14-jährige Anna Johanning Landesliga-Stammkraft und Stütze der NFV-Auswahl

Allein unter Jungs – aber Fouls hat Anna nicht nötig

Defensiv-Allrounderin – ob im Spiel gegen Mädchen oder Jungs: Anna Johanning (r.) verhalf ihre Vielseitigkeit in die NFV-Auswahl.
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Defensiv-Allrounderin – ob im Spiel gegen Mädchen oder Jungs: Anna Johanning (r.) verhalf ihre Vielseitigkeit in die NFV-Auswahl.

Kreis-Diepholz - Von Cord KrügerREHDEN · Die meisten Mädchen in ihrem Alter finden pubertierende Jungs einfach nur nervig. Bei Anna Johanning ist das anders. Die 14-jährige Fußballerin des BSV Rehden weiß, was sie an ihrer Mannschaft hat. „Ich finde es besser, in einer Jungen-Mannschaft zu spielen“, sagt die Defensiv-Allrounderin: „Das Tempo ist höher als bei den Juniorinnen – und Jungen-Mannschaften haben die besseren Trainer.“ Zwei weitere Faktoren, die der Rehdenerin auf ihrem Weg zum Stammplatz in der Auswahl des Niedersächsischen Fußball-Verbands (NFV) sicherlich nicht hinderlich waren.

Seit der F-Jugend kickt Anna mit Jungs in einem Team, „und die sind alle nett“. Vergangenes Jahr gelang ihr mit der U 15 des JFV RWD Rehden der Sprung in die Landesliga. Dort steht sie nun im gesicherten Mittelfeld auf Platz sieben. „Für einen Aufsteiger ist das gar nicht schlecht“, findet die Abwehrspielerin, die sich ganz rechts in der Viererkette am wohlsten fühlt. Manchmal beordert sie ihr Trainer Frank Heyer aber auch in die Innenverteidigung, weil er neben ihrem schnellen Umschalten auch ihr gutes Stellungsspiel und ihre taktische Disziplin schätzt. „An meiner Technik muss ich aber noch etwas verbessern“, sagt die ehrgeizige Auswahl-Akteurin über sich selbst.

Doch da geht sie mit sich wohl zu hart ins Gericht – ansonsten wäre sie nicht Stammgast in der NFV-Sportschule Barsinghausen. Bis zu vier Wochenenden pro Saison muss Anna am Deister unter den Augen der Auswahltrainer alles abrufen. Hinzu kommen Turniere – wie zuletzt in Bad Malente und während der einwöchigen Frankreich-Reise. „Das sind schon tolle Erfahrungen, weil man mal länger unterwegs ist und die Teamkolleginnen besser kennen lernt“, schwärmt die 14-Jährige von dem Trip ins Nachbarland. „Und wir haben gemerkt, dass die Französinnen langsamer spielen als wir…“

Andererseits sei diese Mehrfachbelastung manchmal schon stressig. Zu den Hausaufgaben kommt die Gymnasiastin meist erst am späten Sonntagabend. Aber noch schieben ihre Eltern dem liebsten Hobby der Tochter keinen Riegel vor – im Gegenteil: „Sie unterstützen mich stark. Mein Vater bringt mich zum Beispiel immer nach Barsinghausen.“ Angesichts ihres Notenschnitts zwischen 2 und 3 besteht auch kein Grund zur Annahme, dass Anna das Abi als langfristiges aus den Augen verliert. Schließlich will die Neuntklässlerin mit den Lieblingsfächern Mathematik und Sport „irgendwann mal im Immobilienbereich arbeiten“, ist also realistisch genug, um zu wissen, dass man mit Frauenfußball nicht zur Millionärin werden kann. „Lieber möchte ich noch so lange es geht in einer Jungen-Mannschaft sein“, sagt die 14-Jährige, die mit Ausnahme einer Auswahl-Kollegin vom TSV Bemerode das einzige Mädchen in der C-Jugend-Landesliga ist. Doch die härtere Gangart schult offenbar – ohne, dass Anna zu robusten Mitteln greifen muss: „In dieser Saison habe ich noch keine Gelbe Karte bekommen, in der letzten war es eine“ – mustergültig für eine aus der Defensive.

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