Der Modus, wer zieht und wer singt

So läuft die WM-Auslosung

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Auch Joachim Löw ist gespannt auf die Auslosung

Costa do Sauípe - Mit einem komplizierten Verfahren werdenan diesem Freitag in Costa do Sauípe die Gruppen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ausgelost. Der Modus und die wichtigsten Fakten.

So entstehen die acht Vorrundengruppen mit jeweils vier Mannschaften:

- Die 32 WM-Teilnehmer sind bzw. werden auf acht Töpfe verteilt.

Topf 1: Gesetzte Teams: Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Uruguay, Belgien, Deutschland, Spanien, Schweiz

Topf 2: Afrika/Südamerika: Algerien, Kamerun, Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria, Chile, Ecuador

Topf 3: Asien/Nord- und Mittelamerika: Australien, Iran, Japan, Südkorea, Costa Rica, Honduras, Mexiko, USA

Topf 4: Europa: Bosnien-Herzegowina, Kroatien, England, Frankreich, Griechenland, Italien, Niederlande, Portugal, Russland

- Zuerst wird ein europäisches Team aus Topf 4 dem Topf 2 zugelost, so dass in allen vier Töpfen acht Mannschaften vertreten sind.

- Die Töpfe werden in der Reihenfolge 1 bis 4 geleert und die Gruppen A bis H nacheinander gefüllt. Die gesetzten Teams bilden dabei jeweils den Kopf der Gruppe, in die sie gelost werden.

- Gastgeber Brasilien ist als Gruppenkopf A 1 gesetzt und bestreitet das Eröffnungsspiel am 12. Juni.

- Mannschaften aus einer Konföderation dürfen nicht in der Vorrunde aufeinandertreffen, Ausnahme: pro Gruppe dürfen maximal zwei europäische Teams vertreten sein.

- Weil die europäische Mannschaft aus Topf 2 nicht in eine Gruppe kommen darf mit einem gesetzten europäischen Team, werden die vier südamerikanischen Mannschaften aus Topf 1 in einen zusätzlichen Topf X platziert. Eines dieser Teams wird dann gezogen. Das europäische Team aus Topf 2 wird dann dieser Mannschaft zugelost.

- Die verbleibenden Mannschaften werden nun nacheinander den Gruppen A bis H zugelost - mit der Möglichkeit, eine bestimmte Gruppe auszulassen. So dürfen beispielsweise Chile und Ecuador nicht in einer Gruppe mit einem gesetzten südamerikanischen Team landen.

- Deutschland wird ein Gegner aus dem Topf 2 (Afrika/Südamerika plus ein Europäer), ein Kontrahent aus dem Topf 3 (Asien/Nord- und Mittelamerika) sowie ein Europäer aus Topf 4 zugelost.

Jogi unter Palmen vor der WM-Auslosung: Bilder

Jogi unter Palmen vor der WM-Auslosung: Bilder

Fragen & Antworten

WAS LIEGT AN? Am Freitag (17.00 Uhr/ARD) werden im brasilianischen Costa do Sauipe die acht Vorrunden-Gruppen der Fußball-WM 2014 (12. Juni bis 13. Juli) ausgelost. Den acht Gruppenköpfen, darunter Deutschland, werden je drei Gegner zugewiesen. Die Zeremonie wird live in 193 Länder übertragen.

COSTA DO SAUIPE? NICHT RIO DE JANEIRO? WARUM? Brasilien will seine Schokoladenseite präsentieren, Sonne, Strand und Palmen. Costa do Sauipe gehört zu der Gemeinde Mata de Sao Joao, es ist ein malerischer Kurort, der mit „ewigem Sommer“ wirbt. Im dortigen Nobel-Resort, bestehend aus Luxushotels und Pensionen, wird die 90-Minuten-Show mit Stars und Sternchen aus Gesellschaft, Sport und Musik stattfinden - vor 3500 Funktionären und Ehrengästen.

WER IST GESETZT? Gastgeber Brasilien und die sieben besten WM-qualifizierten Teams in der Oktober-Weltrangliste der FIFA: Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, Schweiz, Uruguay.

WIE SIND DIE ANDEREN LOSTÖPFE GESTALTET? Bei der Einteilung der drei weiteren Töpfe spielen neben sportlichen auch regionale Kriterien eine Rolle. Dabei gibt es noch eine Besonderheit. In Topf vier befinden sich derzeit noch neun europäische Mannschaften. Vor der eigentlichen Gruppenauslosung wird eine europäische Mannschaft in Topf zwei gelost, damit sich in allen Töpfen acht Teams befinden.

WAS DROHT DEUTSCHLAND? Angesichts der Töpfe und des fast traditionellen Losglücks: nichts Dramatisches. Was auch kommt, es wird und muss für die Nummer zwei der Welt lösbar sein. Gruppengegner 2010 waren Australien, Ghana und Serbien, 2006 bei der Heim-WM Costa Rica, Polen und Ecuador. 2002 Irland, Kamerun, Saudi-Arabien, 1998 Iran, Jugoslawien und die USA. Der letzte „große“ WM-Vorrundengegner war Spanien 1994. Möglich wären theoretisch England, Chile und die USA - oder die Niederlande, Japan und die Elfenbeinküste.

WER KOMMT DIESMAL IN DIE SPRICHWÖRTLICHE „TODESGRUPPE“? Die europäische Mannschaft, die in Lostopf zwei landet. Der Gruppenkopf kann nur aus Südamerika kommen, es drohen Brasilien, Argentinien, Kolumbien und Uruguay. Möglich wäre folgende Gruppe: Brasilien, Italien, USA, Frankreich.

WEN SCHICKT DER DFB? Bundestrainer Joachim Löw und Co. flogen am Dienstag über Sao Paulo ins 11.500 Flugkilometer entfernte Salvador da Bahia. Die letzte Etappe ins 75 Kilometer entfernte Costa do Sauipe bewältigte die DFB-Delegation, der zudem Hansi Flick, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Generalsekretär Helmut Sandrock und Teammanager Oliver Bierhoff angehören, mit dem Auto.

WER WIRD WELTMEISTER? Die Statistik sagt: In Südamerika wird immer eine südamerikanische Mannschaft Weltmeister. Das geschah allerdings zuletzt 1978 in Argentinien. Die letzte Mannschaft, die ihren Titel erfolgreich verteidigte, war Brasilien (1958/62), die Spanier stehen also vor einer historischen Aufgabe. Und bei der letzten WM in Brasilien (1950) schnappte Uruguay den Gastgebern den Titel weg. Es spricht also alles für... Argentinien, oder?

Fakten zur Auslosung

Während einer 90-minütigen Show werden an diesem Freitag in Costa do Sauípe die Gruppen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ausgelost: Für das Rahmenprogramm setzen die Organisatoren auf frühere Weltmeister, heimische Künstler und natürlich die Legende Pelé.

- Das Schauspieler-Duo Fernanda Lima und Rodrigo Hilbert wird die Gala-Show moderieren und präsentieren.

- Musikalische Auftritte haben die brasilianischen Künstler Alexandre Pires, Alcione, Emicida, Vanessa da Mata und Margareth Menezes.

- FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke leitet die Auslosung und ist verantwortlich für den ordnungsgemäßen Ablauf.

- Als Los-Assistenten fungieren Lothar Matthäus (Deutschland), Fabio Cannavaro (Italien), Mario Kempes (Argentinien), Fernando Hierro (Spanien), Zinédine Zidane (Frankreich), Alcides Ghiggia (Uruguay), Geoff Hurst (England), Cafu (Brasilien).

- Die brasilianische Legende Pelé wird einen besonderen Auftritt erhalten. Details wollen die Organisatoren noch nicht verraten.

Zahlen zur Auslosung

5: Für den Bühnenaufbau und die Dekoration haben 5 Lastwagen von 20 Metern Länge Material herangeschafft.

8: Lothar Matthäus (Deutschland), Zinédine Zidane (Frankreich), Alcides Ghiggia (Uruguay), Geoff Hurst (England), Mario Kempes (Argentinien), Cafu (Brasilien), Fabio Cannavaro (Italien) und Fernando Hierro (Spanien) werden die Lose ziehen. Damit sind Repräsentanten aus den bisherigen acht Weltmeisterländern vertreten.

30: Fast alle Nationaltrainer der 32 WM-Mannschaften werden vor Ort sein. Nur Oscar Tabarez (Uruguay) und Miguel Herrera (Mexiko) fehlen.

36: Das Gewicht der Ausrüstung für Beleuchtung liegt bei 36 Tonnen.

193: Die Auslosung wird in 193 Ländern im TV zu sehen sein.

2700: Ob 200 Volunteers, 300 Sicherheitskräfte oder 300 FIFA-Angestellte - insgesamt werden 2700 Menschen vor Ort im Einsatz sein, um den reibungslosen Ablauf der Show zu gewährleisten.

4800: Insgesamt werden 4800 akkreditierte Personen erwartet, darunter etwa 2000 Medienvertreter.

9000: Das extra errichtete weiße Zelt ist 9000 Quadratmeter groß.

dpa

Alle 32 WM-Teilnehmer stehen fest: Diese Teams haben ein Ticket

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