Sulingen und Ramlingen schenken sich wenig 

Abnutzungskampf mit effizient ausgenutzten Kleinigkeiten

Vollversammlung im Ramlinger Strafraum: Manuel Meyer (l.), am Samstag mit vielen Ballgewinnen im Abwehrzentrum, unterstützte bei Standards seine Kollegen (hier Atsushi Waki und Pierre Neuse, von links). Dass es trotz Meyers Freistoß-Torvorlage nicht zum Sieg reichte, lag auch an Ramlingens Marvin Omelan (2.v.r.), der einen Treffer vorbereitete und einen weiteren erzielte. - Foto: Krüger

Sulingen - Von Cord Krüger. Jonas Wangler wollte es nochmal versuchen. Der Mittelfeldmann des TuS Sulingen hatte kurz zuvor bereits zum Ausgleich gegen Landesliga-Spitzenreiter SV Ramlingen-Ehlershausen getroffen, indem er einen Freistoß von Manuel Meyer unhaltbar abgefälscht hatte. Nun stand Meyer wieder gut 20 Meter vor dem Tor zum Standard bereit, Wangler pirschte sich in den Pulk und suchte das Gespräch mit zwei Ramlingern. Die Mimik des Mittelfeldmanns deutete auf ein „Kommt schon, lasst mich durch“ hin. Doch SV-Verteidiger Dennis Yeboah lehnte lächelnd ab. Wangler kam auch nicht mehr durch – und so blieb’s am Samstag beim 2:2 (1:2) in einem unterhaltsamen Top-Spiel.

„Da hatte ich mehr Glück als Verstand“, gestand der Joker nach seinem Treffer mit der Schulter (74.) – also wollte er es bei zwei weiteren Meyer-Freistößen erneut probieren. „Das waren aber keine richtigen Chancen mehr, dafür waren die Distanzen zu groß“, urteilte TuS-Trainer Maarten Schops. Er sah Wanglers 2:2 als Beweis dafür, dass „immer nur Kleinigkeiten zu Toren geführt haben: Beide Defensiven haben nicht viel zugelassen, beide Seiten haben sich neutralisiert, und kleine Fehler wurden sofort ausgenutzt.“ Ähnlich sah es Wangler: „Ramlingen hat aus drei Chancen zwei Tore gemacht.“

Das erste davon schon nach vier Minuten: Marvin Omelan hatte den Ball im Zentrum erobert, sofort nach links zu Kesip Caran gepasst – und der schloss zu Ramlingens 1:0 ins lange Eck ab (5.). Neun Minuten später antwortete der TuS mit seiner ersten Chance, als Taiki Hirooka SV-Keeper Marcel Maluck zur Glanzparade zwang (14.). Doch die daraus resultierende Ecke von Sören Sandmann leitete den Ausgleich ein: Den zweiten Ball schlenzte Mehmet Koc über Maluck zum 1:1 in den Knick – ein Sahne-Tor (15.)! Die gut 120 Zuschauer im Sportpark hatten jedoch kaum ausgejubelt, da musste Sulingens Schlussmann Tim Becker erneut hinter sich greifen: Einen Freistoß fälschte Omelan im Gewühl ab – 1:2 (16.). „Wenn sich die Ramlinger aufregen, dass mein 2:2 ein Glückstor war, muss ich sagen, dass es fast genauso wie ihr 2:1 gefallen ist“, erinnerte Wangler. Nach jenem 1:2 schien wieder das Schops-Team an der Reihe – denn es tat mehr nach vorn als die Gäste. Doch bei einem Stoß von Bülent Durduran gegen den äußerst agilen Hirooka verweigerte Schiedsrichter Nils-Rene Voigt den Elfmeterpfiff (20.), danach rauschte ein Freistoß-Geschoss von Meyer knapp am Pfosten vorbei (32.). So gingen die Sulinger mit einem Rückstand in die Pause.

Und Ramlingens Trainer Kurt Becker trat diesen Weg mit zwei personellen Rückschlägen an. Nach 26 Minuten hatte er Aron Gebreslasie auswechseln müssen, in der Pause dann noch seinen zweiten verletzten Stürmer Kirill Weber. „Dadurch hat uns vorn die Durchschlagskraft gefehlt, und im Mittelfeld gab es keine Entlastung“, monierte Becker: „Trotzdem hätten wir unsere Konter besser ausspielen müssen, als Sulingen in der zweiten Hälfte so viel Druck aufgebaut hat.“

Andererseits überstand sein Team diesen Druck weitgehend schadlos, weil Hirooka, Pierre Neuse und Koc jeweils in die Abseitsfalle liefen und Maluck einen 20-Meter-Kracher von Sandmann im Nachfassen hielt (56.). „Wir haben mehr investiert, um heute zu gewinnen“, fand Schops – und lobte die „gute Leistung und die sehr gute Moral“ seiner Männer. Dementsprechend freute sich Becker über den Punktgewinn– „den ersten, den es hier für uns gab! Es war ein intensives Spiel mit einem gerechten Unentschieden.“

Für das der eingewechselte Wangler sorgte, der durch seine psychologischen Spielchen gern noch nachgelegt hätte. „Man kann es ja mal versuchen“, meinte er und grinste: „Das waren nette Gegenspieler, mit denen man schnacken kann.“ Auch Kapitän Dennis Neumann hatte es bei seinem Comeback nach dreiwöchigen Rückenbeschwerden „Spaß gemacht: „Ich denke, die Zuschauer haben ein richtig gutes Spiel zweier guter Mannschaften gesehen.“ Stimmt.

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Verden: Tanz macht Schule 

Verden: Tanz macht Schule 

Meistgelesene Artikel

Umstrittener Handelfmeter entscheidet furioses Derby

Umstrittener Handelfmeter entscheidet furioses Derby

Acht Tore in 30 Minuten viel zu wenig zum Sieg

Acht Tore in 30 Minuten viel zu wenig zum Sieg

Motivierte Seriensieger

Motivierte Seriensieger

Phoenix zündet das Feuer

Phoenix zündet das Feuer

Kommentare