Neue Serie – „Mein Fußball“

Heiligenfeldes Björn Isensee: Alles unkompliziert – einfach „Isy“

Björn Isensee zeigt auf der Sportanlage des SV Heiligenfelde, die er bequem zu Fuß erreichen kann, ein Jersey von Borussia Dortmund aus der Saison 1996/97 – als „sein“ BVB sensationell die Champions League gewann.
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Aktueller Verein und erstes Trikot: Björn Isensee zeigt auf der Sportanlage des SV Heiligenfelde, die er bequem zu Fuß erreichen kann, ein Jersey von Borussia Dortmund aus der Saison 1996/97 – als „sein“ BVB sensationell die Champions League gewann.

Wer kennt sie nicht, die beliebten Freundebücher aus Schule und Kindergarten? Mittels dieser Büchlein, die meistens in der ganzen Gruppe nach und nach die Runde machten, lernte man die anderen Kinder noch besser kennen – und erfuhr, was sie mögen. Und was nicht. Mit unserer neuen Rubrik wollen wir exakt da ansetzen. Allerdings geht es nicht um das Lieblingsessen, die Lieblingsfarbe oder den Lieblingssuperhelden – sondern um Fußball. Spieler aus unserer Region verraten in „Mein Fußball“ ihre ganz persönlichen Highlights. Ihre beste Spiele. Ihre schönsten Tore. Ihre bittersten Niederlagen. Ihre unangenehmsten Gegenspieler. Ihre schönsten Stadionerlebnisse. Und so weiter. Den Anfang macht heute Björn Isensee vom Bezirksligisten SV Heiligenfelde.

Heiligenfelde – Wenn das Wetter gut ist, geht Björn Isensee gerne mal zu Fuß zum Fußball: „Nur bei Regen muss es nicht unbedingt sein.“ Der 30-Jährige wohnt nur etwa 300 Meter Luftlinie entfernt von der Sportanlage seines SV Heiligenfelde. Als erster Kandidat unserer neuen Serie „Mein Fußball“ ist der Allrounder bestens vorbereitet, hat sogar die genauen Daten seines schönsten Sieges und seiner bittersten Niederlage rausgesucht: „Die Tage wusste ich nicht mehr, die Jahre aber schon.“ Sehr gut erinnern kann er sich auch noch an seinen ersten Stadionbesuch – bei seinem Lieblingsclub in Dortmund. Und an vieles mehr.

Name: Björn Isensee

Verein: SV Heiligenfelde

Alter: 30

Größe: 1,80 Meter

Position: Zentrales Mittelfeld: Achter, Zehner, am liebsten Sechser – Hauptsache zentral, da ist am meisten los.

Beruf: Technology Consultant, ich bin als System-Ingenieur für mehrere Arbeitgeber tätig, außerdem bei einem „Start up“-Unternehmen dabei.

Meine Hobbys: Fußball, Software entwickeln, Strategiespiele – zum Beispiel „Risiko“, das ist überragend gut. Ich mache gerne Sachen, bei denen ich meine grauen Zellen anstrengen muss. Nur Serien zu gucken, ist nicht so mein Ding.

Mein Spitzname: „Isy“, kommt von Isensee und ist auch ein Ausdruck dafür, dass mit mir einfach alles ganz einfach und unkompliziert sein soll. Als Erster hat mich mein damaliger A-Jugendtrainer Horst Hickmann so genannt.

Meine größte Stärke: Vielseitig einsetzbar – ein Allrounder.

Meine größte Schwäche: Taktische Fouls (ich foule in dieser Hinsicht zu wenig) . . .

Meine Lieblingstore: Eigenes: Wir waren gegen Bassum mal ab der 20. Minute in Unterzahl. Mit einem Distanzschuss aus 25 Metern in den Winkel ist mir das 1:0-Siegtor gelungen. Der Torwart hat nicht mal gezuckt – klassischer Sonntagsschuss.
Aus dem Profibereich: Ronaldinhos Tor gegen Villarreal. Erst die Brustannahme, dann der Fallrückzieher. Daran erinnere ich mich auch nach x-Jahren noch bestens.

Mein schönster Sieg: Am 25. April 2016 gegen Landesbergen. Nach einer längeren Durststrecke wollten wir gegen diese Mannschaft endlich mal wieder gewinnen. Das Spiel hatte alles. Wir lagen zweimal zurück. „Macky“ (Tobias Marquardt, d. Red.) erzielte das einzige Kopfballtor, an das ich mich von ihm erinnern kann – und dann auch noch per Flugkopfball zum zwischenzeitlichen 1:1. Joshua Brandhoff glich spät zum 2:2 aus. Und nach einer Freistoßflanke von Tobias Dickmann habe ich nach Abwehr der Landesberger an der Sechzehnerkante das Leder kontrolliert und per Volleyschuss in den Winkel gehauen – das war das 3:2 für uns in letzter Sekunde. Solche Last-Minute-Siege sind einfach die schönsten!

Mein bestes Spiel: Am 24. Oktober 2016 gegen den SC Uchte. Ich war angeschlagen, hatte die ganze Woche nicht trainiert – und nach drei hervorragenden Vorlagen habe ich dreimal getroffen. Wir gewannen mit 3:1.

Meine bitterste Pleite: Am 20. März 2016 gegen den SV BE Steimbke – wir haben mit 2:3 verloren. Steimbke war Erster und hatte drei, vier Punkte Vorsprung vor uns auf Platz zwei. Wir sind mit breiter Brust angereist und hatten sogar extra viele Fans dabei. Nach dem 0:1 haben wir ausgeglichen und sind dann in Führung gegangen. Das 2:2 war dann eine verunglückte Flanke. Anschließend gab es noch Gelb-Rot gegen uns – und das entscheidende 2:3. Für uns war es ein Knackpunkt in der Saison, danach haben wir, glaube ich, drei oder vier Spiele in Folge verloren und waren raus aus dem Meisterrennen.

Mein bester Mitspieler: Janek Piontek! Geschwindigkeit, Technik, Übersicht und Torabschluss sind einfach überragend. Einziger Wermutstropfen ist seine Verletzungsanfälligkeit. Er fälllt leider zu oft aus.

Mein härtester Gegner: Jannis Könenkamp! Da gibt‘s fast in jedem Training blaue Flecken  . . .

Meine Lieblingsschuhe: Nike Total 90 III (Größe 43).

Mein wichtigster Pokal: Bezirksliga-Aufstiegsmedaille mit dem SV Heiligenfelde, dazu noch die A-Jugendmeisterschafts- und Kreishallenmeisterschaftsmedaille.

Mein Lieblingsverein: Borussia Dortmund. Mein Onkel war Dortmund-Fan, mein Vater ist Schalke-Fan. Die Karten für den BVB waren damals etwas eher da, deshalb bin ich zuerst dort im Stadion gewesen. Und das hat mich geprägt.

Mein Lieblingsspieler: Der Brasilianer Ronaldinho – Spielfreude und Technik waren einfach überragend. Und seine Ballbehandlung – ein Traum. Tomas Rosicky fand ich während seiner Dortmunder Zeit auch immer gut, aber an Ronaldinho kommt niemand ran. Nach wie vor.

Mein Lieblingsfanartikel: Ein BVB-Kindertrikot aus der Saison 1996/1997, als Dortmund die Champions League gewann. Mein Opa hat es mir geschenkt, es war mein erstes Trikot. Als ich sieben Jahre später zum ersten Mal im Stadion war, habe ich mich da noch reingezwängt (lacht). Es hat ein bisschen gespannt, aber es ging . . .

Mein Stadionhighlight: 30. Oktober 2004: Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen. Ein 1:0 und mein erster Besuch im Westfalenstadion mit meinem Vater und meinem Onkel. Wir saßen direkt neben der Südtribüne – das war sehr imposant. Diese riesige Kulisse nimmt einen direkt mit.

Mein Lieblingsfilm: Captain Tsubasa, für mich war er einer der Helden meiner Kindheit. Das ist eine Zeichentrickserie über einen jungen japanischen Fußballer, die seine Entwicklung begleitet – und mit der WM 2002 in Japan und Südkorea endet. Meine Freunde und ich haben da immer sehr mitgefiebert.

Mein Lieblingslied: „Ein Grabstein“ in der SVH-Version von Jörg Spalkhaver. Ich staune immer wieder, wie jemand ein so lautes Organ haben kann. Und natürlich die „Humba“ von Daniel Köhler.

Mein schrägstes Erlebnis: Mit dem SV Heiligenfelde im Jahr 2012 mit 0:7 gegen den SV Werder Bremen zu verlieren und von den Fans und Jugendlichen gefeiert zu werden, als hätten wir gerade die Champions League gewonnen. Das war wirklich toll. Und unser Torwart Christian Gerlach hat überragend gehalten, sonst hätten wir doppelt so viele Gegentore bekommen.

Meine „Macke“: Wenn ich beim Aufwärmen drei von drei Distanzschüssen versenke, treffe ich auch im Spiel. Da habe ich eine Erfolgsquote von ungefähr 80 Prozent.

Mein EM-Titelfavorit: Ich sage England! Die haben ein geiles, erfolghungriges, junges Team. Im Champions-League-Finale wirbelten ja einige von ihnen herum. Und der BVB hat schließlich auch zwei solcher Kandidaten – Jadon Sancho und Jude Bellingham.

Unvergesslich: Im Oktober 2012 spielte Björn Isensee (2. v.r.) mit seinem SV Heiligenfelde gegen Werder Bremen. Zwar verlor der Kreisligist gegen den Bundesliga-Club mit 0:7 – dennoch wurden die SVH-Spieler groß abgefeiert.

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