Gestern wieder im Sattel

Christian Grasmann nach Sturz der leidende Dritte

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Nach einer so noch nie erlebten Nacht zu Freitag ging es Christian Grasmann gestern schon wieder besser, so dass der Münchner das Rennen fortsetzen konnte.

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Kurz nach elf Uhr erscheint Christian Grasmann gestern zum Frühstück. Vollkornbrot, etwas Rührei und gekochter Schinken sind auf dem Teller. Die Kellnerin bringt einen Milchkaffee. Eigentlich nicht ungewöhnlich für einen Sechstagefahrer. Und doch: Für Grasmann war diese Normalität wie eine Erlösung, hatte er doch eine regelrechte Horror-Nacht hinter sich.

Alles begann am Eröffnungsabend so gegen 22.15 Uhr. Während der ersten Jagd, in dem das Feld mit den vielen neuen Fahrern noch extrem nervös wirkte, kamen sich Achim Burkart und Vojtech Hacecky in die Quere und verhakten sich mit ihren Lenkern. Während Burkart den Stunt noch stehen konnte, legte sich der Tscheche auf die harten Bretter. Unmittelbar dahinter fuhr Grasmann, der nicht mehr ausweichen konnte und mit voller Wucht auf Hacecky und die Bahn knallte. Der Aufprall war so stark, dass sein führerloses Rennrad gegen die obere Bande krachte, wobei das Vorderrad zu Bruch ging.

„Die erste Jagd war wirklich sehr nervös. Aber das ist eigentlich auch normal. Es muss sich alles erst einspielen“, sagt Bremens sportlicher Leiter Erik Weispfennig, der an diesem Abend ohnehin schon gebeutelt worden war, denn David Muntaner, einer der beiden spanischen Madison-Weltmeister im Fahrerfeld, trat wegen eines Magen- und Darminfektes mit starker Unterzuckerung gar nicht erst an. Aber auch Muntaner saß gestern schon wieder beim Frühstück – jedoch zwei Kilo leichter als am Tag zuvor.

Zurück zu Grasmann: Der 33-jährige Münchner zog sich nach der ersten Diagnose diverse Prellungen, vor allem im Rückenbereich („da ist Haceckys Lenkerabdruck deutlich zu sehen“, erklärt Grasmann), zu und erlitt einige Hautabschürfungen. Zunächst ging es dem Gestürzten aber noch gut, denn er fuhr das komplette Programm mit Partner Marc Hester zu Ende.

Doch dann kam die Nacht. Gegen 2.00 Uhr wurde es richtig schlimm. „Beim Räuspern war Blut im Schleim, das war natürlich nicht so toll“, erinnert sich Grasmann und alarmierte sofort die Bahnärztin, die im gleichen Hotel wohnt. Danach ging es ab ins Klinikum Bremen-Mitte. „Da bin ich dann geröntgt und genau untersucht worden. Die haben sich echt toll gekümmert. Ich habe dem behandelnden Arzt auch gleich zwei Freikarten für Freitag geschenkt“, verrät Grasmann und kann schon wieder lachen, „aber sowas habe ich in meiner langen Karriere als Bahnfahrer noch nicht erlebt.“

Fotos: Semino Rossi schießt Sixdays Bremen an

Das Untersuchungs-Ergebnis fiel positiv für ihn aus, denn es war nichts gebrochen. „Auch die Prellungen im Rückenbereich werde ich in den Griff kriegen. Ans Aufgeben denke ich nicht“, gab sich Grasmann gestern äußerst kämpferisch. Mittlerweile hat auch wieder der Schleim die richtige Farbe, „und ich habe sehr gut geschlafen – wie ein Stein.“ Und danach schmeckte auch das schon erwähnte Frühstück wieder richtig gut.

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