SPIELER DES WOCHENENDES Mit nur 21 Jahren: Kai Wessels überragt beim SCT

Auf einmal Anführer

Lange Leidenszeit, Positionswechsel, Kapitän: Twistringens Kai Wessels hat eine turbulente Zeit hinter sich.
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Lange Leidenszeit, Positionswechsel, Kapitän: Twistringens Kai Wessels hat eine turbulente Zeit hinter sich.

Twistringen – Kai Wessels verließ entkräftet den Platz, gab die Kapitänsbinde des SC Twistringen an Philipp Meyer weiter. Mit einem 2:0 im Rücken konnte Trainer Uwe Küpker ab dieser 83. Minute auf seinen nach wie vor mit Knieproblemen belasteten Innenverteidiger verzichten, in der Spielzeit zuvor allerdings in keinster Weise.

Wessels lieferte beim SV Heiligenfelde eine unfassbare Leistung ab, der SVH zerschellte am „Fels in der Brandung“ – doch Wessels selbst bleibt bescheiden. „Ich habe mich gar nicht so stark gesehen“, sagt er nach dem 3:1-Sieg, „ich glaube, dass wir als Mannschaft sehr gut funktioniert haben und man keinen richtig herausstellen kann.“

Dieser Teamgeist – das ist es, was seine Twistringer im extremen Maße auszeichnet. Nicht er, sondern Innenverteidiger-Kollege Meyer (Wessels: „Wir teilen uns das Amt eigentlich, gemeinsam mit Lennart Bors“) machte die Ansprache im Kreis. Bezeichnend war auch, dass der für Wessels eingewechselte Aaron Djulic das 3:0 auflegte.

Noch ein blutjunger Spieler im SCT-Kader – den ein 21-Jähriger anführt. „Das ist schon ein bisschen paradox“, bestätigt Wessels lachend. Er, der sich früher eigentlich gar nicht auf dieser Position gesehen hat. „Ich war Achter oder Sechser“, berichtet er. Auf den Küpkers Vorschlag, es in der Vorbereitung mal im Abwehrzentrum zu versuchen, reagierte er „verdutzt“, probierte es aber aus. Denn Wessels „war froh, dass ich überhaupt spielen durfte“.

Er hat nämlich eine lange Leidenszeit hinter sich. Seit drei Jahren – damals war er gerade dem Jugendbereich entwachsen – plagt sich der Abiturient von 2017 mit Problemen am rechten Knie herum. „Ich hatte Tage, an denen ich gar nicht gehen konnte“, erzählt Wessels, der bis Ende 2019 für die Herren „effektiv zwei oder drei Spiele“ gemacht hat: „Ich war bei verschiedenen Ärzten, habe mir Therapiemöglichkeiten angehört. Die letzte Option war die OP an der Patellasehne.“ Der Eingriff lohnte sich. „Es hat sich seitdem sehr verbessert“, meint der 1,84-Meter-Mann, der in dieser Saison seit dem zweiten Spieltag – mit Bandage – jede der vier Partien absolviert hat: „Ein gewisser Grundschmerz ist zwar immer da, aber damit kann ich leben.“

Die Aussicht auf Schmerzfreiheit treibt ihn an, lässt ihn die nervigen Stabi-Übungen durchziehen. „Aufgeben kam nie infrage“, betont Wessels. Er liebt den Fußball einfach zu sehr: „Ich hatte früher in der Küche schon einen Fußball, den ich mit meinem Vater immer hin und her geschossen habe.“

In Zukunft wird es für den 21-Jährigen allerdings etwas schwieriger, seine Leidenschaft mit der beruflichen Ausbildung zu vereinbaren. Wessels zieht Anfang November nach Oldenburg, studiert dort Berufsschullehramt mit dem Schwerpunkt Wirtschaft. „Mal sehen, wie ich das geregelt bekomme“, sagt er, „an den Wochenenden werde ich aber wohl immer in Twistringen sein“ – um weiter sein „unfassbar geiles Team“ anzuführen.

Von Felix Schlickmann

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