15-jähriger Weyher Niko Lührs mischt den Norddeutschen ADAC Kart-Cup auf

„Ich jage lieber, aber im Ziel bin ich gern der Gejagte“

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Sich den Gegner zurecht legen – Situationen, die Niko Lührs liebt. „Ruhe bewahren, Druck ausüben und dann bei dem kleinsten Fehler in der Kurve reinstechen“, erklärt der 15-Jährige seine Überhol-Strategie.

Weyhe - Von Daniel Wiechert. Ach ja, wer kennt sie nicht: kostspielige Jugend-Hobbies. Sie sind eine Sache für sich. Gerade erst die teure Miniatur-Eisenbahn bekommen, zwei Wochen Runden gedreht, schon steht sie als Staubfänger in der Ecke. Oder das Schlagzeug, das doch ein Herzenswunsch war, aber nach ein paar Wochen Trommeln ist plötzlich die E-Gitarre das neue Objekt der Begierde. Bei Niko Lührs lief es anders. Aus dem Hobby Kartfahren wurde eine Berufung. Der 15-Jährige fährt mittlerweile erfolgreich beim Norddeutschen ADAC Kart-Cup (NAKC) mit, und auch in anderer Hinsicht hat die Motorsport-Leidenschaft den KGS-Schüler geprägt: Ab Sommer 2016 beginnt Nick Lührs seine Mechatroniker-Ausbildung.

„Niko lebt dafür“, behauptet Vater Holger Lührs. Das sei nicht bei allen so: „Man trifft auf diesen Rennwochenenden viele Jugendliche, die von Beruf Sohn sind.“ Bei dem 15-Jährigen Niko Lührs sei es anders.

Ihm geht es nicht nur darum, sich ins Kart zu setzen und ein paar Runden im Kreis zu drehen. Nach einem Rennwochenende schraubt er jedes Teil an seinem 28-PS-starken Kart auseinander, reinigt den Motor und setzt schließlich wieder alles zusammen. Niko Lührs erzählt das alles mit einer Bärenruhe, seine Sätze wirken wohl gefeilt – erst als er aufs Fahren zu sprechen kommt, wippt er im orange leuchtenden Campingstuhl sitzend vor und zurück, er erhebt die Stimme: „Während der Rennen fühle ich mich auf der Strecke als Jäger am wohlsten“, sagt er und fügt mit einem Lachen, bei dem seine Zahnspange aufblitzt, an: „Ins Ziel komme ich dann aber gerne als der Gejagte.“ Im Kart ist er ständig unter Strom. Den Fuß untätig vom Gas zu nehmen, in der Fachsprache Lupfen genannt, kommt für Lührs nicht infrage: „Entweder habe ich den Fuß auf dem Gas- oder auf dem Bremspedal. Lupfen gibt`s nicht.“

Dieser Fahrstil ging zuletzt auf. Beim NAKC-Rennwochenende in Embsen wurde der 15-Jährige Fünfter im Qualifying, bevor er in den drei Rennläufen aufdrehte: Über Platz drei und zwei landete er im dritten Wertungslauf ganz oben auf dem Podium.

Der Lohn für ein Hobby, das aufgrund des Zeitaufwandes mehr als das ist. Jedes zweite Wochenende im Jahr sind Vater und Sohn unterwegs. „Ich verbringe mehr Zeit mit Niko als mit meiner Frau“, sagt Holger Lührs, der bei den Rennen Nikos Mechaniker ist: „Da kann er sich nicht auch noch drum kümmern. Der Fahrer muss sich wohl fühlen, er muss sagen, ob das Kart liegt oder nicht. Hier hat Niko ein immenses Mitspracherecht. Nur durch seine Berichte können wir reagieren – den Luftdruck, die Achsenabstände oder die Übersetzung verändern.“

Doch auch Nikos Eindrücke können falsch sein. Deshalb ist eine GoPro (Action-Camcorder) am Frontschild des Karts angebracht. Nach dem Freien Training finden Niko und Holger Lührs sowie Teamchef Theo Hemkemeier zusammen, sitzen vor dem Laptop und schauen, wo Zeit rauszuholen ist. „Auf dem Video sieht man auch die Füße“, erklärt Holger Lührs: „Wir erkennen, in welchen Kurven Niko noch später bremsen könnte. Da kann er sich nicht herausreden.“

Insgesamt habe sein Sohn ein erstaunliches Gefühl für Rennsituationen. So entstand überhaupt erst die Intensivierung des Hobbys. Nick hatte Nachbarkinder beim Kartfahren gesehen, probierte es selbst aus, drehte auf der Kartbahn in Holdorf Runden. Am Rande eines Besuchs des DTM-Rennens in Oschersleben kochte Niko Lührs dann in einem Viertakter (Hobbymotor) Fahrer im Zweitakter ab. „Mir sagte dann jemand, dass Niko Talent habe, das gefördert werden müsse“, berichtet Holger. Niko bekam sein erstes Kart.

Ausrangiert steht dieses jetzt oben im Regal, während Niko mit dem Schraubenschlüssel an seinem grün-weißen Rennkart hantiert, und von seinem Traum erzählt: „Die Formel 1 übt auf mich keine allzu große Faszination aus. Wenn ich es irgendwann einmal vom Kartsport in die DTM-Serie schaffen könnte – das wär`s. So wie Mattias Ekström.“ Jetzt spricht der Fan Lührs, seine Augen leuchten: „Ich habe jahrelang bei DTM-Rennen an seiner Box gewartet. 2012 habe ich ihn dann erwischt.“ Das aus dieser Begegnung entstandene Foto mit dem Schweden Ekström, DTM-Meisterschaftssieger 2004 und 2007, sieht Niko täglich. Es hängt in seinem Zimmer.

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