Marcel Kalz freut sich wie ein Kind, „dass die Revanche geklappt hat“ / Stroetingas Ausrede

„Die Doublette war fürs Publikum“

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Sie waren zwar ausgepumpt, aber die Kraft für eine zünftige Champagner-Dusche hatten die drei erstplatzierten Teams noch allemal. Bei der Gaudi nach der Siegerehrung sind zu sehen (v.l.): Morgan Kneisky, Jesper Mörkov, Alex Rasmussen, Marcel Kalz, Leif Lampater und Wim Stroetinga.

Bremen - Von Gerd Töbelmann. ,,Das war nicht geplant, das kam spontan und war für das fantastische Publikum hier in Bremen. Super, dass es mit der Revanche geklappt hat“, schossen die Worte aus dem sonst eher ruhigen Marcel Kalz (27) nur so heraus. 2014 hatte Kalz den finalen Sprint um den Sieg noch verloren. Ein Rundengewinn am Ende der letzten Jagd bei den 51. Bremer Sixdays hätte am späten Dienstagabend schon zum Gesamtsieg gereicht, doch mit Partner Alex Rasmussen war der Berliner regelrecht im Rausch und zettelte unter dem frenetischen Jubel der Fans sogar noch eine letztlich erfolgreiche Doublette an.

Wer am Ende von sechs schweren Tagen und Nächten und am Ende der finalen 60-minütigen Jagd noch die Kraft für eine Doublette hat, der hat den Sieg verdient. Aber die deutsch-dänische Kombination machte es spannend. Beide hatten gegenüber den Verfolgern Kneisky/Mörkov und Lampater/Stroetinga punktemäßig bei Rundengleicheit vor dem Finale ein sattes Polster. Doch die Meute gab nicht klein bei, sondern attackierte ohne Ende. Vorjahressieger Leif Lampater wollte sogar erkannt haben, „dass Kalz angeschlagen war. Deshalb haben wir versucht, immer wieder anzugreifen, um denen eine Runde abzuknöpfen.“

Dieses Vorhaben setzten auch Morgan Kneisky und Jesper Mörkov in die Tat um. Besonders der 27-jährige Franzose Kneisky sprang immer wieder heraus. In der Mitte des Finales, als die Crews um Lampater und Kneisky eine Runde Vorsprung hatten, schien der Schlachtplan aufzugehen. Waren Kalz und Rasmussen entnervt und besiegt?

Mitnichten. „30 Runden vor dem Ende hab’ ich Alex angeguckt – und er hat nur genickt. Das war für uns das Zeichen, jetzt noch einmal Gas zu geben und zurückzuschlagen“, sagte Kalz. Rasmussen setzte sich scheinbar mühelos vom Feld ab, wechselte auf Kalz und 15 Runden später war das Feld wieder erreicht – Rundengewinn und damit die alleinige Führung. „Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass die beiden so coole Hunde sind. Vor allem Rasmussen ist bärenstark gefahren. Als er angetreten ist, habe ich gedacht, dass ich stehe“, lobte Lampater seinen dänischen Konkurrenten.

Allein dieser Rundengewinn hätte für Kalz/Rasmussen aufgrund des klaren Punktevorsprungs zum Sieg gereicht, doch die beiden waren derart im Runden-Rausch, dass Rasmussen sofort zur nächsten Attacke, der sogenannten Doublette, ansetzte. Diesmal dauerte es ganze neun Bahnumrundungen, bis das Feld wieder eingeholt wurde. Während sich Lampater als fairer Verlierer erwies und letztlich hinter Kneisky/Mörkov Dritter wurde, suchte Partner Stroetinga nach einer Ausrede: „Wenn ich am Freitag nicht krank geworden wäre und Punkte hätte holen konnte, hätten wir unseren Titel verteidigt.“ Den Beweis dafür wird er ewig schuldig bleiben...

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