B-Junioren des SC Weyhe bleiben in Regionalliga / Hoffnung für Herrenbereich

Dem Abwärtstrend getrotzt

Tamino Kröger ist einer von drei B-Jugendlichen, die dem SC Weyhe nach dem Bundesliga-Abstieg treu blieben. Er zählt zu den Stützen seiner Mannschaft – und auch zum A-Jugend-Kader.

Weyhe - Von Carsten DrösemeyerWelch ein Kontrast: Während nahezu die gesamte Fußball-Sparte des SC Weyhe durch den Abstieg der ersten und zweiten Herren sowie der A-Jugend herbe Enttäuschungen zu verkraften hatte, trotzte die B-Jugend dem Abwärtstrend. Mit einem respektablen Kraftakt schafften die Youngster in der Regionalliga den Sprung ans rettende Ufer und bleiben so der zweithöchsten deutschen B-Junioren-Klasse erhalten.

Dabei standen die Vorzeichen für den SCW alles andere als gut. Nach dem Bundesliga-Abstieg im Vorjahr zerstreute sich das Gros des Teams in alle Winde. In Person von Tamino Kröger, Patryk Glombik sowie Rick Segelken blieben Trainer Horst Braakmann nur drei Bundesliga-erprobte Akteure erhalten. „Den meisten Jungs fehlte komplett die Erfahrung für die Regionalliga. Kein Wunder, dass der Start ziemlich in die Hose ging“, denkt Braakmann mit Grausen an den verpatzten Saisonbeginn zurück. Nach drei Spieltagen belegte Weyhe ohne Punkt den letzten Platz und galt bereits als Abstiegskandidat Nummer eins.

Erst als seine Truppe eine Woche später mit 1:0 beim FC Angeln 02 gewann, legte sich die Verunsicherung. „Da haben die Jungs gemerkt, dass sie mithalten können. Danach lief es“, erinnert sich Braakmann. Gewonnen war mit dem „Dreier“ aber noch nichts. Schließlich mussten vier von 14 Teams die Klasse verlassen, so dass Weyhe unverändert im Abstiegskampf mitmischte.

Doch das Erfolgserlebnis zeigte Wirkung. Zur wachsenden Cleverness gesellten sich ein stark verbessertes Kombinationsspiel sowie ein wesentlich schnelleres Umschalten bei Ballverlusten. Zudem erwies sich das Nervenkostüm des SC-Nachwuchses als stabil. Siege gegen direkte Konkurrenten wie den Blumenthaler SV, JFV Bremerhaven sowie VfL Oldenburg hievten Weyhe bereits nach der Hinrunde auf einen Nichtabstiegsplatz. Und es kam noch besser. „Wir haben uns stetig weiterentwickelt. In der Rückserie haben wir sogar Spitzenteams wie St. Pauli II, Lübeck oder Kiel geschlagen und den Klassenerhalt schon zwei Spieltage vor Schluss perfekt gemacht“, freute sich Braakmann über das sensationelle Abschneiden seiner Jungs.

Doch wie gewonnen, so zerronnen. Trotz des Klassenerhalts steht Weyhe einmal mehr ein Neuaufbau bevor. „Es bleiben mir altersbedingt nur acht Spieler übrig. Den Rest bildet die jetzige U 16. Aber es hat seinen Reiz, Jungs zu verbessern. Ich mag diese Herausforderung“, schmunzelt Braakmann. Wesentlich mehr nervt den 50-Jährigen da schon die erneute Spielerflucht seines älteren Jahrgangs. „Es ist frustrierend. Wir bilden Talente aus, und andere Vereine profitieren davon. Aber das Problem ist, dass unsere A-Jugend nur noch in der Stadtliga spielt. Das ist bei Mitbewerbern wie Werder und Oldenburg einfach nicht attraktiv genug“, seufzt der B-Lizenz-Inhaber.

Sein Masterplan: „Es muss uns gelingen, die A-, B- und C-Jugend in den nächsten fünf Jahren in der Regionalliga zu installieren. Wenn wir das schaffen, können wir unsere Talente endlich im Herrenbereich unterbringen.“ Braakmann selber wird bei diesem ambitionierten Ziel selbstredend tatkräftig mitwirken. Ein Vereinswechsel steht für ihn nicht zur Disposition: „Mir gefällt mein Job. Eine Tätigkeit im Erwachsenenbereich kommt für mich derzeit nicht in Frage.“

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