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Bremer Fußball-Verband stoppt Spielbetrieb: Das macht Niedersachsen

Wegen vermehrten Coronainfektionen hat der Bremer Fußball-Verband seinen Spielbetrieb vorerst abgesagt. Auch in Landkreisen in Niedersachsen wird über eine Absage diskutiert.

  • Der Bremer Fußball-Verband pausiert seinen Spielbetrieb.
  • Unterbrechung des Spielbetriebs des Bremer Fußball-Verbands gilt vorerst für zwei Spieltage.
  • Auch andere Fußballkreise in Niedersachsen ziehen Konsequenzen.

Bremen - Eine Situation, die für jeden Sport das Worst-Case-Szenario bildet und dennoch handelt es sich dabei nicht mehr um ein Novum: Der Spielbetrieb der Bremer Fußballer ist zum zweiten Mal in diesem Jahr abgesagt, zumindest für zwei Spiele. Zuletzt gab es eine Absage des Spielbetriebs Anfang des Jahres im März, heute wie auch damals waren stark steigende Corona-Infektionen die Ursache.

Auf seiner Internetseite hat der Bremer Fußball-Verband dazu eine Erklärung veröffentlicht: „Die zweite Welle der Corona-Pandemie schlägt mittlerweile leider auch im Bremer Amateurfußball voll durch. Die derzeit hohe Ansteckungsdynamik in Bremen hat dazu geführt, dass manche Spieler und Spielerinnen sich fernab des Spielfeldes ebenfalls infiziert haben oder aber als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen.“

Weiter heißt es, dass sich der Fußball nicht unter einer Schutzglocke befinden würde und das mit der Corona-Pandemie eine Situation herrsche, mit der vorher niemand rechnen konnte. Deshalb liege es nun in der Verantwortung des Verbandes entsprechende Maßnahmen zu ziehen.

In der kommenden Woche soll das weitere Vorgehen laut Bremer Fußball-Verband mit allen Vereinen abgestimmt werden. Bezogen auf diese Ausnahmesituation in diesem Jahr „ gilt es nun und auch in Zukunft angemessen zu reagieren, das erfolgt gemeinsam mit den Vereinen. Damit setzt der BFV seine Linie fort, nicht für, sondern mit seinen Vereinen zu entscheiden“, schreibt der Bremer Fußball-Verband.

Man habe sich deshalb in enger Absprache zwischen Verband und Vereinsvertreter entschieden, den Spielbetrieb am Wochenende und kommende Woche abzusagen.

So wie es scheint, bleiben aufgrund der Corona-Krise auf immer mehr Tornetze in Fußball-Niedersachsen hochgeklappt.

Landkreis Diepholz schaut auf die Politik

Im Landkreis Diepholz sei keine generelle Absage des Fußballbetriebs geplant. Kreisvorsitzender im NFV-Kreis Diepholz Andreas Henze verrät: „Wir richten uns da auch nach der Politik. Bisher ist unser Landrat recht entspannt, weil die Infektionsherde gut auszumachen sind und nicht flächendeckend.“

Aber nicht nur die Politik ist an dieser Entscheidung beteiligt: „Wenn jetzt natürlich viele Vereine einen Wunsch nach Verlegung äußern, dann wird das auch in unser Handeln einfließen.“ Wahrscheinlich sei es jedoch im Falle einer Absage - statt einzelner Spiele - gesamte Spieltage abzusagen: „Ich glaube das bereitet allen weniger Aufwand in dieser ohnehin schon außergewöhnlichen Situation“, so Henze.

Doch es gibt auch Ausnahmen. Kreis Diepholz Spielausschussvorsitzender Michael Steen habe bereits alle Spiele mit Beteiligung einer Mannschaft aus Vechta abgesagt, denn dort gelte derzeit ein generelles Spielbetriebs-Verbot.

Kreisvorsitzender Andreas Henze betont jedoch auch, dass sich sowohl in der Politik und im Fußball die Dinge in der Coronakrise von heute auf morgen ändern können. Jede Entscheidung treffe man angesichts der Situation. Dementsprechend könnten sich Entscheidungen bereits in kurzer Zeit wieder ändern.

NFV-Kreis Verden spielt mit verdeckten Karten

Am Donnerstag um 20.30 Uhr berät sich der Vorstand des NFV-Kreis Verden per Videokonferenz, wie es mit der Saison weitergeht. Vorsitzender Kurt Thies lässt sich dabei jedoch nicht in die Karten schauen: „Die Interessen und Wünsche der Vereine sind bei diesem Thema von Verein zu Verein so unterschiedlich, das ich da vor der Videokonferenz noch keine Aussage zu treffen möchte. Sonst könnten Gerüchte ins Rollen kommen, die nur für noch mehr Unruhe sorgen würden.“ Auf jeden Fall lässt er durchsickern: „Es ist eine ganz schwierige Entscheidung.“

Verhältnismäßig geringe Inzidenzwerte in Rotenburg

Im NFV-Kreis Rotenburg ist der Inzidenz-Wert an Corona-Neuinfektionen derzeit noch verhältnismäßig gering. Zwischen 20 und 25 Corona-Fälle gab es laut Robert-Koch-Institut. Somit stehe laut NFV-Kreis Rotenburg keine Absage des Spielbetriebs im Raum. Dennoch kommt es auch im NFV-Kreis Rotenburg vereinzelnd zu Spielabsagen aufgrund von Corona-Infektionen.

Günter Sievers vom NFV-Kreis Rotenburg erklärt: „Wir entscheiden das - solange es der Inzidenzwert an Neuinfektionen hergibt - von Fall zu Fall.“ Das Thema sei jedoch auch fortlaufend Thema im Vorstand des NFV-Kreis Rotenburg. So finden derzeit beispielsweise keine Spiele im Kreis mit Teams aus der Gemeinde Gnarrenburg statt, da es dort vor kurzem zu Corona-Infektionen kam. Dennoch sei man daran interessiert, den Spielbetrieb so lange aufrecht zu halten, wie es möglich ist.

Am vergangenen Wochende kam es in der Rotenburger Kreisliga lediglich zu 3 von 7 angesetzten Partien.

Keine generelle Absage in Oldenburg

Der NFV Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst hat sich am 9. Oktober dazu entschlossen alle Spiele im Kreis für das darauffolgende Wochenende abzusagen. Aus aktuellem Anlass habe sich der NFV Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst als Vorsichtsmaßnahme dazu entschlossen, alle Spiele im Kreis an diesem Wochenende abzusagen, hieß es in einer Mitteilung des Verbandes.

Am Mittwochabend hat sich der NFV Bezirk Weser-Ems per Videokonferenz beraten und beschlossen den Spielbetrieb fortzuführen. „Auch wenn das Infektionsrisiko bei einem Fußballspiel nach wie vor als äußerst gering eingestuft wird und konkrete Ansteckungsfälle während des Spielbetriebes bislang nicht bekannt geworden sind, appelliert der NFV-Bezirk Weser-Ems an seine Vereine noch einmal eindringlich, die bestehenden Hygieneregeln weiterhin konsequent einzuhalten“ heißt es in einer Mitteilung des NFV-Bezirks Weser-Ems. Aufgrund der regional im Bezirk sehr unterschiedlichen aktuellen Infektionszahlen solle weiterhin vor Ort in den einzelnen Kreisen entschieden werden, ob dort Maßnahmen zur Einschränkung oder Aussetzung des Spielbetriebes erforderlich sind.

Kein Regionalliga-Fußball in Delmenhorst

Delmenhorst hatte zeitweise die höchste Rate an Corona-Neuinfektionen deutschlandweit. Deshalb hatte die Stadt Delmenhorst am 9. Oktober allen Sportveranstaltungen vorerst eine Absage verteilt. Selbst die Fußballer des Regionalligisten SV Atlas Delmenhorst durften ihren Spielbetrieb nicht fortsetzten, denn einige Spieler hatten sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Quarantäne für die meisten infizierten Spieler endet am 24. Oktober. Dementsprechend wurde auch das Spiel vom SV Atlas Delmenhorst am Freitag gegen die zweite Mannschaft vom VfL Wolfsburg abgesagt.

Beim SV Evenkamp kam es Ende September zu Coronainfektionen. Seit dem ist der Spielbetrieb im Kreis Cloppenburg unterbrochen.

Cloppenburger Fußball seit Ende September gestoppt

Bereits seit Ende September hat der Fußballkreis Cloppenburg seinen Spielbetrieb abgesagt. Zunächst war ein Spielbetriebs-Verbot bis zum 11. September beschlossen, jedoch haben die Verantwortlichen des Fußballkreises Cloppenburg die Unterbrechung vergangene Woche vorerst bis zum 25. Oktober verlängert. Nächste Woche möchte der Verband dann die Entscheidung über den weiteren Verlauf entscheiden.

Ein Grund für die frühe Absage sei laut Verband, dass viele Vereine aus dem Landkreis Cloppenburg auf den Spielausschuss-Vorsitzenden Manfred Südbeck zugegangen seien und mitgeteilt hätten, dass ihre Teams nicht am Spielbetrieb teilnehmen wollten. „Neben einzelnen Absagen aufgrund von Infektionen von Fußballern, haben wir zahlreiche Informationen erhalten, dass die Firmen nicht möchten, dass ihre Mitarbeiter aktuell am Punktspielbetrieb im Kreis Cloppenburg teilnehmen. Viele Fußballer sind außerdem auch in Pflegeberufen tätig“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Rubriklistenbild: © dpa/Paul Zinken

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