Flensburg trifft auf die Löwen

Traumfinale ist perfekt

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Flensburgs Coach Ljubomir Vranjes sah gestern einen Sieg seiner Mannschaft im Siebenmeterwerfen, heute kann die SG gegen die Rhein-Neckar Löwen schon mal ein Zeichen für die Bundesliga-Saison setzen.

Bremen - Von Petra Philippsen. Und dann wurde es plötzlich giftig in der Bremer Messehalle 7. Die Mehrheit der gut 2000 Handball-Fans auf den Rängen hielt es mit der SG Flensburg-Handewitt – und buhte nun aus vollen Kehlen.

Der Melsunger Michael Müller hatte Henrik Toft Hansen derart rabiat am Torwurf gehindert, wie man es selten in einem Vorbereitungsspiel sieht. Der Schiedsrichter schickte Müller mit Rot vom Feld, unter tosendem Applaus der erzürnten Fans. Auch auf dem Parkett war es hitzig geworden, denn nur noch zwei Minuten Spielzeit blieben in diesem ersten Halbfinale des Erima Cups – und Melsungen führte knapp mit 22:20. „Flensburg war in der entscheidenden Phase einfach etwas cleverer als wir“, musste MT-Coach Michael Roth am Ende eingestehen, denn die Nordlichter drehten die Partie tatsächlich noch. Zum dritten Mal hat der Champions-League-Sieger von 2014 damit heute (Finale um 16.00 Uhr, Spiel um Platz drei um 14.00 Uhr) die Chance, die Trophäe aus Bremen mitzunehmen. Gegner der SG werden die Rhein-Neckar-Löwen, die sich souverän mit 31:19 im zweiten Halbfinale gegen den TSV Hannover-Burgdorf durchsetzten.

Die Schlussminuten hatten es in sich. Anders Eggert brachte die Flensburger mit dem fälligen Sieben-Meter-Wurf auf 21:22 heran, Hampus Wanne erzielte drei Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich. Wieder einmal musste zwischen den Dauerrivalen und letztjährigen Finalisten des Erima Cups das Sieben-Meter-Werfen entscheiden. Und irgendwie war das nur gerecht, denn diese Partie hatten zwei überragende Torhüter dominiert. „Johan ist super, da war wenig für uns drin“, meinte SG-Trainer Ljubomir Vranjes anerkennend. Johan Sjöstrand war vom THW Kiel nach Melsungen gekommen, als Ersatz für den Weltklasse-Keeper Mikael Appelgren, den sich die Löwen geschnappt hatten. Und Sjöstrand wehrte furios wieder und wieder die Angriffe ab, auch die Paraden seines Gegenübers Mattias Andersson waren nicht weniger spektakulär. So bissen sich die Offensivreihen schon über weite Strecken die Zähne an den beiden Torhütern aus – das machte das Sieben-Meter-Shootout umso spannender: Eggert, mit immerhin acht Toren bester Flensburger an diesem Nachmittag, scheiterte gleich als erster Schütze. Melsungen witterte Morgenluft, schließlich hatten sie lange wie der sichere Sieger ausgesehen. Doch dann vergab auch Marino Maric als vierter Schütze der MT, alles war wieder offen. Michael Allendorf hatte es für Melsungen dann als Letzter in der Hand, das 24:25 noch auszugleichen – und warf weit am linken Pfosten vorbei. Die Fans in der Halle jubelten, Trainer Vranjes jedoch nur bedingt.

„Ich bin schon zufrieden, aber mir waren das zu viele technische Fehler“, sagte der Schwede mit serbischen Wurzeln. Doch dass seine Mannschaft zehn Tage vor dem ersten Pflichtspiel im DHB-Pokal „erst bei 70 Prozent“ ist, nimmt Vranjes in Kauf. „Mir war es in der Vorbereitung dieses Mal wichtiger, dass wir in zwei Wochen beim Saisonstart bei 100 Prozent sind. Daher sind die Beine jetzt noch schwer.“ Gegen die Löwen werden sie heute ihre Kräfte aber bündeln, schon aus Prinzip. Das Territorium der Rivalen für die neue Saison wird gleich mal abgesteckt. Es dürfte ein heißes Duell werden.

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