Bundestrainer Fleming über Nowitzki:

„Er wird in Bremen spielen“

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„Er wird in Bremen spielen“, sagt Basketball-Bundestrainer Chris Fleming

Bremen - Von Daniel Wiechert. Seine tellergroßen Hände sind stetig in Bewegung, wenn Chris Fleming (45) etwas erklärt. Als er gestern jedoch zu Dirk Nowitzki befragt wird, lehnt sich der Basketball-Bundestrainer entspannt in seinem Stuhl zurück: „Er wird in Bremen spielen.“ Wenn das DBB-Team am 16. August im Länderspiel in der övb-Arena auf Kroatien trifft, wird der Superstar also mit von der Partie sein.

Chris Fleming

Eigentlich dreht sich in Basketball-Deutschland seit Donnerstag, als Nowitzki sein Ja zur Heim-EM (5. bis 20. September) gab, alles um den Sympathie-Bolzen. Ein Hype, der für die Mannschaft aber nicht leistungshemmend sein wird, glaubt Fleming. Nowitzki habe oft genug bewiesen, dass er ein Teamplayer sei, meint der Bundestrainer: „Dirk geht es nie um sein eigenes Profil.“ Zumal der 36-Jährige sportlich nicht mehr der Alleinunterhalter im DBB-Team ist. Fleming: „Dirk hat noch nie die Möglichkeit gehabt, in so einer guten Nationalmannschaft zu spielen.“

Auch dank Dennis Schröder, der mit seinen Atlanta Hawks eine starke Saison gespielt hat. „Es wird eine gute Synergie zwischen beiden geben“, glaubt Fleming. Ob der dritte NBA-Star, Center Chris Kaman, bei der EM auflaufen wird, ist noch nicht sicher. „Die Entscheidung wird in den nächsten zehn Tagen fallen“, berichtet der US-Amerikaner, der seit Dezember Bundestrainer ist. Für den jahrelangen Vereinstrainer eine Umstellung: Vor allem die tägliche Trainingsarbeit gehe ihm schon ein bisschen ab, sagt Fleming und benutzt dafür ein Bild: „Als Norddeutscher kennt man dieses Gefühl, wenn man nach langen Wochen der Dunkelheit den ersten Frühlingstag erlebt. Dann merkt man, wie sehr man die Sonne vermisst hat. Dieses Gefühl hatte ich in der letzten Woche auch, als ich mit der A2 (deutsches B-Team, Anm. d. Red). in der Halle trainiert habe.“

Bis er den NBA-Champion von 2011 trainieren kann, wird es etwas dauern. In der ersten Vorbereitungsphase wird Nowitzki fehlen. Halb so schlimm, sagt Fleming: „Wir brauchen auch eine Spielkultur unabhängig von Dirk. Er ist jetzt an einem Zeitpunkt seiner Karriere, an dem er nicht wie 2002 (WM-Bronze, Anm. d. Red.) ein komplettes Event im Alleingang schaffen kann.“

Trotzdem wird Nowitzki beim Vorrundenturnier in Berlin (5. bis 10. September) im Fokus stehen. Sein Mitwirken sei natürlich ein „Qualitätsgewinn“, findet Fleming: „Zudem ist er wichtig, da die jüngere Generation wenig Turniererfahrung hat.“ Da sei Nowitzkis „Leadership“ wichtig. Denn Flemings EM-Ziel ist klar: „Wir wollen unter die Top Sechs, um uns die Chance auf eine Reise nach Rio offen zu halten.“

Gruppenspiele in Berlin

Deutschland - Island (5. Sep.)

Deutschland - Serbien (6. Sep.)

Deutschland - Türkei (8. Sep.)

Deutschland - Spanien (10. Sep.)

Es qualifizieren sich die besten vier Teams der Gruppe für die Finalrunde in Lille/Frankreich (12. bis 20. September).

Der Europameister sowie der Vize lösen das Ticket für Olympia 2016 in Rio de Janeiro/Brasilien. Die dritt- bis sechstplatzierten Teams nehmen dann noch mit acht nicht-europäischen Teams an einem Quali-Turnier für Rio teil. Davon qualifizieren sich drei.

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