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Es passierte unter der Dusche: Xabi Alonso enthüllt Verletzung, die er jahrzehntelang geheim hielt

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Von: Marius Epp

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Xabi Alonso spielte im WM-Halbfinale 2010 gegen Deustchland mit einem Knie-Verband.
Xabi Alonso spielte im WM-Halbfinale 2010 gegen Deutschland mit einem Knie-Verband. Mesut Özil und das DFB-Team hatten das Nachsehen. © Mary Evans/imago

Xabi Alonso erzählte der Öffentlichkeit zum ersten Mal von einer Verletzung, die ihn fast daran hinderte, das WM-Halbfinale 2010 zu bestreiten.

München - Es war ohne Zweifel eine Bilderbuchkarriere, die Xabi Alonso hingelegt hat. Der spanische Mittelfeldstratege holte so ziemlich alle Titel, die im Fußball wichtig sind - unter anderem auch 2010 den Weltmeistertitel mit der „Furia Roja“. Doch eine Verletzung machte seinen Einsatz im WM-Halbfinale eigentlich unmöglich.

Der spanischen Sportzeitung AS erzählte der ehemalige Spieler des FC Bayern erstmals von einem Vorfall kurz vor dem Spiel, den er über ein Jahrzehnt für sich behalten hatte. Stunden vor dem Duell mit Deutschland zog sich Alonso einen tiefen Schnitt im Knie zu - und zwar unter der Dusche.

Ex-Bayern-Star Xabi Alonso verletzte sich vor WM-Halbfinale in der Dusche

Der mittlerweile 40-Jährige stand vor Spielen stets nochmal unter der Brause. Auch am Morgen des Halbfinales folgte er diesem Ritual. Beim Aussteigen aus der Dusche passierte es dann: Die Glaswand brach, ein Glassplitter bohrte sich tief durch das Knie des Fußballers und machte das Badezimmer zum blutigen Tatort.

„Blut schockiert immer, aber in diesem Fall war ich mehr davon schockiert, dass das Muskelgewebe zum Vorschein kam“, erinnert sich Alonso. Doch er fühlte keinen äußeren, sondern nur einen inneren Schmerz: Er fürchtete um die Teilnahme an zwei der wichtigsten Spiele seiner Karriere.

Xabi Alonso vor WM-Halbfinale: „Doktor, ich muss spielen“

Sein damaliger Teamarzt Dr. Cota erinnert sich genau an die Situation. „Er schaffte es nur, mir flehentlich zu sagen: ‚Doktor, um Gottes Willen, machen Sie, was Sie wollen, aber ich muss spielen.‘“ Er habe seine Worte immer noch im Kopf. Beide einigten sich darauf, den Vorfall geheim zu halten, nicht einmal Trainer Vicente del Bosque erfuhr davon.

„Mein Kopf sagte mir, dass Xabi unmöglich hätte spielen können“, sagt der Arzt 12 Jahre später. „Ich weiß nicht, ob ich das Richtige getan habe.“ Die Mannschaft fuhr zum Stadion, dort trennten sich Alonso und Cota unauffällig von der Gruppe. Cota bat den Physiotherapeuten Miguel Gutierrez um Hilfe, gemeinsam betäubten sie das Bein des Stars und nähten die horizontale Wunde über dem Knie.

„Cota war unglaublich“, sagt Alonso heute über seinen Arzt. „Für mich ist es Gott. Ich weiß bis heute nicht, wie ich anderthalb Stunden später im Halbfinale einer Weltmeisterschaft gespielt habe.“ Den Nationalspieler plagten vor dem Spiel schwere Gewissensbisse, niemanden informiert zu haben. Doch die Wunde hielt, Alonso machte eines der besten Spiele seiner Karriere und holte später den Titel. (epp)

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