Radprofis kommen nur mit Sixdays nicht über die Runden / Weltenbummler Grasmann

Leif Lampater: „Gut, dass meine Frau auch arbeitet“

+
Andreas Müller fährt auch viel auf der Straße.

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Die Zeiten, in denen sich gute Sixdays-Fahrer ausschließlich auf der Bahn aufhalten mussten, um finanziell über die Runden zu kommen, sind mittlerweile vorbei. Das immense Trainingspensum ist geblieben, aber etliche Rennen sind weggebrochen, so dass andere Einnahmequellen erschlossen werden müssen. Leif Lampater, Christian Grasmann und Andreas Müller beschreiben, wie sie über die Runden kommen.

2006 hat der 33-jährige Münchner noch Verträge für zehn Sechstagerennen bekommen. Eine fast schon paradiesische Zeit, denn in dieser Saison wurde „Grasi“ nur noch für fünf Rennen gebucht. „Ich denke, dass ich mein Level gehalten habe, aber gerade in Deutschland gibt es ja nur noch Bremen und Berlin als Veranstalter. Im Ausland ist es als deutscher Fahrer dann schwer, dort ins Feld zu kommen“, berichtet Grasmann.

Aber der Mann hat vorgesorgt, ist Fahrer und Organisator der „Maloja Push Bikers“, einer Gruppe von Fahrern, die in aller Welt Rennen bestreitet. Mit im 14-köpfigen Team sind beispielsweise auch die in Bremen fahrenden Marcel Kalz, Leif Lampater, Achim Burkart oder Nico Heßlich.

Unter anderem treten Grasmann & Co. im Dezember bei Rennen in Australien und Tasmanien an. „Die zahlen echt gut. Da bleibt was hängen“, sagt Grasmann. Nach den Sixdays in Berlin und Kopenhagen geht’s wieder nach Down Under, wenn das „Bendigo-Madison“ (findet in der Nähe von Melbourne statt), das größte Zweierrennen der Welt, ansteht. Hinzu kommen noch Wettbewerbe der NCC-Serie in Kalifornien. „Diese Serie fahren wir aber nur, weil es neben den bezahlten Flügen auch ein gutes Startgeld gibt“, erklärt der Radsport-Weltenbummler, der momentan noch keine Ahnung hat, was er nach seiner Radsport-Karriere beruflich macht.

Der 32-Jährige ist im Sixdays-Zirkus weitaus erfolgreicher als Grasmann (8:0-Siege) und wurde in dieser Saison deshalb sieben Mal verpflichtet. Auch Lampater war schon oft in Australien, setzte nur im vergangenen Dezember aus, weil er gerade Vater einer Tochter geworden war. Ansonsten reist der Waiblinger auch oft nach England, um an Eintagesrennen der „Revolution-Serie“ teilzunehmen. „Hinzu kommen dann noch etwa 25 bis 30 Renntage auf der Straße“, sagt Lampater, der sich von der ARD-Rückkehr in die Übertragung der Tour de France auch einen Push für die Bahnfahrer verspricht: „Bei entsprechenden Erfolgen von Tony Martin oder Marcel Kittel wird der Radsport in Deutschland hoffentlich wieder populärer.“

Zudem sagt Lampater aber auch ganz offen und erhrlich, „dass es gut ist, dass meine Frau auch arbeiten geht. Momentan ist sie aber im Mutterschutz.“

Die Zukunft kann er sich auch ohne den Radsport vorstellen: „Mich interessiert die IT-Branche. Da gab es auch schon einige Anfragen.“

Unter den Sixdaysfahrer gilt der 35-Jährige als Lebenskünstler, der auch schon mal mit dem Camper durch Australien getourt ist, um Geld zu sparen und an Rennen teilzunehmen. Müller hat in der Saison 2014/15 sechs Verträge bekommen und wird nach Bremen auch in Berlin und Kopenhagen fahren.

Aber ohne „Straßen-Jobs“ kommt auch der Wahl-Österreicher nicht aus und hat sich dem österreichischem Continental-Team „Hrinkow Advarics Cycleang“ angeschlossen. „Ich werde im Sommer ungefähr 60 Renntage mit dem Team bestreiten. Über die Zukunft kann ich noch nichts sagen, weil ich alles auf mich zukommen lasse“, so Müller.

Mehr zum Thema:

Alexander Zverev nun gegen Nadal - Djokovic ausgeschieden

Alexander Zverev nun gegen Nadal - Djokovic ausgeschieden

Die deutschen Promis bei der Berliner Fashion Week - Bilder

Die deutschen Promis bei der Berliner Fashion Week - Bilder

Grippewelle 2017: Die aktuelle Lage in Deutschland

Grippewelle 2017: Die aktuelle Lage in Deutschland

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Kommentare