Anna-Lena Freese genießt ihre ersten WM-Eindrücke in Peking

Bereit für die große Bühne

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Anna-Lena Freese erlebt abseits ihrer Heimat die Extreme. Zunächst ging‘s mit dem DLV-Team für ein paar Tage in die südkoreanische Provinz, derzeit ist sie in der Boom-City Peking.

Peking/Brinkum - Von Daniel Wiechert. Eines vermisst Anna-Lena Freese dann doch. „Wasser mit Kohlensäure“, sagt die Sprinterin mit einem Lachen. Manchmal reichen drei Worte, um alles zu sagen.

Die 21-Jährige fühlt sich wohl, macht einen entspannten Eindruck, dabei steht die Athletin des FTSV Jahn Brinkum womöglich vor ihrem Debüt auf der großen Bühne ihres Sports: Weltmeisterschaften. In der Weltmetropole Peking. Im weltbekannten „Vogelnest“-Stadion.

Jenes Olympia-Rund von 2008, das 80000 Zuschauer fasst, aber durch die verzweigte Dachstruktur fast behütend daherkommt, wenn es im Dunkeln in warmen Orange- und Rosa-Tönen erstrahlt. So wirkt es im Fernsehen, aber nicht aus der Nähe. „Ich dachte nur: Wow, wie groß ist das denn?!“, berichtete Anna-Lena Freese nach ihrem ersten Besuch vor einer Woche, beim Startertraining. Chinesischer Gigantismus.

Der Gegenentwurf zur ovalförmigen Insel Jeju. Auf dem südkoreanischen Eiland war Freese zuvor mit dem DLV-Team ein paar Tage zur Akklimatisierung. Neben Staffeltraining blieb auch Zeit für Freizeit. Mit den Staffel-Kolleginnen Rebekka Haase, Gina Lückenkemper, Yasmin Kwadwo und Alexandra Burghardt ging‘s unter anderem zu den Jeongbang Wasserfällen. „Da war es total idyllisch, wir waren ein paar Tage unter uns. Hier in Peking herrscht dagegen jetzt schon richtig Trubel, man merkt, dass WM ist“, sagte Freese kurz nach ihrer Ankunft in der chinesischen Hauptstadt, die sich seit Tagen wettermäßig von ihrer schönsten Seite zeigt: „Ich hatte vorher ja echt schon Bedenken, dass man durch den ganzen Dunst die Sonne gar nicht erst zu Gesicht bekommt. Doch jetzt habe ich sogar schon ein bisschen Farbe abbekommen.“

Allerdings hat sie auch schon mit einer weniger schönen Seite der Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt Bekanntschaft gemacht – dem berühmt-berüchtigten Straßenverkehr: „Wir wollten eigentlich mit dem Bus zum Staffeltraining fahren. Als der ausfiel, haben wir ein Taxi genommen, das hat aber ewig gedauert...“

„Man lernt sich im Team immer besser kennen“

Erfreulicher sind ihre Eindrücke vom Athleten-Hotel, in dem knapp 1000 Athleten für die WM-Woche eingecheckt haben. „Es ist riesig, fast alle Nationen sind hier untergebracht“, sagt Freese. Die 21-Jährige ist mit Gina Lückenkemper auf dem Zimmer, dem 18-jährigen Team-Küken, das nebenbei für ihr Abitur paukt. „Man lernt sich im Team immer besser kennen, merkt, wie die anderen ticken“, sagt Freese. Für beide ist es Neuland, dass ihnen täglich Promis über den Weg laufen. Beispielsweise Christophe Lemaitre, französischer Sprint-Star. „Ich kenn‘ die ja alle nur aus dem Fernseher, und dann sitzt der jetzt hier beim Frühstück“, sagt Freese ungläubig: „Aber letztlich sind es eben auch nur Menschen.“

Kleiner Ausflug mit den Staffelmädels zu den Jeongbang Waterfalls

Ein von Rebekka Haase (@rebekka.haase) gepostetes Foto am

Wohl wahr. Aber die besten ihrer Sport-Zunft. Und die Brinkumerin ist auf dem Weg, in diesen Elite-Zirkel einzudringen. Morgen früh um 6.00 Uhr unserer Zeit (12.00 Uhr in Peking) steht der Vorlauf der 4x100-Meter-Staffel an, im besten Fall gibt‘s um 14.50 Uhr den Finallauf. Noch hat Sprint-Bundestrainer Ronald Stein nicht das Geheimnis der Startaufstellung gelüftet, theoretisch könnte er sich dafür bis kurz vor dem Start Zeit lassen.

Falls Freese läuft, dann wahrscheinlich an Position zwei. „Anna hat sich das ganze Spektakel in Peking in den letzten Tagen angeschaut“, sagt Björn Sterzel, ihr Stützpunkttrainer in Hannover. Durch die Eindrücke habe sie Blut geleckt. „Sie ist euphorisch, würde natürlich selbst gerne auf die Bahn dürfen.“

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