Reitvereine müssen aber diverse Auflagen erfüllen / Züchter in Sorge / „Halten gut zusammen“

Arbeit mit den Pferden geht weiter

Der RFV Maasen-Sulingen hat etliche Schulpferde, um Einsteiger und Reitsportfreunde ohne Perspektive auf einen eigenen Vierbeiner an den Sport heranzuführen. Auch wenn der Reitschulbetrieb derzeit ruht, werden die Tiere gut versorgt. Foto: rohlfing

Kreis Diepholz - Von Sonja Rohlfing. Normal läuft derzeit nichts im Sport – das gilt auch für Reiter, Fahrer und Voltigierer. Der sportliche Regelbetrieb auf den Reitanlagen ist eingestellt. Dennoch müssen die Pferde angemessen versorgt werden und ausreichend Bewegung erhalten. Das ist eine Herausforderung. Je nach Schwerpunkt des Vereins oder Betriebs sind die Probleme unterschiedlich gelagert.

„Wir müssen auf das Tierwohl achten. Das gebietet das Tierschutzgesetz. Natürlich nach den gebührenden, ab jetzt noch strengeren Regeln“, verdeutlicht Christine Runge vom RFV Maasen-Sulingen. Der Verein habe auch sofort reagiert. Ein Betreten der Anlage sei nur noch berechtigten Personen erlaubt. Diese seien auf die Hygienemaßnahmen und Mindestabstände hingewiesen worden. Zusätzlich würden auch Anwesenheitslisten mit Namen und Uhrzeiten geführt.

Der RFV Maasen-Sulingen hat Verantwortung für die Pensionspferde seiner Einstaller, Berittpferde in der Ausbildung und rund zehn Schulpferde. Seit Montag dürfen noch weniger Personen gleichzeitig auf die Anlage. „Bislang war die Position der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), dass sich maximal vier Personen gleichzeitig in der Reithalle befinden dürfen – bei einer Reitfläche von 20 mal 40 Metern. Jetzt sind es nur noch zwei Personen. Das ist wenig“, sagt Marina Lange, Vorsitzende des RFV Maasen-Sulingen. „Wir haben bislang schon Pläne geschrieben, wer wann auf der Anlage sein darf. Diese werden wir jetzt noch einmal überarbeiten müssen.“

Vom Pferdesportverband Hannover und der FN fühlt sich der Verein gut informiert. „Wir sind nicht allein gelassen. Die Dachverbände haben gut vorgearbeitet, Empfehlungen und Leitlinien ausgesprochen und sich bei den zuständigen Behörden und Ministerien für unsere Belange stark gemacht“, erklärt Runge.

Zu einer artgerechten Versorgung der Pferde gehört täglich mehrstündige freie und kontrollierte Bewegung. Gemeint ist damit ein Mix aus Auslauf auf dem Paddock oder der Weide sowie Arbeit unter dem Sattel oder an der Longe. Runge übernimmt beim RFV Maasen-Sulingen mit einem Helfer das Füttern der Tiere und die Stallarbeit. Sie lässt die Vierbeiner zur freien Bewegung auf die Wiese. Die Besitzer beziehungsweise die Reitbeteiligungen sind für die kontrollierte Bewegung zuständig.

„Wir haben keine Einstaller, keinen Reitschulbetrieb und keinen täglichen Publikumsverkehr“, sagt Silke Schwierking. Auf dem Familienbetrieb in Barver werden in dritter Generation Pferde gezüchtet und ausgebildet: „Das geht bei uns normal weiter. Sollten Mitarbeiter krank werden, können wir es innerhalb der Familie auffangen.“ Darum seien sie derzeit noch in einer relativ glücklichen Lage. Teil der Basisarbeit sei es, die Pferde an den Turniersport heranzuführen. „Jungpferdeprüfungen und Championate sind Bestandteil der Ausbildung“, erläutert Schwierking. Das fällt bis auf weiteres weg.

Größer ist die Sorge vor dem Danach. Kommen die Kunden wieder? Was ist mit den Käufern aus dem Ausland? Laufen die Auktionen? Wird es im Herbst die Hengstkörungen geben? Hinter all dem stünden Fragezeichen. „Pferde von uns sind zur Elite-Auktion des Oldenburger Verbandes zugelassen“, berichtet Schwierking. Geplant ist diese jetzt als Online-Auktion. Ob sich überhaupt Käufer finden oder sich in der derzeitigen Situation alle zurückhalten werden, auch das fragt sich die Familie. Schwierking: „Wir hoffen, dass ab Sommer wieder vieles geregelt läuft.“

Auch der RFV Maasen-Sulingen hofft wieder auf Normalität. Finanzielle Einbußen zeichnen sich bis dahin ab. „Die Pferde fressen weiter, aber es kommt ja nichts mehr an Einnahmen rein“, verdeutlichen Lange: „Das Finanzielle ist aber zweitranging. An erster Stelle steht, dass die Ansteckung eingedämmt wird.“

Die Vereinsmitglieder hielten über WhatsApp-Gruppen ständig Kontakt zueinander. „Wir sind ein großer Verein und halten zusammen“, betont Runge. Die derzeitige Situation habe die Mitglieder mehr zusammengeschweißt, stellt sie fest: „Wir erleben eine große Hilfsbereitschaft untereinander.“

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