Bremer FV: Alle Spiele im Verbands- und Stadtgebiet abgesagt / Brinkums Gabel frustriert

Am Wochenende ruht der Ball

Steht mit Brinkum an der Spitze der Bremen-Liga und hätte gern weitergespielt: Trainer Mike Gabel.
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Steht mit Brinkum an der Spitze der Bremen-Liga und hätte gern weitergespielt: Trainer Mike Gabel.

Bremen – Plötzlich ging es ganz schnell: Der Bremer Fußball-Verband (BFV) setzt seinen Spielbetrieb auf Verbandsebene und im Stadtgebiet Bremen an diesem Wochenende und in der kommenden Woche aus. Grund dafür ist der weitere Anstieg der Corona-Infektionen. Mitte der kommenden Woche soll das weitere Vorgehen mit allen Vereinen abgestimmt werden. Dann wird entschieden, ob und wie lange eventuell noch unterbrochen wird.

Der BFV schreibt in seiner Presseerklärung, dass es nun gelte, in Zukunft angemessen zu reagieren, das erfolge gemeinsam mit den Vereinen. Auf einer Videokonferenz am Mittwochabend habe es kein einheitliches Meinungsbild seitens der Vereine gegeben. Deshalb wurde erst einmal nur dieses Wochenende, aber noch nicht das darauffolgende, gestrichen. Partien, die unter der Woche angesetzt sind, finden nicht statt.

„Wir werden in der kommenden Woche den Dialog mit allen Vereinen suchen und dann entscheiden, wie wir verfahren“, sagt BFV-Pressesprecher Oliver Baumgart. Derzeit scheint vieles möglich: Eine Verlängerung der Unterbrechung oder sogar die Aussetzung aller Spiele bis zum Jahresende. Das hätte zur Folge, dass dann wohl in den Klassen nur die Hinrunde gespielt werden würde, die dann im Frühjahr fortgesetzt werden würde. Diesen massiven Eingriff in den Spielbetrieb hatte sich die BFV-Führung bereits beim außerordentlichen Verbandstag vor einigen Monaten genehmigen lassen.

Betroffen von der Absage sind auch die Pokalspiele der Männer und Frauen, die am Wochenende (Frauen) oder am Dienstag (Männer) über die Bühne gehen sollten.

Der Verband schildert, dass Untersuchungen im Auftrag der Deutschen Fußball-Liga und des niederländischen Verbandes ergeben hätten, dass während des Fußballspiels die Dauer der engen Kontakte so kurz sei, dass es auf dem Spielfeld kaum zu Infektionen kommen könne.

Nichtsdestotrotz gibt es derzeit auch im Amateurfußball eine erhöhte Anzahl an Infizierten oder sich in Quarantäne befindlichen Personen. Speziell die umfangreichen Quarantänemaßnahmen bereiten den Vereinen dabei zunehmend Schwierigkeiten, leistungsfähige Mannschaften auf die Spielfelder zu schicken. Dadurch ist ein fairer Wettbewerb zunehmend gefährdet.

„Ich habe Verständnis dafür, dass der Verband eine komplette Spielpause angeordnet hat“, betont Dennis Lingnau. Hätte man nur einzelne Teams herausgenommen, „wäre ein Flickenteppich entstanden“, führt der Trainer des Landesligisten SC Weyhe aus. Lingnau hofft nur, dass die Pause nicht allzu lang wird: Dann werde schwierig, „die Jungs bei Laune zu halten“.

Für Lars Behrens war es „nur eine Frage der Zeit, bis eine Liga-Unterbrechung auf uns zukommt“, sagt der Trainer des Landesligisten TSV Melchiorshausen: „Ich bin froh über jedes Wochenende, an dem wir bereits gespielt haben.“ Gerade für die Teams aus Bremerhaven, die ihre Spiele gegen Clubs aus dem Risikogebiet Bremen austragen müssen, zeigt Behrens Verständnis: „Es ist doch klar, dass sie sich Gedanken machen.“ Mike Gabel reagierte dagegen gefrustet ob des Stopps. „Ich finde es schade“, betonte der Coach des Bremen-Ligisten Brinkumer SV: „Ich akzeptiere die Entscheidung. Aber wir sollten uns Gedanken machen, wie wir langfristig mit der Thematik umgehen. Das Virus wird nicht verschwinden, wir müssen anfangen, damit zu leben.“

Nicht betroffen davon ist das Regionalliga-Heimspiel der C-Junioren des JFV Weyhe-Stuhr gegen den FC St. Pauli am Samstag. „Wir fallen unter die Regularien des norddeutschen Verbandes. Deshalb gehe ich davon aus, dass wir spielen“, meinte der sportliche Leiter des Teams, Thorsten Wirth.

Rainer Dismer, Weyhes A-Junioren-Trainer, meint: „Die Absage verstehe ich total. Ich begrüße es sogar, den Spielbetrieb länger einzustellen – nur zu trainieren.“ Das sieht Rolf Schwenke anders. Unter fehlender Wettkampfperspektive würde auch das Training leiden. Der Coach des Frauen Verbandsligisten SC Weyhe findet es „schade, dass jetzt wieder heruntergefahren wird“. Er glaubt, dass sich die Schutz- und Hygienevorschriften der Vereine bewährt hätten. bfv/wie/töb

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