Aber Kneisky/Mörkov ärgern die Favoriten / Grasmann und Stroetinga wieder dabei

Kombination Kalz/Rasmussen bärenstark – und gesund

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Bahnärztin Dr. Brigitte Kaulen klagte bisher nicht gerade über Langeweile.

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Für Bremens sportlichen Leiter Erik Weispfennig ist die Sache nach dem gestrigen vierten Tag bei den 51. Bremer Sixdays klar: „Für mich ist das Paar Marcel Kalz und Alex Rasmussen der Favorit auf den Gesamtsieg am Dienstag. Beide fahren wirklich stark – und sind bislang gesund geblieben.“ Hinter dem Überraschungs-Duo Kneisky/Mörkov liegt das Paar auf Platz zwei.

Gesundheit – ein Stichwort, was bei der aktuelle Auflage des Rennens einen breiten Raum eingenommen hat. Immer wieder mussten Fahrer nach Stürzen oder wegen Krankheit neutralisiert und von Dr. Brigitte Kaulen behandelt oder ins Krankenhaus überwiesen werden. „Es ist schon viel in diesem Jahr“, meinte die Bahnärztin. Zuletzt erwischte es Christian Grasmann und Wim Stroetinga, die mit ihren Partnern Marc Hester bzw. Leif Lampater zum engeren Favoritenkreis zählen.

Stroetinga legte ein Magen- und Darmvirus, gepaart mit zum Teil hohem Fieber, lahm. Der 29-jährige Holländer hatte den Infekt offenbar aus Rotterdam mitgebracht. Bei diesem Rennen, das erst am Abend vor dem Startschuss in Bremen beendet worden war, klagte Lampaters Partner schon über Unwohlsein.

Noch dramatischer war es bei Grasmann, bei dem nach seinem Sturz am Donnerstag Blut in der Lunge diagnostiziert worden war. „Ich bin am Samstag noch einmal komplett mit großem Blutbild und Urintest durchgecheckt worden. Ich habe so eine Art Nasenbluten in der Lunge. Das sieht dann beim blutigen Auswurf dramatischer aus als es ist. Ich habe jedenfalls vom Krankenhaus-Arzt das Okay bekommen, dass ich weiterfahren kann.“

Aber sind die beiden tatsächlich so fit, um bis morgen Abend auf höchstem Niveau durchzuhalten? Lampater ist eher skeptisch: „Mal sehen, wie lange bei Wim die Kraft reicht...“ Weispfennig jedenfalls zieht den Hut vor den lädierten Fahrern: „Toll, dass sie nicht aufgeben. Grasmann zum Beispiel ist am Samstag und Sonntag toll gefahren.“

Aber im Schatten der vermeintlichen Favoriten fühlen sich Morgan Kneisky (Frankreich/27) und Jesper Mörkov (Dänemark/25) offensichtlich pudelwohl. Beide holten sich gestern den Sieg in der kleinen Jagd und führen das Rennen als einziges Team ohne Verlustrunde an. „Die beiden haben sich gesucht und gefunden“, freut sich auch Weispfennig über sein glückliches Händchen bei der Zusammenstellung dieser Kombination.

Etwas enttäuschend ist dagegen das Abschneiden der beiden spanischen Weltmeister David Muntaner und Albert Torres, die bereits 13 Runden Rückstand aufweisen. Die Rotterdam-Dritten mussten aber mit dem Handicap fertig werden, dass auch Muntaner vom Virus befallen wurde und in den ersten Tagen nicht bei Kräften war.

Party am Samstag bei des Sixdays Bremen

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