24-Jähriger blüht im Saisonschlussspurt beim Bezirksligisten TV Stuhr auf

Kück, das Stehaufmännchen

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Andre Kücks Startelf-Debüt für Stuhr ging in die Hose – ihm unterlief ein Eigentor. Doch verunsichern ließ er sich nicht, im Gegenteil: Im Saisonschlussspurt dreht er auf.

Stuhr/Kreis Diepholz - Von Daniel Wiechert. Es musste alles ratzfatz gehen. Erst um 13 Uhr hatte Andre Kück am Samstag bei den Bremer Stahlwerken Feierabend, der 24-Jährige setzte sich ins Auto, düste die mehr als 100 Kilometer nach Rehburg – und führte seinen TV Stuhr mit einem Doppelpack zum 5:0-Erfolg in der Fußball-Bezirksliga. „Naja“, wiegelt Kück ab, „die beiden Bälle waren so gut vorbereitet. Da wäre es schwer gewesen, das Tor zu verfehlen.“ Doch Erfolge, auch Torerfolge, muss man sich verdienen – und wenn es mit einer stressigen Anreise ist, die zeigt, dass man sich in den Dienst der Mannschaft stellt.

Es war der vorläufige Saisonhöhepunkt für Kück. Im Februar hatte er sich mit Zahnschmerzen rumgeschlagen, auf beiden Seiten wurden die Weisheitszähne rausoperiert – die Leidenszeit zog sich wie Kaugummi. Erst am 12. April lief er wieder für Stuhr auf und steuerte direkt ein Tor zum 2:0 gegen Steimbke bei. „Er hat es sich verdient“, sagt TVS-Trainer Stephan Stindt: „Andre ist durch seine Beidfüßigkeit immer in der Lage, verrückte Dinge auf dem Platz anzustellen.“ Eigentlich könne Kück überall spielen, meint Stindt, „nur in der Innenverteidigung vielleicht nicht. Im defensiven Zweikampfverhalten kann er noch zulegen.“

Es ist ihm zuzutrauen. Denn Kück ist ein Stehaufmännchen. Der 24-Jährige wechselte im Sommer 2014 vom abstiegsbedrohten Kreisligisten SV Dreye zum ambitionierten Bezirksligisten. Dort fand er sich zu Saisonbeginn auf der Ersatzbank wieder.

Als er am sechsten Spieltag endlich einmal von Anfang an ran durfte, unterlief Kück beim 0:2 gegen Sudweyhe ein Eigentor. Zweifel, ob der Wechsel möglicherweise ein Fehler war, kamen nicht auf. „Ich wurde hier super aufgenommen und integriert. Die Mannschaft funktioniert einfach“, lobt Kück.

Auch vom fußballerischen Können seiner Kollegen ist er angetan. „Eigentlich bin ich hier hergekommen, um auf der Sechserposition Fuß zu fassen“, gibt Kück zu. Allerdings ist diese Position meistens Fynn Rusche und Adrian Herrmann vorbehalten. Aus gutem Grund, wie auch Kück weiß: „Es ist übertrieben, wie laufstark die beiden sind. Da muss ich noch dran arbeiten.“

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