Startnummer 17

Franca Büssenschütt ist die Kunstturn-Nachwuchshoffnung

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Startnummer 17: Franca Büssenschütt

Syke - Die Weihnachtsferien sind eine kleine Herausforderung im Hause Büssenschütt. Denn auch die SV Kirchweyhe macht natürlich Pause, es gibt kein Training und keine Wettbewerbe. Diese Zeit ist gar nicht so leicht für Franca Büssenschütt, denn die 13-jährige Kunstturn-Nachwuchshoffnung möchte am liebsten immer weiter machen. Immer weiter, weiter.

Niemand muss den Teenager zu irgendetwas drängen oder motivieren, im Gegenteil. Manchmal müssen die Eltern ihren Bewegungsdrang schon fast einbremsen, zumindest in den Ferien. Ansonsten freuen sich die Syker, dass ihre Tochter so viel Spaß am Turnen hat – und auch einiges an Talent mitbringt. Bei den Landesmeisterschaften wurde Franca Büssenschütt in diesem Jahr beachtliche Fünfte und turnte dabei die drittbeste Bodenübung. Am Ende verpasste sie nur hauchdünn die Qualifikation für den Deutschland-Cup – es fehlten bloß 0,8 Punkte. „Das ist schon eine Super- Leistung“, sagt ihre Mutter Katja Büssenschütt, „die Gegnerinnen bei den Landesmeisterschaften gehören ja schon zum Kader.“

Franca Büssenschütt dagegen trainiert bei der SV Kirchweyhe drei Mal in der Woche für insgesamt sechseinhalb Stunden und das in Gruppen, die eine Altersspanne von sechs bis 26 Jahre haben. Zwei Tage pro Woche hilft auch Katja Büssenschütt beim Training aus, die Kapazitäten der Betreuer sind im Verein eben eingeschränkt. Umso höher ist die Leistung einzuschätzen, die die 13-Jährige ohne das Pensum und die Intensität eines Kader-Trainings bereits zeigt. „Franca macht alles mit Freude und will das Turnen intensiv weitermachen“, sagt Katja Büssenschütt, „es liegt ihr einfach.“ Angefangen hatte alles beim Mutter-Kind-Turnen in Barrien. Mit vier Jahren übte Franca am Reck im Garten schon den Aufschwung, mit sechs Jahren fing sie beim TuS Syke mit Leistungsturnen an und trainierte zwei Mal pro Woche. Beim Barrier Kreisturnfest belegte sie als Sechsjährige Platz zwei. Seit sie zehn ist, turnt sie bereits Küren. Boden, Sprung, Balken und Barren gehören zum Repertoire der 13-Jährigen. Ihre Lieblingsdisziplin? „Boden oder Barren mache ich am liebsten“, sagt Franca Büssenschütt, „und am meisten Spaß machen mir Saltos.“

Dass die Sportart sehr anstrengend und verletzungsintensiv ist, stört sie nicht. Sie fühlt sich ganz in ihrem Element und weiß genau, was sie will. Um mehr Zeit zum Trainieren zu haben, hat sich Franca Büssenschütt gegen das Gymnasium und für die Syker Realschule entschieden. Denn Turnen soll neben der Schule weiter genug Raum für sie behalten, und ein kleines bisschen Freizeit muss ja auch noch drin sein. Auf dem Gymnasium ist für solche außerschulische Aktivitäten dagegen kaum Luft. Sollte sich die 13-Jährige weiter so positiv entwickeln, wird sich für die Familie vermutlich bald die Frage stellen, ob ein Leistungszentrum der nächste Schritt wäre. Das nächste befindet sich allerdings in Hamburg, der Olympia-Stützpunkt ist in Hannover – das würde so oder so viel Fahrerei, viel Eigeninitiative der Familie bedeuten. Dazu noch intensiveres Training neben dem Schulpensum.

Turnen ist eine Sportart, in der bereits in sehr jungen Jahren über eine mögliche Karriere entschieden wird. Doch das kollidiert dann eben meist mit der wichtigen Phase der schulischen Laufbahn. „Wir werden das abwarten und dann entscheiden“, sagt Katja Büssenschütt. Momentan steht erstmal der Spaß am Sport im Vordergrund, und wenn dabei gute Leistungen herausgeturnt werden, umso besser. „Und dabei sind wir doch eigentlich eine Fußballer-Familie“, fügt Katja Büssenschütt amüsiert hinzu. Aber man kann eben nicht alles haben.

phi

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