START IN DIE SAISON: Alles aus Liebe

Schwierking ist fußballverrückt – auf jeglichen Ebenen

Team Rasenpflege: Phil Schwierking (2.v.l.) ist gemeinsam mit Christian Gruhn (l.), Marco Babilon und Steffen Winkler (r.) für das Grün beim TSV Wetschen zuständig. Foto: meyer
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Team Rasenpflege: Phil Schwierking (2.v.l.) ist gemeinsam mit Christian Gruhn (l.), Marco Babilon und Steffen Winkler (r.) für das Grün beim TSV Wetschen zuständig.

Wetschen - Wer Phil Schwierking treffen will, muss nicht zwingend einen Termin vereinbaren. Ein Besuch am Sportplatz genügt oft. So auch an diesem wolkenverhangenen Julinachmittag.

Schwierking lümmelt vornübergebeugt an einem Stehtisch auf dem Gelände des TSV Wetschen, bevor er zur Begrüßung höflich die Hand reicht. Fester Druck, freundliches Lächeln. Im Hintergrund zischen die Rasensprenger. Wer mit Schwierking spricht, schaut nach oben. Knapp zwei Meter hoch. Ein Blick nach unten lohnt aber auch, um direkt etwas über ihn zu erfahren. Zwischen Badelatschen (natürlich mit TSV-Logo) und Stutzen haben sich nasse Grashalme verfangen. 

In einer Stunde ist Training. Doch der 22-Jährige ist schon länger hier. Der Bezirksliga-Verteidiger kümmert sich schließlich auch um den Rasen. Und wie. „Meine Freundin sagt auch schon: ,Phil, du hast sie nicht mehr alle. Während normale Leute abends auf dem Sofa Netflix-Serien schauen, guckst du dir Youtube-Videos über Rasenpflege an‘“, erzählt Schwierking mit einem Lachen: „Aber mittlerweile hat sie sich auch dran gewöhnt.“

In der Vorwoche war er mit Freundin Klaudia in Alicante im Urlaub. Und selbst 2 000 Kilometer vom Platz entfernt schwirrte der Zustand des Rasens noch in Schwierkings Kopf herum. „So ab dem fünften, sechsten Tag werde ich unruhig, wenn ich den Rasen in Wetschen nicht sehen kann. Wenn dann noch die Jungs in der Whatsapp-Gruppe Bilder von unserem Platz posten, werde ich schon ein bisschen nervös, dann kribbelt es wieder.“

Das gibt einen Charakterzug Schwierkings gut wieder. Halbe Sachen macht der nicht. „Nils Unger (Ex-Mitspieler, d. Red.) hat mal irgendwann zu mir gesagt: ,Ey Phil, wir spielen hier keine Regionalliga, gewöhn dich da mal dran.‘ Ich so: Nee, kann ich nicht. Ich will das Optimale rausholen.“

Auch auf dem Platz übernimmt Phil Schwierking gern Verantwortung.

Sowohl infrastrukturell als auch sportlich. In der neuen Saison, die für Wetschen am 4. August mit dem Auswärtsspiel beim TuS Sudweyhe beginnt, will Schwierking angreifen. „Ich glaube, dass wir dieses Jahr mehr erreichen können als zuletzt. Wir haben richtig gute Jungs dazu gekriegt“, betont der Linksfuß: „Ich persönlich möchte das Maximale erreichen, würde mich nicht dagegen sträuben, noch mal mit Wetschen in der Landesliga zu spielen.“

Schwierking denkt lieber groß als klein. Um seine Ziele zu erreichen, investiert er dementsprechend viel. Zeit und Ehrgeiz. Gerade was seinen Lieblingssport angeht: „Man kann schon sagen, dass ich mich eigentlich den ganzen Tag über mit Fußball beschäftige. Deshalb ist es auch das, was ich beruflich machen will.“

Schwierking studiert Sportmanagement und Sportjournalismus in Hamburg. Schon bald hat er seinen Bachelor in der Tasche. Es ist sein Ding. Anders als BWL. Diesen Studiengang hatte er vor Jahren nach einem Semester abgebrochen: „Ich will halt das machen, wo ich Bock drauf habe – dafür verzichte ich dann am Ende lieber auch auf etwas Geld.“

Sein Antrieb ist nicht das Monetäre, sondern die Liebe zum Kosmos Fußball. Diese entflammte früh – und entwickelte sich zu einem Flächenbrand. Phil Schwierking spielte in der Jugend in Rehden – wo er heute noch wohnt –, trainierte 2016 ein Halbjahr mit dem Regionalliga-Team. Zudem war er noch im Trainerstab des Jugendfördervereins Rehden-Wetschen-Diepholz aktiv. Er machte als Trainer seine B-Lizenz, nächstes Jahr nimmt er die DFB-Elite-Jugend-Lizenz in Angriff.

Nicht nur als Coach ist Schwierking frühreif. Schon mit 19 trug er die Kapitänsbinde bei Rehdens U 23-Team. Verantwortung übernehmen – das entspricht seinem Naturell. „Ich hatte eigentlich schon immer eine große Klappe auf dem Platz“, sagt er: „Ich versuche dann schon, den Jüngeren auch zu vermitteln, wie wir uns defensivtaktisch zu verhalten haben.“ Das sei aber keine Einbahnstraße. In Sören Sandmann (kam vom TuS Sulingen) hat er nun einen erfahrenen Nebenmann. „Das ist schon interessant, mit ihm zu sprechen. Davon nehme ich auch viel mit. Es wäre ja auch fatal zu sagen, dass ich mit 22 schon alles erlebt und gesehen habe.“

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