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Anton: „Ich bin sehr enttäuscht“

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Von: Julian Diekmann

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Wird von Stephan Rudolph ersetzt: Vilsens Ex-Coach Gerd Anton.
Wird von Stephan Rudolph ersetzt: Vilsens Ex-Coach Gerd Anton. © Westermann

Eigentlich war schon alles klar. „Wir haben bereits im Dezember vereinbart, dass wir die Zusammenarbeit mit Gerd Anton auch in der kommenden Saison fortführen“, sagt Jan-Christoph Beste. „Da Marc Klitzke, Sascha Ludwig und Sebastian Slembeck aufhören, sollte Gerd den Umbruch einleiten“, so der Abteilungsleiter des Handball-Landesklassen-Clubs HSG Bruchhausen-Vilsen. Doch daraus wird nichts mehr.

Bruchhausen-Vilsen – Kurz vor der am Donnerstag startenden Platzierungsrunde (Spiel bei der SG Buntentor/Neustadt) hat Beste den HSG-Trainer von seinen Aufgaben entbunden. „Gerd ist nicht mehr Trainer der ersten Männermannschaft“, bestätigt der Spartenleiter.

Hintergrund der Entlassung ist ein kürzlich erschienener Artikel in dieser Zeitung, in dem Anton erklärt hatte, dass ihm Anfragen von anderen Vereinen vorlägen und er sich noch nicht entschieden habe, ob er in Bruchhausen-Vilsen verlängert. Kurz nach der Veröffentlichung erhielt Anton die Kündigung von Beste.

„Ich bin natürlich sehr enttäuscht“, sagt Anton, als er von dieser Zeitung auf seine Entlassung angesprochen wird: „Ich wollte erst noch ein Gespräch mit der Mannschaft abwarten, bevor ich meine Zusage gebe. Einen Tag danach ist dann der Artikel erschienen, in dem aber auch nichts Böses drinsteht. Ich habe lediglich Anfragen von anderen Clubs erhalten, die wissen wollten, ob ich für die kommende Spielzeit zur Verfügung stehe. Mehr nicht. Ich habe allen Anfragen eine Absage erteilt“, schildert der ehemalige HSG-Coach: „Ich bin in dem Artikel etwas unglücklich weggekommen. Trotzdem habe ich nichts Falsches gesagt. Für mich ist die Kündigung nicht nachvollziehbar.“

Stephan Rudolph übernimmt

Für Gerd Anton übernimmt interimsweise Stephan Rudolph. „Er hat zuvor unsere Zweite trainiert. Als Bindeglied zwischen der ersten und zweiten Mannschaft kennt er das Team bereits und hat in der Vergangenheit schon einige Trainingseinheiten geleitet. Er ist sehr versiert“, sagt Abteilungsleiter Jan-Christoph Beste. Aktuell schraubt der 37-Jährige mit Oberliga-Erfahrung an seiner C-Lizenz. In seiner aktiven Laufbahn lief Rudolph unter anderem für den TV Grambke-Bremen auf.

Jedoch hat der Artikel bei Beste „für eine deutliche Verstimmung“ gesorgt. Kurz nach dem Erscheinen und dem positiven Gespräch mit der Mannschaft, die sich dafür aussprach, mit Anton weiterzumachen, gab der Coach in der Kreiszeitung dann seine Vertragsverlängerung bekannt. Doch auch dieser Artikel sorgte beim Spartenleiter „für Verwirrung. Dort stand geschrieben, dass er vom Verein mehrfache Anrufe erhalten habe, weiterzumachen. Und deswegen seine Zusage gegeben hat.“ Was laut Beste so nicht stimmt: „Ich habe lediglich einen Anruf getätigt, in dem ich erklärt habe, dass ich mit dem zuvor erschienen Artikel nicht einverstanden bin.“

Somit sah sich Beste zum Handeln gezwungen. „Gerd war natürlich überrascht. Er hat es nicht kommen sehen. Es war für beide Seiten unangenehm. Immerhin ist Gerd schon seit sechs Jahren Trainer bei uns. Wir waren auch nie unzufrieden mit seiner Arbeit. Er hat immer gutes Training gemacht. Aber in der Situation mussten wir als Verein reagieren“, bekräftigt der Abteilungsleiter: „Gewisse Dinge können wir als Vorstand nicht herunterschlucken. Der Club steht im Vordergrund.“

Sehr zum Leidwesen von Anton: „Ich finde es absurd. Ich habe in den Artikeln nichts Schlechtes über die HSG Bruchhausen-Vilsen gesagt. Geschweige denn, dass ich bei anderen Vereinen zugesagt hätte. Am Ende ist nichts passiert. Doch jetzt stehe ich wie ein Trottel da.“

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