Brasilien fiebert WM-Auftakt entgegen

Lahm warnt: "Uns wird alles abverlangt"

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Philipp Lahm am Dienstag bei der Pressekonferenz.

Rio de Janeiro - Bundestrainer Löw ist vor dem WM-Auftakt im Wettkampfmodus und hat seine Startelf im Kopf. Für Kapitän Lahm ist die Partie gegen Portugal ein Wegweiser für den weiteren Turnierverlauf.

Bei einem Segeltörn vor der Atlantikküste durften die deutschen Nationalspieler am Dienstag noch einmal kurz vom Fußball abschalten. Bundestrainer Joachim Löw ist dagegen bereits ganz im WM-Modus und setzte die intensive Vorbereitung auf dem Trainingsplatz fort. „Wir trainieren verschiedene Varianten“, berichtete André Schürrle. Für Kapitän Philipp Lahm ist die erste Partie gegen Portugal gleich ein Wegweiser für den weiteren Turnierverlauf. „Es wird uns gleich im ersten Spiel alles abverlangt. Wenn man dieses Spiel nicht gewinnen sollte, kann man schon unter Druck geraten“, mahnte Lahm sechs Tage vor dem Anpfiff in Salvador.

Der 30 Jahre alte Münchner erinnerte an die Europameisterschaft 2012, als die deutsche Mannschaft ebenfalls im ersten Gruppenspiel auf die Portugiesen traf und durch ein Kopfballtor von Mario Gomez knapp mit 1:0 gewinnen konnte. „Portugal war auch vor zwei Jahren sehr stark. Da haben wir mit ein bisschen Glück gewonnen“, sagte Lahm. „Sie sind eine sehr gute Mannschaft, physisch sehr stark und gefährlich.“ Der Kapitän wird wohl erstmals als Mittelfeldspieler in ein Turnier starten. Die Verkündung der neuen Rolle sei aber nicht seine Aufgabe, sondern die des Bundestrainers.

Zwei Tage vor dem Start sind die Vorbereitungen im Gastgeberland Brasilien immer noch nicht abgeschlossen. Im Eröffnungsstadion in Sao Paulo schuften 300 Arbeiter rund um die Uhr. Die Abnahmegenehmigung der Feuerwehr ist immerhin bereits erfolgt. 67 000 Besucher werden zum ersten Spiel des Turniers erwartet. Zudem wurde der U-Bahn-Streik vorerst ausgesetzt. Weitere Streiks sind jedoch auch am Tage der Auftaktpartie zwischen Brasilien und Kroatien am Donnerstag nicht ausgeschlossen.

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Die Partie des fünffachen Weltmeisters wird von dem Japaner Yuichi Nishimura geleitet. Der Weltverband FIFA betraute den 42 Jahre alten Schiedsrichter am Dienstag mit der Leitung des WM-Eröffnungsspiels. Auch für die drei WM-Spiele am Freitag legte die FIFA die Unparteiischen fest. Die Partie zwischen Mexiko und Kamerun wird von Wilmar Roldan aus Kolumbien gepfiffen. Der Italiener Nicola Rizzoli ist Referee bei der Neuauflage des Finals von 2010 zwischen den Niederlanden und Spanien. Bei der Begegnung zwischen Chile und Australien kommt Noumandiez Doue aus der Elfenbeinküste zum Einsatz.

Das Gerüst für die deutsche Startelf steht in Löws Überlegungen sechs Tage vor dem Showdown gegen Portugal. „Natürlich gibt es Planspiele, natürlich weiß ich in etwa, wer spielen wird“, sagte der 54-Jährige. „Die Positionen sind doppelt besetzt. Jeder will, wenn er reinkommt, die Chance nutzen. Das ist natürlich ein Vorteil“, sagte Mittelstürmer Miroslav Klose. Der 36-Jährige muss bei seiner vierten WM wohl zunächst eine Jokerrolle übernehmen.

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Derweil sind auch die früheren Titelträger Argentinien, Uruguay und Frankreich in Brasilien eingetroffen und haben ihr Quartier bezogen. Vier Tage vor dem Klassiker im Auftaktspiel gegen England musste sich das italienische Team auch an die Wetterkapriolen gewöhnen. Die Azzurri trainierten in Mangaratiba im strömenden Regen. Nicht dabei war Mittelfeldspieler Marco Verratti, der wegen Fiebers pausieren musste.

Deutschlands Gruppengegner Ghana hat den letzten Härtetest im Trainingslager in Miami bestanden. Der viermalige Afrikameister bezwang Südkorea mit 4:0, dabei erzielte Jordan Ayew gleich drei Treffer. Kapitän Asamoah Gyan war einmal erfolgreich.

dpa

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