"Krieger" sagt Brasilien den Kampf an:

Vidal: "Wir sind wie ein Selbstmord-Kommando"

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Arturo Vidal.

Sao Paulo - Außenseiter Chile hat vor dem Achtelfinale gegen Brasilien keinerlei Angst. Ganz im Gegenteil. Arturo Vidal findet markige Worte.

Dem kurzen Schock folgte die martialische Kampfansage. „Wir wollten nicht gegen Brasilien spielen“, sagte der frühere Leverkusener Arturo Vidal: „Aber Brasilien wollte noch viel weniger gegen uns spielen. Weil wir eine Mannschaft sind wie ein Selbstmord-Kommando. Wir geben unser Leben für diese WM.“

Der Himmelssturm der giftigen, leidenschaftlichen und unbequemen Quälgeister aus Chile soll trotz des 0:2 (0:0) im letzten Gruppenspiel gegen die Niederlande und des Topfavoriten als Achtelfinal-Gegner noch nicht zu Ende sein. „Brasilien ist zwar das härteste Los, das man kriegen kann“, meinte Vidal, der in seiner Heimat als „kleiner Krieger“ verehrt wird: „Aber ich glaube, dass wir sie schlagen können. Und wer dieses Spiel gewinnt, wird richtig weit kommen.“

Weltmeister werden, so lautete Vidals Ziel schon vor dem Turnierstart. Von manchen wurde er belächelt, doch die Siege gegen Australien (3:1) und vor allem Spanien (2:0) hievten die „Roja“ tatsächlich in den Status eines Geheimfavoriten.

Luiz Felipe Scolari hat das schon vorher gewusst. Nach der Auslosung im vergangenen Dezember wurde der brasilianische Nationalcoach gefragt, ob er Weltmeister Spanien oder Vize-Weltmeister Niederlande als möglichen Achtelfinal-Gegner mehr fürchte. Seine Antwort: „Chile! Gegen die zu spielen, ist ein einziger Schmerz. Jede europäische Mannschaft wäre mir lieber als diese Chilenen. Ich hoffe, sie kommen nicht weiter. Und ich hoffe erst Recht, dass wir nicht gegen sie spielen müssen.“

An diese Worte erinnerte sich Vidal. Sorgen macht er sich deshalb nicht um den Gegner, sondern allenfalls um seine Gesundheit. Nach seiner Knie-Operation hatte der Mittelfeldstar von Juventus Turin in den ersten beiden Spielen jeweils vorzeitig vom Platz gemusst, gegen die Niederlande blieb er sogar 90 Minuten draußen. „Aber dieses Spiel werde ich um nichts in der Welt verpassen“, versprach er: „Ich werde alles geben und alles tun, um fit zu werden.“

Angst hat er nur vor einer möglichen Benachteiligung gegen den WM-Gastgeber, und auch das sprach er offen aus. „Ich hoffe, die FIFA schickt uns einen Weltklasse-Schiedsrichter“, meinte der 27-Jährige: „Wenn sie uns einen schicken wie in den bisherigen Spielen Brasiliens oder wie in unserem Spiel gegen Holland, dann wird es schwer für uns.“

Die Vorwürfe gegen Schiedsrichter Bakary Gassama aus Gambia, der eine ausgezeichnete Leistung bot und auch nicht auf die Fallsucht und das unfaire Karten-Fordern vieler Chilenen reinfiel, war jedoch genauso unsinnig wie der Vorwurf von Jorge Sampaoli an den Gegner. Dieser habe „ja nur verteidigen“ wollen, sagte der Trainer, als sei dies eine plausible Ausrede für die diesmal mäßige Leistung seiner Überflieger.

Klar ist, dass die Niederländer gezeigt haben, wie man den Chilenen den Zahn zieht. Man muss sie das Spiel machen und sich verausgaben lassen. Dies wird Brasilien aber nicht können, die heimischen Fans fordern Offensive. Auch deshalb ist der Außenseiter nicht chancenlos.

„Chile ist eine überragende Mannschaft. Ich denke, sie können sehr weit kommen“, versicherte der niederländische Bayern-Star Arjen Robben. Und auch sein Kollege Wesley Sneijder rechnet den Chilenen gegen den Topfavoriten eine Chance aus. „Weil sie eine unglaubliche Mentalität und Leidenschaft haben. Und weil sie so viele lautstarke Fans im Rücken haben, dass auch der Heimvorteil für Brasilien nicht so groß sein wird.“

Die „große Bühne und das ganze Drumherum“ werde sein Team „auf keinen Fall beeinflussen“, versprach auch Sampaoli: „Wir haben hungrige Spieler mit Träumen. Wenn wir so leidenschaftlich spielen wie gegen Holland und so gut wie gegen Spanien, haben eine wir eine Chance.“

sid

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