TSV Bramstedt wehrt sich im Bezirkspokal lange

2:1 – André Heyer trifft für Diepholz direkt nach Einwechslung

Christian Hardemann (rechts) – hier verfolgt von Tobias Heinsen – verschoss einen Foulelfmeter für die SG Diepholz.
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Christian Hardemann (rechts) – hier verfolgt von Tobias Heinsen – verschoss einen Foulelfmeter für die SG Diepholz.

Bramstedt - Von Arne Flügge. Es dauerte gefühlt nur 30 Sekunden: André Heyer betrat in der 66. Minute den Platz, lief nach vorn auf die rechte Seite, als plötzlich eine maßgeschneiderte Flanke von Thomke Dießelberg in den Strafraum segelte. Heyer stieg hoch und köpfte den Ball genau in den rechten oberen Winkel.

Es war die späte 1:0-Führung von Fußball-Bezirksligist SG Diepholz in der ersten Bezirkspokalrunde bei Kreispokalsieger und Kreisligist TSV Bramstedt. Und es war der Brustlöser für die Gäste, die sich gegen tapfer kämpfende Hausherren schwer taten und am Ende auch nur hauchdünn mit 2:1 gewannen.

Kreisligist startet mutig

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, musste SGD-Trainer Frank Heyer erstmal tief durchatmen: „Kompliment an Bramstedt. Sie haben uns alles abverlangt. Sie wollten uns ärgern, und das haben sie getan.“ Sascha Feldt war natürlich etwas geknickt, schließlich hatte sein Team lange Zeit an der Überraschung geschnuppert. „Wir haben gekämpft und bis zuletzt alles versucht“, sagte Bramstedts Coach. Er räumte aber auch angesichts einer Vielzahl von Diepholzer Chancen in den Schlussminuten ein: „Am Ende ist der Sieg des Gegners mit einem Tor Unterschied auch durchaus verdient.“

Bramstedt hatte sehr mutig begonnen. Nach nur drei Minuten traf Alexander Matissek nur das Außennetz, fünf Minuten später schloss Iven Lehner nach einem katastrophalen Ballverlust von Athansios Milios im Mittelfeld aus vielversprechender Position zu überhastet ab. „Wir hätten nach zehn Minuten schon 2:0 führen können“, haderte Feldt.

Diepholz: Leichtsinnig und phlegmatisch 

In der 17. Minute hatte dann Diepholz den Torschrei auf den Lippen, doch nach einem satten Schuss von Christian Hardemann kratzte TSV-Verteidiger Tristan Godesberg die „Pille“ mit einem artistischen Flugkopfball von der Linie. Allein diese Aktion war schon das Eintrittsgeld wert! Es war die auffälligste Phase des ersten Durchgangs, zumal Bramstedts Keeper Deniz Ersöz nach einem Kopfball von Christian Bußmann stark reagierte und das 0:1 verhinderte.

Ansonsten war beim Favoriten aber sehr viel Sand im Getriebe. Fehlpässe im Spielaufbau luden die Gastgeber immer wieder zu Kontern ein. Und Bramstedt ließ sich auch nicht herauslocken, spielte sehr leidenschaftlich, war zudem defensiv gut geordnet und diszipliniert. „Sie haben richtig stark verteidigt“, lobte SGD-Coach Heyer den Gegner. An seiner Mannschaft indes sparte er nicht mit Kritik: „Wir haben keine Laufbereitschaft gezeigt. Da war mir zu wenig Bewegung im Spiel, weshalb wir auch kaum Anspielstationen gefunden haben. Außerdem sind wir zu selten hinter die Abwehr gekommen, waren zu phlegmatisch.“ Und dann auch noch zu leichtsinning: In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs setzte Christian Hardemann einen schwach geschossenen Foulelfmeter am Tor vorbei.

„Viel Luft nach oben“

Auch nach dem Wechsel tat sich Diepholz weiter schwer, obwohl Bramstedt „nicht mehr ganz so präsent“ war, wie Trainer Feldt fand. Dennoch hatten die Gäste auch weiterhin nicht die spielerischen Mittel, um ernsthaft für Gefahr zu sorgen. „Irgendwas musste ich tun“, sagte Coach Heyer. Er brachte seinen Bruder André für die vorderste Linie – und die gefühlten 30 Sekunden später hieß es 1:0. „Das war schon unglaublich. So ein schnelles Ding habe ich noch nie erzielt“, strahlte der Torschütze, immerhin nicht gerade mehr ein Jungspund im Diepholzer Team.

Doch anstatt mit der Führung im Rücken nun das Heft in die Hand zu nehmen, überließen die Kreisstädter dem Gegner die Initiative. „Wir waren nach dem 1:0 zu passiv“, ärgerte sich Frank Heyer. Die Strafe folgte auf dem Fuß: Alexander Matissek glich in der 73. Minute mit einem strammen Nachschuss nach Vorarbeit von Marlo Raschdorf zum 1:1 aus.

In einer nun ziemlich hektischen Schlussphase mit vielen Fouls und einigen verbalen Attacken auf beiden Seiten hatte der Favorit schließlich doch noch das bessere Ende für sich: Christian Bußmann fasste sich einfach mal ein Herz und knallte den Ball nach Vorarbeit von Jakub Dalba von der Strafraumgrenze unhaltbar für TSV-Keeper Ersöz zum 2:1-Siegtreffer (81.) in die Maschen. Fazit Heyer: „Es ist trotzdem noch viel Luft nach oben.“

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