Wieder gescheitert

Messi bleibt der Unvollendete

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Lionel Messi beim Finale.

Rio de Janeiro - Der Superstar des Weltfußballs läuft seinem großen Ziel weiter vergeblich hinterher. Auch im dritten Anlauf verpasste Lionel Messi mit Argentinien den ersehnten WM-Titel.

Lionel Messi steht immer noch im Schatten von Diego Maradona: Er war öfter Weltfußballer als alle anderen, hat mit dem FC Barcelona alle Titel gewonnen - doch die Krönung seiner Karriere hat der 27-Jährige verpasst. So dicht wie diesmal war er noch nie an seinem ersten Titel mit der Nationalelf, doch statt des argentinischen Kapitäns stemmte nach der 0:1 (0: 0)-Niederlage nach Verlängerung Deutschlands Spielführer Philipp Lahm den WM-Pokal in den Nachthimmel von Rio de Janeiro. Messi hinkt derweil immer noch dem 86er-Kapitän Maradona hinterher. Die Auszeichnung als bester Spieler des Turniers ist ein schwacher und vor allem unverdienter Trost.

Und er hat es sich auch selbst ein Stück weit zuzuschreiben. Im Endspiel gegen Deutschland blieb Messi ohne Tor, nach vier Treffern in den drei Gruppenspielen blieb er in allen vier Partien der K.o. -Phase ohne Treffer.

Im Finale hatte Messi wie immer alle Freiheiten - und er nutzte sie zunächst wenigstens ein bisschen mehr als in den drei vorherigen Spielen gegen die Schweiz (1:0 n.V.), Belgien (1:0) und die Niederlande (0:0, 4:2 i.E.). Er lief zwar wieder am wenigsten von allen - im ersten Durchgang nur 10 Meter mehr als der bereits in der 16. Minute angeschlagene und nach einer halben Stunde ausgewechselte Christoph Kramer. Doch seine Genialität blitzte zumindest hin und wieder auf.

Vor allem in der 40. Minute, als er aus abseitsverdächtiger Position auf dem rechten Flügel zu einem überragenden Solo ansetzte, Mats Hummels stehen ließ, dann auch Manuel Neuer und vom überragenden Jerome Boateng erst im letzten Moment gestoppt wurde. Zwei Minuten nach der Pause hatte er nach einem Pass von Lucas Biglia das 1:0 auf dem Fuß, doch er schoss am langen Eck vorbei. Diese Szene zeigte aber auch, dass der Barcelona-Star nicht mehr ganz in der Form der vergangenen Jahre ist - sonst hätte er daraus sicher mehr gemacht.

Das „Wasser in der Wüste“, wie ihn Trainer Alejandro Sabella nannte, war Messi in Brasilien zu selten. Nach seinen Toren in der Vorrunde und seiner sensationellen Vorarbeit zum Siegtor von Angel Di Maria gegen die Schweiz hatte Maradona schon vom „FC Messi“ gesprochen. Doch ansonsten war es eher die defensive Kompaktheit, die die Argentinier erstmals seit 1990 ins Endspiel führte.

Nachdem ihm in der 75. Minute ein leichter Ball versprungen war, verhöhnten die brasilianischen Fans ihn sogar - die etwa 25.000 Argentinier antworteten mit minutenlangen „Messi, Messi“-Rufen. Trotzdem tauchte er danach bis zum Ende der Verlängerung völlig unter. In der Nachspielzeit der Verlängerung setzte er einen Freistoß aus 20 Metern weit über das Tor.

Dann musste er Deutschland beim Feiern zusehen.

sid

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