B-Junioren des FC Syke 01 nehmen ihre Klatschen sportlich hin – auch ein 0:47

Aufgeben? Niemals!

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Undiszipliniertheiten dulden die Trainerinnen nicht. Wer das tut, muss nicht wiederkommen, sagt Christina Potthast (Mitte).

Kreis-Diepholz - Von Cord Krügerund Arne FlüggeSYKE · Es ist kalt und windig an diesem Abend. Die Flutlichtkegel werfen nur ein schwaches Licht auf den Kunstrasenplatz im Syker Hachestadion. Neben dem Tor steht Christina Potthast. Dick eingemummelt in eine graue Sweatshirt-Jacke und Wollmütze, Jeans und Turnschuhen. „Los Jungs, warmmachen und dann dehnen“, ruft die Trainerin. Die Jungs – das sind die 9er-B-Junioren des FC Syke 01. Ein tapferer kleiner Haufen, der Spaß am Fußball hat. Und sich diesen auch nicht von noch so bitteren Rückschlägen nehmen lässt. Zuletzt kassierte das Team in der Kreisliga beim TuS Wagenfeld eine 0:47-Klatsche – bei nur 80 Minuten Spielzeit! Egal, weitermachen, trainieren, Fußball spielen – das ist, was zählt. Köpfe hängen lassen? Niemals!

Rene Wegener, Trainer der dermaßen dominanten B-Junioren des TuS Wagenfeld, zollte dem Liga-Schlusslicht hinterher höchsten Respekt: „Man muss den Hut davor ziehen, dass sie überhaupt angetreten sind.“

Doch diese Frage, die Liga der 9er-Teams derart zu verzerren, stellt sich für die Syker Trainerinnen Christina Potthast und Vanessa Weiß trotz des derzeitigen Rumpfkaders nicht: „Gegen Wagenfeld hatten wir nur vier B-Jugendliche und zwei aus der C-Jugend dabei – aber wir sagen ihnen immer, dass wir jetzt bis zur Winterpause durchhalten müssen“, erklärt Potthast, wie sie dem Team Mut macht. Vor fast vier Wochen hatte sie zusammen mit ihrer guten Freundin Vanessa Weiß die Mannschaft übernommen, für die damals schon einige Klatschen zu Buche standen. Aber ihre Schützlinge geben nicht auf. Zur Pause stand's in Wagenfeld bereits 23:0 – doch Syke brachte die „TorTur“ mit Anstand über die Bühne. „Oft lief es so: Anstoß, nach vorne laufen, Tor – Anstoß“, schilderte Wegener. Aber keiner von Syke hat die Nerven verloren. Kein Gemecker, nicht mal eine Gelbe Karte.“

So etwas hätten die Syker Trainerinnen auch nicht geduldet: „Wer sich bei uns eine Undiszipliniertheit leistet, braucht nicht wiederzukommen“, stellt die 26-jährige Potthast klar. Diese Maxime hat sie von ihrem Vater Friedrich übernommen, der auch als Coach ihr Vorbild ist: „Der trainiert mich heute noch“, sagt die 26-Jährige, die seit 19 Jahren Fußball spielt – erst beim TuS Syke, später beim TSV Melchiorshausen und inzwischen beim FC. Im Laufe dieser Zeit hat sie gelernt, dass Aufbauarbeit einen langen Atem braucht: „Ich habe ja schon mal eine E-Jugend übernommen und weitergeführt, bis sie in die oberen Altersklassen kam. Und von Wagenfeld wussten wir ja im Vorfeld, dass das eine richtig gute Mannschaft ist, also haben wir unseren Jungs gesagt, dass sie rausgehen, Spaß haben und lernen sollen.“

Nun, das mit dem Rausgehen und Lernen hat funktioniert, aber Spaß bei 47 Gegentoren? „Doch“, berichtet die Textilreiniger-Meisterin: „Auch nach dem Spiel war die Stimmung noch gut.“

Am Ende standen für Wagenfelds Damian Logemann elf Treffer zu Buche, Lennart Kruse hatte acht Mal getroffen, Yannik Senkler steuert ein halbes Dutzend bei. Die weiteren Treffer verteilten sich gleichmäßig auf sechs weitere Akteure.

Nun hoffen Wegener und seine Schützlinge, dass dieses Resultat bis zum Saisonende seine Gültigkeit besitzt und die Syker nicht noch irgendwann ihre Mannschaft zurückziehen. Allerdings macht er den Hachestädtern nicht nur aus Eigennutz Mut: „Sie haben schon einige Niederlagen einstecken müssen. Das sind echte Sportsmänner, die nicht kneifen.“

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