ZOLLSTOCK-GESPRÄCH mit Box-Trainer Rüdiger Förster

Ab nach Kenia zum Paten-Elefanten

Der Sandsack im Garten dient nicht nur zur körperlichen Ertüchtigung von Rüdiger Förster (re.). Im Rahmen des Zollstock-Gesprächs erfuhr Sportredakteur Gerd Töbelmann zudem, dass der Sandsack auch gern von Försters Enkeln genutzt wird.
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Der Sandsack im Garten dient nicht nur zur körperlichen Ertüchtigung von Rüdiger Förster (re.). Im Rahmen des Zollstock-Gesprächs erfuhr Sportredakteur Gerd Töbelmann zudem, dass der Sandsack auch gern von Försters Enkeln genutzt wird.

Weyhe – Eigentlich ist Rüdiger Förster ja Pensionär. Aber im Ruhestand ist der 65-Jährige deshalb noch lange nicht. Der Trainer und Vereinsboss des Boxrings 46 Kirchweyhe hat zwar momentan nichts mit Wettkämpfen und Training am Hut, weil alles wegen Corona auf Eis liegt, aber dennoch beschäftigt er sich fast täglich mit seiner Lieblingssportart. „Ich habe jetzt mal mehr Zeit, um mich um organisatorische Dinge in der Sparte zu kümmern“, sagt Förster.

  • Boxtrainer Rüdiger Förster sieht Coronamaßnahmen als richtig an.
  • Aktuell nutzt er die Zeit, um sein Haus zu renovieren.
  • Sandsack im Garten hält ihn fit.

Zudem hält ihn die Aktion „Scheine für Vereine“ der Supermarkt-Kette Rewe auf Trab. Kunden erhalten da ab einem Einkaufswert von 15 Euro einen Einkaufsschein, den sie an der Kasse in eine Vereinsbox des Boxrings oder des TSV Weyhe-Lahausen werfen können. Bislang landeten mehr als 3 000 Bons im Boxring-Kästchen. Förster muss die Abschnitte dann zu Hause einscannen und kann sich (je nach Anzahl der Bons) auf Kosten der Supermarktkette in einem Katalog Trainingsmaterial bestellen. Im Zollstock-Gespräch verriet Förster zudem, warum er und seine Frau unbedingt einen Elefanten in Kenia besuchen möchten.

Wie beurteilen Sie die aktuellen Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung, die erneute Zwangspause für den Amateursport – und was nervt mehr als beim ersten Lockdown?

Die augenblicklichen Maßnahmen müssen alle gemacht werden. Ich habe festgestellt, dass sich in Weyhe alle Menschen sehr diszipliniert verhalten. Aber die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich nerven schon sehr.

Steckbrief

Name: Rüdiger Förster

Alter: 65 Jahre

Wohnort: Weyhe

Beruf: Pensionierter Bahnbeamter

Größte sportliche Erfolge: Niedersachsen-Meister 1973, Bremer Meister im Super-Schwergewicht 1982 (beides als aktiver Boxer); als Trainer Nicole Ploghöft 2001 bei der ersten Frauen-EM in Frankreich betreut

Vereine: VfB Oldenburg, Tura Bremen, SG Marßel, Boxring 46 Kirchweyhe

Privates: Seit 40 Jahren verheiratet mit Tine; die Söhne Andreas, Michael, Christian und Thomas sind 36, 34, 33 und 29 Jahre alt

Welches ist Ihr nächstes Corona-Projekt?

Wir sind gerade dabei, unser Haus zu renovieren. Es war noch Geld auf dem Konto, und gerade machen wir uns ein neues Badezimmer.

Wie halten Sie sich momentan fit – und gibt es eine Lieblingsübung?

Lieblingsübung nicht, aber im Garten hängt ein Sandsack, an dem ich ab und an trainiere. Zusätzlich setze ich mich auch noch auf mein Trimmrad und mache im Garten Gymnastik.

Kein Training, keine Wettkämpfe: Wie sehr beschäftigen Sie sich in der Corona-Zeit damit, weniger leistungsorientierten Sport zu treiben oder gar ganz damit aufzuhören?

Das Boxen ist mein Leben. Eigentlich wollte ich jetzt ja als Trainer weniger machen, stehe aber immer noch dreimal pro Woche als Trainer in der Halle. Ich kann eben nicht aus seiner Haut. Deshalb fiebere ich dem Re-Start entgegen. Wir haben derzeit 22 aktive Boxer in der Sparte. Ich hoffe, dass alle zur Stange halten, wenn es wieder losgeht.

Welche Absage für die kommenden Wochen oder Monate schmerzt am meisten?

Am 14. November wollten wir eigentlich mit sechs Aktiven nach Norden zu einem Wettkampf fahren. Viele hätten dort ihren ersten Kampf bestritten, der immer etwas ganz Besonderes ist. Leider wurde das abgesagt. Im Januar sollten eigentlich die Bezirksmeisterschaften stattfinden. Aber auch daraus wird wohl nichts. Vielleicht organisieren wir einen internen Wettkampf, wenn es denn erlaubt ist.

Buch, Serie oder Film – was haben Sie zuletzt gelesen oder geschaut?

Zum Lesen fehlt mir die Geduld. Auf Arte gucke ich mir allerdings jeden Tag die Serie „Stadt, Land, Kunst“ an.

Arbeiten im Homeoffice – angenehme Abwechslung oder Belastung?

Für mich ist das kein Thema. Für meine Frau schon, denn sie arbeitet als Übersetzerin.

Wen in Ihrem Sport vermissen Sie am meisten?

Die Jungen und Mädchen in der Trainingshalle. Wir telefonieren zwar ab und zu oder treffen uns zufällig beim Einkaufen – aber Training und Wettkampf sind doch noch intensiver.

Kann Festtagsstimmung aufkommen? Wie werden Weihnachten und Silvester in diesem Jahr?

Wir haben eine recht große Familie. Meine Frau und ich haben uns damit abgefunden, dass wir in diesem Jahr nicht alle auf einmal zusammen sein können. Deshalb werden wir das aufteilen und mal da und dort hinfahren oder einen Teil der Familie bei uns zu Hause haben. Und dennoch verspüre ich jetzt im Dezember sowas wie Weihnachtsstimmung.

Stadion, Konzert, Theater? Was machen Sie zuerst, wenn es wieder erlaubt ist?

Eine Reise nach Kenia, die eigentlich im Oktober hätte stattfinden sollen. Jetzt geht es hoffentlich im August 2021 nach Afrika. Meine Frau hat dort schon länger eine Patenschaft für einen Elefanten übernommen. Den würden wir jetzt sehr gern mal besuchen, um zu sehen, was aus ihm geworden ist.

Von Gerd Töbelmann

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