30-Jähriger gewinnt zum fünften Mal Barnstorfer „Barku-Cup“ / Finalgegner Cremers mürbe gemacht

„Gummiwand“ Pille elastischer denn je

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Der Barnstorfer Turniersieger Michael Pille hypnotisiert hier den Ball förmlich.

Barnstorf - Von Gerd Töbelmann. ,,Als mein Gegner im zweiten Satz mit Selbstgesprächen angefangen hat, habe ich gewusst, dass ich ihn habe“, schmunzelte Michael Pille. Der 30-Jährige vom Nordligisten TC Bad Essen setzte sich gestern Nachmittag im Finale mit 7:5 und 6:3 gegen Christian Cremers vom Regionalligisten Club zur Vahr Bremen durch und holte sich nun schon zum fünften Mal den Sieg beim Barnstorfer Tennis-Turnier um den „Barku-Cup“. Neben diversen Ranglistenpunkten durfte Pille auch 600 Euro Siegprämie in Empfang nehmen.

Während sich Pille quasi im Spaziergang (6:1 und 6:1 gegen Julian Weyhausen vom TV Süd) ins Finale spielte, musste Cremers, immerhin die Nummer 80 in der Deutschen Rangliste, schon ein dickeres Brett bohren. Gegen Luis Lentz (TC Lilienthal) verlor der 24-Jährige den ersten Satz mit 1:6, steigerte sich dann jedoch gewaltig und verließ den Center Court im Hunteholz noch mit einem 6:2 und 10:4. Das Duell der beiden Halbfinal-Verlierer entschied Weyhausen mit 7:6, 4:6 und 11:9 für sich.

Vor dem Finale geriet dann Turnier-Organisator Marco Schlicker mehr und mehr ins Rotieren. Immer wieder galt der Blick seinem Smartphone, um das neueste Wetter-Radar abzuchecken. „Es wird alles gut. Regen ist für 16.45 Uhr angekündigt. Dann müssten wir durch sein.“ Petrus wartete tatsächlich den Matchball ab, ehe er die Schleusen leicht öffnete.

Bis dahin hatten die rund 50 Zuschauer einen ersten Finalsatz gesehen, der her-ausragenden Sport geboten hatte. Mit dem Selbstbewusstsein seiner zuletzt erreichten Turniersiege in Osnabrück und Georgsmarienhütte war Pille zuversichtlich: „Vor zwei Jahren habe ich schon mal gegen ihn gespielt und gewonnen. Er hat sehr harte Grundschläge, neigt aber auch zu vielen Fehlern, wenn es nicht so läuft.“

Und genau so ist es gekommen. Im ersten Durchgang knallte Cremers seine Vor- aber auch die einhändige Rückhand teilweise mit Brachialgewalt übers Netz. Pille lief, Pille brachte zurück, und Pille machte ab und an gar selbst Druck. Diesem Mix hatte der Bremer letztlich nichts Adäquates entgegenzusetzen. Konsequenz: „Gummiwand“ Pille setzte sich nach 46 Minuten und teilweise unfassbar tollen Ballwechseln mit 7:5 durch.

„Keinen Bock auf

diese Spielereien“

„Wenn ich diesen Satz nicht gewonnen hätte, wäre es bestimmt ein ganz enges Ding geworden“, erklärte der Barnstorfer Dauersieger nach der Partie. In Durchgang zwei und den von ihm aufgeschnappten Selbstgesprächen des Gegners wurde Pille sicherer und sicherer, profitierte aber auch vom mentalen „Zerfall“ des Gegners. Viel zu oft nahm Cremers übergroßes Risiko, was natürlich nach hinten losging. In jetzt nur 24 Minuten holte sich Pille mit 6:3 den Satz und damit auch das Match.

Hätte Cremers vielleicht mit etwas mehr Geduld agieren sollen? Der Bremer stand zu seiner Taktik: „Früher habe ich auch abgewartet. Doch jetzt habe ich einfach keinen Bock mehr auf diese Spielereien, sondern nehme lieber das Risiko. Und wenn das dann mal nicht funktioniert, ist es eben so. Aber ich fühle mich wohl dabei.“

Den Zuschauern ging es gestern ähnlich. Sie bewunderten die Ballwand-Qualitäten von Michael Pille, aber auch das Hochgeschwindigkeits-Tennis von Christian Cremers.

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