In Oythe viel gelernt, in der Fußball-Bezirksliga nun noch gefährlicher: Nils Unger fühlt sich wohl in Wetschen

17-Tore-„Zehner“ freut sich über seine Freiheiten

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17 Tore: Für Nils Unger (l.) läuft es in Wetschen. ·

Kreis-Diepholz - Von Cord KrügerWETSCHEN · Vielleicht erlernt man diese Ruhe in Derbys wie gegen Rot-Weiß Damme oder Blau-Weiß Lohne.

„Das waren schon geile Spiele – mit 1 000 Zuschauern in Lohne“, erinnert sich Nils Unger grinsend an seine zwei Jahre zwischen 2011 und 2013 bei Landesligist VfL Oythe. Am Freitagabend, als er mit Bezirksligist TSV Wetschen beim BSV Rehden II zum nächsten Derby antrat, ging es da deutlich leiser zu. Also hatte Unger auch kein Problem damit, als Gefoulter selbst den fälligen Elfmeter zum 2:1-Sieg zu verwandeln – keine zwei Minuten, nachdem der 26-Jährige bereits das 1:1 erzielt hatte. „Ich hatte ein gutes Gefühl, wollte ihn unbedingt schießen, und es hat ja auch geklappt. Nervös war ich nicht“, schildert der Matchwinner.

Mit seinen Saisontreffern 16 und 17 führt der gebürtige Brockumer nun souverän die Torjägerliste der Bezirksliga Hannover an. In den vergangenen elf Partien hatte der Student, der gerade seinen Master in Betriebswirtschaftslehre „baut“, mindestens einmal getroffen. „Es läuft gut für mich in Wetschen“, freut sich der Techniker, der im Sommer aus Oythe zurück in den Kreis seiner alten Bekannten kam. Doch nicht nur die Tatsache, dass er in Wetschen wieder auf seine Ex-Kollegen Marcell Katt, Andre Krause, Marcus Pfannenschmidt und Florian Scharnitzky aus gemeinsamen Zeiten bei der SG Diepholz traf, sondern auch „das gesamte Umfeld im Verein“ und der Trainer trugen zu diesem Wohlbefinden bei: „Stefan Müller lässt mir als Zehner alle Freiheiten. Ob ich zentral bleibe, über rechts oder links komme, ist ihm egal. Und erwartet nicht so viel Defensivarbeit von mir…“

Also ist der quirlige Offensivmann flexibler als in Oythe. „Dort bin ich meist auf der linken Seite kleben geblieben.“ Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Aspekte seiner VfL-Zeit: „Unter Uwe Küpker als Trainer habe ich mehr an Cleverness und Abgezocktheit dazu gewonnen.“ Auch von Kollege Tim Wernke, inzwischen Stürmer bei Regionalligist BV Cloppenburg, „konnte man sich viel abgucken“ – obwohl beide ein Größenunterschied von fast zwei Köpfen trennt: „Aber seine Zweikampfstärke ist schon enorm.“

Als sich im Sommer beim Landesligisten aber ein Trainerwechsel anbahnte, „hatte ich irgendwie das Gefühl, dass mich der Verein nicht mehr unbedingt halten wollte“, schildert Unger. Zudem wurde ihm der zeitliche Aufwand nach seinem Umzug von Diepholz nach Hüde zu groß. Da kam der Anruf seines Ex-Trainers Stefan Müller nicht ungelegen. Jetzt bildet er eine Trainings-Fahrgemeinschaft mit Benjamin Priesmeier, Kai Winkler und Luca Macke.

Inzwischen rangieren Nils Unger und der TSV Wetschen auf Platz zwei – in Schlagdistanz zu Spitzenreiter SC Uchte „Aber für den Rest der Rückrunde ist noch alles möglich“, meint der Mittelfeldmann. „Auch Uchte können wir schlagen.“ Und dann auch in die Landesliga aufsteigen? „Ja klar. Am schönsten wäre natürlich, es ginge in die Landesliga Weser-Ems. Aber Hannover ist auch gut…“ ·

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