Barnstorf gibt 17:12-Führung aus der Hand und spielt nur Remis / „Gefühlte Niederlage“

Angst essen Seele auf

Bester Barnstorfer Werfer: Lars von Kamp (beim Wurf) erzielte beim Remis gegen Achim/Baden fünf Treffer.

Diepholz - Von Gerd Töbelmann. Keeper Donatas Biras lehnte nach dem Match an der Bande, nuckelte am Samstag recht lustlos an einem Bierchen und unterhielt sich mit seinem ehemaligen Teamkollegen Tomas Lenkevicius. Beiden war die Laune verhagelt, denn im Kellerduell der Handball-Oberliga gegen Schlusslicht SG Achim/Baden führte Gastgeber HSG Barnstorf/Diepholz in der Diepholzer Mühlenkamp-Halle schon mit 17:12. Doch am Ende sprang beim 19:19 (8:8) nur ein mageres Pünktchen heraus. „Die Gegenstoßtore am Ende hätte man mit allen Mitteln vermeiden müssen. Da haben sich die Jungs nicht clever angestellt“, meinte Ex-Abwehrchef Lenkevicius. An Biras lag es jedenfalls nicht, denn der Litauer war mit knapp 20 gehaltenen Bällen mit Abstand der beste HSG-Spieler.

Auf dem Feld konnten seine Vorderleute daran nicht im geringsten anknüpfen. Bei einigen Aktionen war offenbar die pure Angst vor einem Ballverlust oder Fehlwurf mit im Spiel. Selbst bei einfachsten Kombinationen landete der Ball viel zu oft nicht beim Mitspieler. Da half es nur wenig, dass Barnstorfs Trainer Dag Rieken zumindest über seine Abwehr nichts Böses sagen konnte: „Das war insgesamt in Ordnung.“ Okay. 19 Gegentreffer sind wirklich nicht viel. Das lag zum Teil aber auch daran, dass auch die Kreisverdener in der Offensive unglaublich viele Stockfehler produzierten. Wie Biras bei Barnstorf so war auch bei Achim/Baden Keeper Arne von Seelen der beste Mann in seiner Truppe.

Die nur 150 Zuschauer rieben sich lange Zeit verwundert die Augen. Nur 16 Tore in der ersten Halbzeit waren schon kurios. Und nach der Pause dauerte es geschlagene sechs Minuten bis ein weiterer Treffer fiel.

So nach und nach bogen die Gastgeber jedoch scheinbar auf die Siegerstraße ein. Aus einem 12:11 (46.) wurde bis zur 55. Minute ein eigentlich sicheres 17:12. Fünf Tore Vorsprung in einem Match, das nicht gerade reich an Toren war – das sollte doch für Barnstorf langen, um nach dem Sieg in Beckdorf einen weiteren Schritt raus aus dem Keller zu machen.

Pustekuchen. „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie in dieser Phase nicht aufgesteckt hat“, meinte Achims Coach Tobias Naumann. Und sein Team kam Tor um Tor näher. Die Barnstorfer Fans witterten aber noch kein Ungemach, denn gut zwei Minuten vor dem Ende erzielte Jan Linné das Tor zum 19:16. „Da habe ich nicht mehr an ein Remis geglaubt“, meinte Naumann.

Doch der Vorsprung beruhigte die Barnstorfer Aktionen in keinster Weise. 19:17 (59.) und 19:18 (60.) – der Krimi nahm seinen Lauf. Fünf Sekunden vor dem Ende hätte Marko Pernar alles regeln können, scheiterte aber freistehend an von Seelen. Achims Keeper passte zu Mohamad Sibahi, der quasi mit dem Abpfiff das von Achim umjubelte 19:19 erzielte – und dabei den tapferen Biras auch noch getunnelt hatte.

Klar, dass bei den Barnstorfern die Laune so trist wie nasskaltes November-Wetter war. Lars von Kamp, mit fünf Toren Barnstorfs bester Werfer, erklärte: „Das fühlt sich heute Abend wie eine Niederlage an. Wir müssen das am Ende viel cleverer spielen und die Bälle nicht planlos wegwerfen, sodass Achim/Baden zu recht einfachen Toren gekommen ist.“

Und der gefrustete Rieken fügte im Wissen der fast 30 vergebenen Würfe noch hinzu: „Das ist natürlich viel zu viel. Wir waren im Abschluss viel zu hektisch.“

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