr Verlass, aber dahinter klaffte ein ziemlich großes Leistungsloch, so dass Artur Gevorgjan, Valerij Samojlenko, Pierre Michel und auch Noeske ihren Gegnern zum Sieg gratulieren mussten.

Noch am Abend setzten sich alle Bassumer im Hotel in Rotenburg an der Fulda zusammen. „Aber nicht, um Schuldzuweisungen zu verteilen oder Wunden zu lecken“, wie es Meinhard beschrieb. „Vielmehr wollten wir uns für den Wettkampf um Platz drei einstimmen“, wie der Gilde-Coach berichtete.

Gegen Broistedt (in der Liga gab es noch ein 2:3) klappte das gestern mit einem 3:2 auch wie gewünscht – wobei Kostevych, Gevorgjan und Samojlenko die Punkte holten. Meinhard wies nicht zu Unrecht darauf hin, „dass Platz drei bei einer Deutschen Meisterschaft immer noch der größte Erfolg in unserer Vereinsgeschichte darstellt. Aber natürlich wären wir gern zumindest ins Finale gekommen.“

Das mussten sich Kostevych & Co. dann gestern als Zuschauer angucken, ehe am späten Nachmittag schließlich die Siegerehrung auf dem Programm stand. Unmittelbar danach gab sich Meinhard schon kämpferisch: „Jetzt wissen wir, wie sich ein Halbfinale anfühlt und können es hoffentlich in der kommenden Saison besser machen.“

Dabei ist der Bassumer Trainer sicher, auf den aktuellen Gilde-Kader zurückgreifen zu können: „Mir ist nicht bekannt, dass uns einer oder eine verlassen wird. Warum auch? Die Rahmenbedingungen in Bassum sind gut.“

Ist eine Schützin wie Olena Kostevych bei anderen Clubs nicht heiß begehrt? Meinhard geht fest davon aus, dass die Ukrainerin in Bassum bleibt: „Sie fühlt sich pudelwohl, kann hier in ihrer Muttersprache sprechen – und natürlich auch gutes Geld verdienen. Sie wird uns nur verlassen, wenn sie ganz mit dem Schießen aufhört.“

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