Athlet des TSV Aschen gewinnt bei den M50-Senioren 10000-Meter-Lauf in Delmenhorst / In Drebber nur Zuschauer

Cleff stürmt an die Spitze der Bestenliste

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War in Drebber nur Zuschauer: Johannes Cleff.

Drebber - Keinen einzigen Schweißtropfen vergoss Johannes Cleff am Sonnabend beim 16. Drebber-Lauf. Statt an seinen Vorjahressieg im Halbmarathon anzuknüpfen, genoss der sympathische Langstreckler diesmal entspannt die Rolle als Zuschauer. Aus gutem Grund: Erst drei Tage zuvor war er beim Abendsportfest in Delmenhorst mit seinem Sieg über 10000 Meter in Bestzeit von 34:59,82 Minuten bei den M50-Senioren an die Spitze der aktuellen niedersächsischen Bestenliste gerannt.

Was Bestenlisten und Meisterschaften anbelangt, war Johannes Cleff bis Anfang des Jahres in Läuferkreisen ein unbeschriebenes Blatt. Erst der Eintritt beim TSV Aschen mit anschließender Startpasserteilung verschaffte dem Ingenieur Zutritt zu Titelkämpfen und Ranglisten. Seitdem sorgt der 50-Jährige für gehörig Bewegung in der Läuferhierarchie. „Tatsächlich habe ich mir vorgenommen, in diesem Jahr die landesbesten M50er aufzumischen“, bestätigt Cleff. Dabei liegt der Beginn seiner Läuferkarriere noch gar nicht so lange zurück.

Mit 39 Jahren habe er das Rauchen aufgegeben, erzählt Cleff. Was folgte, war eine Gewichtszunahme. Als die Waage 85 Kilo anzeigte, beschloss er, dem Gewicht laufend den Kampf anzusagen. Cleff kaufte sich ein Lauffachbuch, drehte nach Feierabend seine Runden und kommt dabei bis heute bestens ohne Trainer, Trainingspartner und MP-3- Player aus: „Ich genieße die einsamen Laufeinheiten. Dabei lässt sich prima abschalten.“

Mittlerweile hat er ein ideales Wettkampfgewicht von 68 Kilo. Der Trainingsaufwand umfasst rund 4000 Lauf-Kilometer jährlich. Um sich über 5000 Meter mit 17:26,75 Minuten für die Senioren-DM zu qualifizieren, im Zehn-Kilometer-Straßenlauf M50-Vize-Landesmeister zu werden und im Stundenlauf mit 16724 Metern einen neuen Senioren-Landesrekord aufzustellen, hatte er bislang nicht einmal Intervalltraining nötig: „Damit fange ich jetzt erst an.“ Zu intensives Training möchte er auch weiterhin vermeiden: „Schließlich will ich bis an mein Lebensende laufen.“

Erklärte Lieblingsstrecke ist für Johannes Cleff der Halbmarathon. Die im Vorjahr in Oldenburg erzielte Bestzeit steht bei 1:16:26 Stunden. So um die 1:17 Stunden sollen es auch am kommenden Wochenende beim Straßenlauf in Löningen werden.

Damit wird der 50-Jährige dann auch über diese Distanz zu den schnellsten M50ern in Niedersachsen gehören. Davor auch noch einen Start beim 16. Drebber-Lauf zu absolvieren, wäre da doch ein bisschen zu viel gewesen.

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