17-Jähriger schreibt Geschichte

VfB-Youngster Werner: Treffen ja, Reden nein

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Timo Werner wurde auch von Bundestrainer Jogi Löw gelobt.

Freiburg - Timo Werner vom Bundesligisten VfB Stuttgart hat mit seinem Doppelpack beim 3:1 (2:0) im Derby beim SC Freiburg Geschichte geschrieben. Reden ist ihm dagegen nicht erlaubt.

Tore schießen darf Timo Werner, Reden ist ihm dagegen nicht erlaubt. Der frisch gebackene Inhaber zweier Bundesligarekorde solle geschützt werden, so lautet die offizielle Sprachregelung des VfB Stuttgart. So durfte der Jungstar, der sich mit zwei Toren beim 3:1 (2:0) im Derby beim SC Freiburg zum jüngsten Doppeltorschützen der Geschichte gemacht hat (17 Jahre und 249 Tage), also nichts sagen. Dafür sprachen andere über den Offensivspieler, der zugleich als jüngster Profi aller Zeiten drei Treffer in einer Saison erzielt hat - dass Werner diesen Rekord in der laufenden Spielzeit noch mehrfach brechen wird, wurde dabei übrigens von niemandem bezweifelt.

"Für sein Alter richtig abgezockt vor dem Tor"

Auch nicht vom Bundestrainer, der das schnellste Lob für Werner parat hatte. „Das hat er überragend gemacht“, sagte Joachim Löw, der das Duell der baden-württembergischen Rivalen auf der Pressetribüne verfolgte, direkt nach dem spielentscheidenden zweiten Treffer des Junioren-Nationspielers in der 82. Minute. Den gleichen Kommentar hätte der 53-Jährige auch bereits in der 10. Minute abgeben könnte. Da hatte Werner die halbe Freiburger Defensive mit einem Sololauf abgehängt und stark vollstreckt.

„Er hat schon besondere Fähigkeiten, was den Speed angeht. Und er ist für sein Alter richtig abgezockt vor dem Tor“, sagte VfB-Trainer Thomas Schneider über seinen Schützling, der erst am 17. August gegen Bayer Leverkusen sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte: „Er macht das richtig gut auf der Außenbahn. Er hat sich auch defensiv stark verbessert. Dabei ist er eigentlich ein ausgebildeter Mittelstürmer.“

Da diese Position beim VfB nicht unbedingt schlecht besetzt ist - Vedad Ibisevic erzielte in Freiburg sein achtes Saisontor (9.) - schlägt sich der jüngste Profi und jüngste Torschütze der Stuttgarter Klubgeschichte eben auf der linken Seite durch. Und wie. „Der Junge macht einfach Spaß“, sagte Sportdirektor Fredi Bobic über Werner, der am 22. September im Spiel gegen Eintracht Frankfurt (1:1) seinen ersten Treffer in der Eliteklasse erzielt hatte.

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Gleichzeitig hob Bobic aber mahnend den Zeigefinder: „Wir müssen ihm weiter Zeit geben, um zu wachsen.“ Der Stuttgarter Sportchef weiß, wovon er redet. Denn bisher hat der VfB mit Blick auf den Teenager, der die Schule auf jeden Fall mit dem Abitur abschließen möchte, alles richtig gemacht.

Der jüngste Bundesliga-Spieler mit einer Torvorlage, der als größtes Sturmtalent seit Mario Gomez gilt, stammt aus dem Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt. Schon als F-Jugendlicher wechselte Werner vom TSV Steinhaldenfeld zum VfB. Dort durchlief er alle Jugend-Mannschaften. In der vergangenen Saison rückte Werner in das Team der A-Junioren auf, obwohl er noch B-Jugendlicher war. Kurz darauf machte Werner sein erstes Spiel für die deutsche U19 gegen Dänemark und traf natürlich prompt. Am Saisonende war Werner mit 24 Treffern Torschützenkönig der U19-Bundesliga Süd/Südwest.

Wer so auf sich aufmerksam macht, gerät mittlerweile schnell ins Visier internationaler Topklubs. So ist es auch bei Werner, dessen Vertrag beim VfB bis 2015 läuft. Die Schwaben bemühen sich zwar um eine Vertragsverlängerung, sind aber gleichzeitig mit Anfragen europäischer Spitzenvereine konfrontiert. Und wenn Werner so weiter spielt, dürften die gebotenen Ablösesummen schnell bei einer Höhe ankommen, bei der die Verantwortlichen nur noch schwer nein sagen können.

sid

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