Trainer befürworten die Fußballpause – und machen sich Gedanken, wie es weitergeht

„Alles andere wäre Unfug“

Die Klappstühle, die sich viele Zuschauer zuletzt mitbringen mussten, können erst mal eingepackt werden. Bis auf Weiteres ruht der Fußball-Spielbetrieb auch im Bezirk Hannover sowie in den Kreisen Diepholz und Nienburg.
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Die Klappstühle, die sich viele Zuschauer zuletzt mitbringen mussten, können erst mal eingepackt werden. Bis auf Weiteres ruht der Fußball-Spielbetrieb auch im Bezirk Hannover sowie in den Kreisen Diepholz und Nienburg.

Syke/Landkreis – Nun ist auch Feierabend auf den Fußballplätzen. Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hatte zwar beschlossen, dass der sportliche Lockdown erst ab 2. November gilt und an diesem Wochenenende noch gespielt werden darf. Doch der Bezirk Hannover und auch die Kreise Diepholz und Nienburg haben sich darauf verständigt, ab sofort zu pausieren. Was sagen die Trainer aus dem Landkreis Diepholz dazu? Wir haben uns umgehört.

Landesliga

Thorolf Meyer, Trainer des TuS Sulingen, findet, „dass es eine sinnvolle Lösung ist, dass auch in Niedersachsen am Wochenende nicht gespielt werden darf“. Am Samstag hätte der TuS um 14.00 Uhr auf eigenem Platz gegen den TSV Krähenwinkel-Kaltenweide antreten sollen. Beim Liga-Konkurrenten TSV Wetschen ist man auch froh, nun Gewissheit zu haben und nicht zum Auswärtsspiel nach Eilvese (Sonntag, 14.00 Uhr) fahren zu müssen. „Das ist eine sehr vernünftige Entscheidung“, meinte Wetschens Sportlicher Leiter Thomas Otte.

Bezirksliga Staffel 1

Patrick Tolle macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Natürlich hätten wir gerne mit einem Sieg gegen Stuhr unseren zweiten Platz verteidigt“, sagt der Coach des SV Bruchhausen-Vilsen: „Aber falls wir durch die Unterbrechung das Ticket für die Meisterrunde sicher hätten, müssten wir uns nicht entschuldigen. Wir haben uns den zweiten Rang hart erarbeitet.“ Fairer fände es Tolle indes, wenn die ausfallenden Spiele nachgeholt werden könnten: „Aber bitte nicht schon im Dezember. Nach einem Monat Sportverbot würde ein Kaltstart viele Verletzungen provozieren.“ Okay wäre für ihn, „wenn wir im Februar 2021 die Partien nachholen und danach die Meister- oder Abstiegsrunde absolvieren“.

Spitzenreiter TSG Seckenhausen-Fahrenhorst hofft dagegen noch leicht auf eine Fortsetzung des Spielbetriebs im Dezember. „Ich fände es bitter, erst im neuen Jahr wieder anfangen zu dürfen. Wir hätten auch Sonntag noch gerne gegen Okel gespielt, aber natürlich tragen wir die Entscheidung komplett mit“, betont der Sportliche Leiter Andre Schmitz. Nachholen möchte er die Partien unbedingt: „Wir wollen nach 14 Spielen eines der beiden Tickets zur Meisterrunde lösen und nicht jetzt schon. Zur Not starten wir schon im Februar und holen die ausstehenden Partien nach.“

Ein Vorschlag, den Trainerkollege Sven Helms vom TuS Sudweyhe unterstützt: „Wir liegen nur einen Punkt hinter Platz zwei. Mit einem Sieg am Sonntag gegen Twistringen und einem Patzer von Vilsen hätten wir uns den schon schnappen können. Deshalb sollte die Serie regulär beendet werden, ehe die Tickets zur Meisterunde vergeben werden. Nicht mit einem Kaltstart im Dezember, aber im Februar könnte es klappen. Wenn das Wetter und Corona es zulassen.“

Darauf hofft Coach Torsten Klein vom TSV Bassum ebenfalls: „Warten wir doch einfach die kommenden Wochen ab. Das Sportverbot für den November halte ich für vernünftig. In den Büros arbeiten die Leute mit Maske – und wir sitzen mit 20 Mann fröhlich in einer Kabine. Das kann man niemandem mehr erklären. Ich bin froh, dass die Partie gegen Heiligenfelde ausfällt. Auch wenn wir heiß aufs Derby waren.“ Also eine Pause bis ins neue Jahr? „Genau“, bestätigt Klein: „Im Normalfall lassen die Wetterverhältnisse dann wieder einen Spielbetrieb zu. Und vielleicht sieht es dann auch mit Corona schon besser aus.“

Bezirksliga Staffel 2

Der eine oder andere Trainer oder Funktionär hätte sich eine Entscheidung vom Vorstand des Bezirks Hannover etwas eher gewünscht – die Unterbrechung begrüßen jedoch alle. „Ich finde es sehr gut, dass jetzt pausiert wird. Fußball ist die schönste Nebensache der Welt – die Gesundheit steht an erster Stelle“, unterstreicht Coach Jörg Winkelmann von der SG Diepholz. Ähnlich sieht es David Schiavone vom TuS Lemförde: „Das ist die einzig logische Konsequenz, alles andere wäre unsinnig. Richtig, dass wir ab sofort nicht mehr spielen. Für mich beginnt jetzt die Winterpause.“

Auch Christian Bei der Kellen (TuS Sulingen II) befürwortet den Entschluss: „Absolut richtig. Es bringt nichts, die Kontaktvorgaben erst ab Montag umzusetzen. Die Infektionszahlen steigen täglich.“ Jörg Rodewald (TuS Wagenfeld) spricht ebenfalls von einer „sinnvollen Entscheidung. Alles andere wäre überflüssig und zu gefährlich.“

Sascha Jäger vom ungeschlagenen Spitzenreiter FC Sulingen hatte eher mit einer Unterbrechung gerechnet: „Ein sportlicher Lockdown ist richtig, alles andere wäre Unfug. Ich gehe davon aus, dass die Staffel damit beendet ist. Ich hoffe aber, dass ich meine Mannschaft in diesem Jahr nochmal auf dem Platz sehe.“

Kreisliga Nienburg

Martin Schultz überrascht der Stopp nicht: „Ich hatte schon vor dem Saisonstart geahnt, dass es im Herbst oder Winter wieder Probleme mit Corona geben könnte“, erinnert sich der Trainer des TSV Eystrup. Dass es jetzt so weit kam, „ist schade. Wir alle hätten unseren Sport gerne weiter ausgeübt“. Andererseits musste er zuletzt für zwei Spiele auf einen Akteur verzichten – wegen beruflicher Bedenken: „Er hatte Bewerbungsgespräche und gesagt, dass die jetzt für ihn wichtiger sind, als sich im Fußball der Gefahr einer Quarantäne auszusetzen“, sagt Schultz.

Junioren

Viele Jugendtrainer konnten nicht verstehen, dass am Wochenende überhaupt noch gespielt werden sollte. „Es wäre komisch gewesen, wenn wir noch mal nach Hannover hätten fahren müssen und erst danach alles dicht ist. Die Absage ist die richtige Entscheidung“, meint Simon Beuke vom A-Junioren-Landesligisten JSG Mörsen-Twistringen. „Ich kann die Absage sehr gut nachvollziehen“, sagt Jan Lehmkuhl vom B-Junioren-Landesligisten TuS Sudweyhe: „Dennoch hätten wir gerne noch mal gespielt: Es wäre zum absoluten Spitzenspiel gegen den TSV Havelse gekommen. Mit einem Sieg hätten wir als Spitzenreiter überwintert – das wäre vor der Winterpause ein schöner Anreiz für uns alle gewesen.“  ck, töb, mbo, drö, mr

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