Serie: LOST PLACES

2 000 Zuschauer in „Kampfbahn Rote Erde“

Einlauf der Mannschaften: Schon 1948 trugen die Spieler des ETSV Kirchweyhe (hier vor dem Match gegen Eintracht Bremen) ihre Spiele auf dem Sportplatz am Richtweg aus.
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Einlauf der Mannschaften: Schon 1948 trugen die Spieler des ETSV Kirchweyhe (hier vor dem Match gegen Eintracht Bremen) ihre Spiele auf dem Sportplatz am Richtweg aus.

Es gab am Richtweg in Kirchweyhe mal einen Fußballplatz mit roter Schlacke als Untergrund. Bei Spielen des ETSV Kirchweyhe kamen da schon mal 2000 Zuschauer. Mittlerweile ist das Areal verwuchert.

  • Der Ex-Vorsitzende Hubert Dudziak lässt Schlacke aus Westdeutschland herankarren.
  • Neue Flutlichtanlage wird 1970 eingeweiht.
  • Ab 1978 nur noch Spiele auf Weyher Zentralsportanlage.

Kirchweyhe - Wenn mal wieder Fußball gespielt werden darf, dann ist der Landesligist SC Weyhe froh, wenn zumindest einige Fans den Weg auf die Zentralsportanlage finden. Viele von den jetzigen Weyher Spielern wissen vermutlich gar nicht, dass Kirchweyhe im Bremer Fußball auf dem Platz am Richtweg mal ein richtiger Hotspot war. Von 1955 bis 1960 spielten die „Eisenbahner“ unter dem Namen ETSV Kirchweyhe (zusammen mit dem TSV Leeste Vorgängerverein des SC Weyhe) in der Amateurliga Bremen.

Der ETSV wurde am 11. März 1928 gegründet. Der erste Vereinschef hieß Wilhelm Nasch. Einer seiner Nachfolger, Hubert Dudziak (von 1969 bis 1985 Vorsitzender des ETSV), kann sich noch an die vielen Schlachten auf dem damaligen Platz, der in Fußballerkreisen auch „Kampfbahn Rote Erde“ genannt wurde, erinnern: „Da war richtig was los. Vor allem die Spiele in den siebziger Jahren gegen 1860 Bremen waren heiß umkämpft. Da waren 2 000 Zuschauer am Platz.“

Fast genau 50 Jahre ist es her, dass Hubert Dudziak den Kirchweyher Sportplatz am Richtweg auf Vordermann brachte. Mittlerweile dient das verwilderte Areal als Bauplatz sowie als Parkplatz für ein Restaurant.

Der mittlerweile 84-Jährige, der später auch 20 Jahre lang Vorsitzender des Weyher Gemeindesportrings war, kann sich noch ganz genau an den bei Fußballern so „beliebten“ Schlackeplatz, der vom Kirchweyher Bauern Ahrens gepachtet wurde, erinnern: „Lange vor meiner Zeit als Vorsitzender war der Belag des Platzes eine Mischung aus Rasen und Erde. Zu Beginn meiner Amtszeit haben wir den Untergrund dann ausgetauscht. Aus Westdeutschland haben wir von der Bahn 25 Eisenbahn-Waggons mit zertrümmerter Schlacke kommen lassen, die dann auf dem Platz am Richtweg aufgebracht wurde. Die Schlacke war das Abfallprodukt der mit Kohle betriebenen Dampfloks. Das war im Herbst 1971. Einige Zeit später haben wir ein schönes Einweihungsspiel gegen den TSV Hastedt veranstaltet.“

Auch der große Hamburger SV gab sich in Kirchweyhe schon mal die Ehre. Die Eintrittspreise waren recht moderat. archivfotos: etsv kirchweyhe

Doch die Kirchweyher um Hubert Dudziak beließen es längst nicht nur beim Erneuern des alten Belages. Auch die alte Flutlichtanlage wurde mit vielen Arbeitsstunden auf Vordermann gebracht. „Vor meiner Zeit standen da auf der Seite zum Richtweg lediglich zwei Masten. Auf der anderen Seite war es stockdunkel, sodass wir nur auf einer Seite halbwegs trainieren konnten. Wir haben die Masten dann entfernt und zwei neue an der Mittellinie aufgestellt, die auch lichtstärker waren. Damit konnten wir dann den ganzen Platz für Spiele und Training nutzen. Zudem gab es auf einer Platzseite eine kleine Tribüne mit vier Stufen“, sagt Dudziak.

Schon seit Jahrzehnten rollt kein Ball mehr am Richtweg. Mit dem Bau der Weyher Zentralsportanlage im Jahre 1978 hatte sich das erledigt. „Viele Jahrzehnte lag das Areal völlig brach und sollte verkauft werden“, weiß Dudziak zu berichten.

Das klappte aber lange nicht, weil der Boden offenbar von einer Waggon-Reinigungsanlage kontaminiert gewesen sein soll. Mittlerweile hat sich ein Käufer gefunden, doch Bauarbeiten auf dem Gelände ziehen sich in die Länge.

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