HSG Barnstorf/Diepholz gewinnt gegen Schlusslicht Bützfleth/Drochtersen

31:27 – Dramatik weicht am Ende dem Kitsch

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Mit neun Toren zeigte sich Andrius Gervè am treffsichersten bei den Hausherren. ·

Diepholz - Von Daniel WiechertMit einem 31:27 (16:12) hat die HSG Barnstorf/Diepholz einen Pflichtsieg in der Oberliga-Nordsee gegen das Tabellenschlusslicht HSG Bützfletz/Drochtersen eingefahren. Auch wenn das Ergebnis deutlich klingt, dürften sich die knapp 200 Zuschauer zwischenzeitlich an verschiedene Film-Genres erinnert fühlen.

Nachdem das letzte Heimspiel, als die Diepholzer gegen Hatten/Sandkrug eine Führung nicht ins Ziel bringen konnten und zwei Spieler sowie Trainer Mario Mohrland durch Rote Karten verloren hatten, mit Drama-Elementen endete, stand der Samstagabend ganz in Krimi-Tradition.

Das Heim-Team gab zwar von Anfang an in der Offensive Gas, aber die Gäste ließen sich nicht abschütteln. So stand es nach zehn Minuten 6:5, als Keeper Donatas Biras durch eine starke Parade den Ausgleich der Gäste verhinderte. Passend zur Hochspannung dröhnte jetzt die Tatort-Vorspann-Melodie durch die Hallen-Boxen. Die Torwart-Glanztag wirkte wie eine Initialzündung, plötzlich hatten die Hausherren mehr Zugriff in der Abwehr. Auch vorne passte es, als Andrius Gervè in der 15. Minute erstmals für einen Vier-Tore-Vorsprung sorgte (10:6).

Doch danach stockte der Motor wieder. Geschlagene achteinhalb Minuten dauerte es, bis Kamil Chylinski den nächsten Treffer (11:8) für das Heim-Team erzielen konnte. Nachdem der Offensiv-Fluch gebrochen war, hatten die Hausherren alles im Griff. Kurz vorm Seitenwechsel traf Gervè zum 16:12-Halbzeitstand.

Als die Schiedsrichter Tim Buchmann und Ralf Ertelt zum zweiten Durchgang anpfiffen, bewiesen die Gäste aus Bützfleth, dass sie Moral haben. Über 20:22 (44.) und 23:24 (48.) kämpften sie sich heran. Einige auf der Tribüne, darunter der gesperrte Mohrland, dürften sich bei diesem Krimi an das Drama-Spiel gegen Hatten/Sandkrug erinnert haben, als die Diepholzer zehn Minuten vor Schluss mit vier Toren geführt hatten, und am Ende verloren.

Doch diesmal hatten die Hausherren das Happy-End auf ihrer Seite. Das lag an Donatas Biras und Kamil Chylinski, die sich in dieser Phase zu den Hauptakteuren aufschwangen. Chylinski leitete in der Offensive klug die Spielzüge ein, Biras zeigte zwischen der 53. und 58. Minute gleich drei überragende Reflexe. Beim Stand von 30:25 (58.) war dem Handball-Krimi die Spannung flöten gegangen.

Ein Schmankerl hatte der Abend aber noch parat: Der 17-jährige Kevin Heemann kam von der Bank, nahm sich ein Herz und traf direkt. Dramatik ade – Hallo Kitsch! Als Heemanns Mitspieler nach der Partie den 17-Jährigen allein Richtung Zuschauer schubsten, die Halle geschlossen applaudierte, wirkte es wie in einem US-amerikanischen Highschool-Film.

„Wie er mit der Unbekümmertheit eines 17-Jährigen einfach durchgegangen ist, war schon toll“, war auch Mohrland nach der Partie froh, dass die Dramatik vom letzten Spiel in den Hintergrund gerückt war. Überhaupt war der Coach zufrieden mit „dem Gesamtkonstrukt. Das Spiel im gebundenen Angriff war gut und unser Rückzugsverhalten war stark verbessert. Das war ein Schritt in die richtige Richtung.“ Erleichtert zeigte sich Mohrland auch, „dass die Zuschauer trotz der Vorfälle uns die Treue halten“.

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