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Beckenbauer über seinen Gesundheitszustand: „Die Leute denken wohl, der lebt nimmer lang“

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Von: Marius Epp

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Deutschland startet gegen Japan in die WM. Nicht nach Katar reisen wird Franz Beckenbauer - der Kaiser verrät in einem seltenen Interview, wie es ihm geht.

München - Am frühen Mittwochnachmittag ist es so weit: Deutschland bestreitet das erste Spiel der WM 2022. In Al-Rayyan trifft die DFB-Elf auf Japan (Spielplan zur WM 2022). Wertvollere Ratschläge für sein erstes großes Turnier als Bundestrainer könnte Hansi Flick wohl von kaum jemandem empfangen als vom Kaiser höchstpersönlich - Franz Beckenbauer hat den Pokal schließlich als Spieler und Trainer nach Hause gebracht.

Franz Beckenbauer
Geboren: 11. September 1945 (Alter 77 Jahre) in München, Deutschland
Größe: 1,81 m
Stationen als Spieler: FC Bayern München, New York Cosmos, Hamburger SV
Stationen als Trainer: Deutschland, Olympique Marseille, FC Bayern München (Interimscoach)

Franz Beckenbauer ist auf einem Auge blind - Kaiser verfolgt WM „vor dem Fernseher“

Doch der Kaiser hält sich zurück. Längst ist er ein stiller Genießer des Fußballgeschehens geworden. Über seinen Gesundheitszustand drang in den letzten Jahren nicht viel an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Bunte meldet sich die 77-jährige Legende vor dem ersten WM-Spiel der Nationalmannschaft (Sendetermine des DFB-Teams) zu Wort, berichtet tz.de.

Natürlich fiebert Beckenbauer beim deutschen WM-Auftakt (hier im Live-Ticker) mit. „Aber ich werde nicht nach Katar reisen. Ich drücke unserer Mannschaft vor dem Fernseher die Daumen“, sagt er. Das letzte Mal sei er vor einem Jahr im Stadion gewesen. „Wissen Sie, das ist ganz schön anstrengend. Jeder fragt mich, wie es mir geht, und ich muss jedem das Gleiche sagen.“

Franz Beckenbauer im Sommer auf der Tribüne in Sinsheim.
Franz Beckenbauer im Sommer auf der Tribüne in Sinsheim. © Tom Weller/dpa

Beckenbauer witzelt: „Die Leute denken wohl, der lebt nimmer lang“

Der Kaiser spricht in der Folge offen über seine Gesundheit: „Ich hatte auf einem Auge einen sogenannten Augeninfarkt. Rechts sehe ich leider nichts mehr. Damit komme ich klar“, berichtet Beckenbauer. „Und mit dem Herzen muss ich aufpassen“, ergänzt er.

Bereits 2016 bekam er drei Bypässe, 2019 folgte die Augen-OP. Seinen Humor hat er aber noch lange nicht verloren. Zurzeit erhalte er „besonders viel Autogrammpost, die ich gerne beantworte. Die Leute denken wohl, der lebt nimmer lang. Aber ich versuche, euch noch eine Weile erhalten zu bleiben“, scherzt er.

Beckenbauer zieht sich aus Öffentlichkeit zurück

Öffentliche Auftritte des Kaisers werden auch in Zukunft rar bleiben. Zuletzt zeigte er sich beim Abflug der DFB-Frauen zur EM und wünschte dem Team bei einem Besuch viel Erfolg. An der aktuellen Katar-Diskussion beteiligt sich Beckenbauer nicht - Joshua Kimmich konnte sich dem Thema auf der Pressekonferenz vor dem Japan-Spiel nicht entziehen, reagierte aber genervt. (epp)

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