Niederlage gegen Nigeria

Nach Schiri-Fehler: Aus für Bosnien-Herzegowina

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Hier erzielt Peter Odemwingie das 1:0 für Nigerial

Cuiaba - Das erste WM-Abenteuer von Debütant Bosnien-Herzegowina hat ein schnelles Ende genommen. Besonders bitter: Ein Fehler des Schiedsrichters brachte die Europäer auf die Verliererstraße.

 Das Team des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs Edin Dzeko verlor gegen Nigeria 0:1 (0:1) und hatte fünf Tage nach dem 1:2 gegen Argentinien traurige Gewissheit: Das Achtelfinale ist schon nach zwei Spieltagen in unerreichbare Ferne gerückt - und das auch noch auf äußerst ärgerliche Weise.

Sieben Minuten, bevor Peter Odemwingie (29.) das 1:0 erzielte, hatte Schiedsrichter Peter O'Leary (Neuseeland) bei tropischer Hitze in Cuiaba einen regulären Dzeko-Treffer wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht gegeben. Dennoch war der erste WM-Sieg der Afrikaner seit 1998 verdient - auch wenn der unglücklich Dzeko in der Nachspielzeit noch den Pfosten traf.

„Es war sehr schwer für uns, das Ding wollte einfach nicht rein“, sagte Regisseur Zvjezdan Misimovic und fügte frustriert hinzu: „Die Gruppe war machbar, aber wir haben Lehrgeld bezahlt.“ Vedad Ibisevic sprach trotzdem von einer „unheimlichen Erfahrung“, die das Team in Brasilien gesammelt habe.

Den Super Eagles (Super-Adler) würde nun im letzten Spiel gegen die bereits qualifizierten Argentinien ein Remis zum Einzug ins Achtelfinale genügen. Ein Sieg brächte sogar den Gruppensieg ein.

„Ich bin sehr zufrieden. Wir haben gewonnen und viel Charakter gezeigt“, sagte Trainer Stephen Keshi. Mit Blick auf das nicht gegebene Tor der Bosnier ergänzte er: „Man braucht auch Glück im Leben, und wenn das Glück war, nehme ich es gerne mit.“

Nigeria präsentierte sich vor 40.499 Zuschauern im Vergleich zum öden 0:0 gegen den Iran viel gefährlicher, spielte strukturierter und war gedankenschneller. Zwei Änderungen auf den Flügelpositionen zeigten die von Coach Keshi gewünschte Wirkung, mit Peter Odemwingie und Michel Babatunde war viel mehr Ordnung und Zug im Spiel.

Doch großes Pech und Grund zum Ärgern hatten zunächst die Bosnier. Nach einem Pass seines ehemaligen Wolfsburger Klub-Kollegen Misimovic erzielte Dzeko ein einwandfreies Tor, das nicht gegeben wurde. Zwei Minuten später legte Dzeko seinen ganzen Frust in einen Schuss von der Strafraumgrenze, den Nigerias Torwart Vincent Enyeama aber parierte.

Nigeria blieb gefährlich und ging nicht unverdient in Führung. Emmanuel Emenike ließ Kapitän Emir Spahic von Bayer Leverkusen auf dem rechten Flügel stehen, startete durch bis zur Grundlinie und passte zurück auf Odemwingie, der Asmir Begovic im Tor der Bosnier keine Chance ließ. Spahic beschwerte sich danach, Emenike hätte ihn gefoult, doch diesmal lag O'Leary richtig.

Bosnien war nur mit zwei „Deutschen“ gestartet: Spahic und Mensur Mujdza (SC Freiburg). Der Schalker Sead Kolasinac, dem im ersten Spiel gegen Argentinien (1:2) ein Eigentor unterlaufen war, saß zunächst draußen. Auch Ibisevic (VfB Stuttgart), der gegen Argentinien den ersten WM-Treffer in der Geschichte Bosniens geschossen hatte, und der Hoffenheimer Sejad Salihovic fanden sich auf der Bank wieder.

Das änderte sich in der zweiten Halbzeit, als zunächst Ibisevic kam (57.) und eine Minute später Salihovic. Doch das Spiel der Bosnier erhielt keinen neuen Schwung, Nigeria hatte durch Emenike sogar die große Chance zur Führung (61.), doch Begovic parierte den Schuss aus spitzem Winkel.

Den Bosniern ging aber immer mehr die Luft aus, Misimovic schleppte sich noch schwerfälliger als sonst über den Platz. Dzeko ließ sich immer weiter fallen, um zu helfen, fehlte dann aber in der Spitze. Chancen gab es kaum, erst Ibisevic sorgte in der 74. Minute mit einem Kopfball wieder für Gefahr. Bosnien mühte sich, war aber gegen das Wetter und die gut organisierte Defensive der Nigerianer chancenlos - bis in die Nachspielzeit und Dzekos Pfostenschuss.

sid

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