Vertrag bis 2017

Skripnik jetzt offiziell der Chef - und zieht Zügel an

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Viktor Skripnik hat bei Werder Bremen einen Vertrag als Chef-Coach bis 2017 unterzeichnet.

Bremen - Vertrauensbeweis in höchster Not: Werder Bremen hat Trainer Viktor Skripnik einen Profivertrag gegeben und plant mit mehr Härte den Gang aus dem Tabellenkeller.

Mehr Macht, mehr Geld, mehr Härte: Viktor Skripnik ist 33 Tage nach Beginn seiner Retter-Mission bei Werder Bremen endgültig formell zum Cheftrainer befördert worden und zieht beim Tabellenvorletzten die Zügel an. „Wir dürfen nicht nur lieb sein, sondern auch unangenehm“, sagte Skripnik vor der richtungweisenden Partie gegen den frechen Aufsteiger SC Paderborn (Samstag, 15.30 Uhr/Sky): „Der Gegner soll wieder Angst bekommen, in unseren Strafraum zu kommen.“

Zuvor war am Donnerstag Skripniks bis 2017 laufender Kontrakt in einen Profivertrag umgewandelt worden. Der neue Hoffnungsträger erhält jetzt an der Weser mehr Einfluss und Gehalt. Eine Belohnung für das Minimalziel Klassenerhalt wird es für den 45-Jährigen aber nicht geben. Er habe sich „keine Nicht-Abstiegsprämie“ zusichern lassen, sagte Skripnik. Auch der Vertrag seines Assistenten Torsten Frings wurde angepasst.

Nach der bitteren Pleite im Nordderby beim Hamburger SV (0:2) und dem damit verbundenen Abrutschen auf den vorletzten Platz in der Fußball-Bundesliga hat das Duo die Mannschaft unter der Woche deutlich unter Druck gesetzt. Besonders die gegen den HSV vermisste „Zweikampfstärke“ erwartet Skripnik gegen Paderborn wieder. „Wir müssen realistisch sein, wir sind nicht Bayern. Wir können nicht nur spielerisch überzeugen, wir brauchen Typen“, sagte er: „Ich kann versprechen, dass wir mit 100 Prozent Herz spielen werden. Wir wollen die drei Punkte unbedingt.“ Und Sportchef Thomas Eichin meinte: „Die Bundesliga ist gnadenlos und brutal. Wir müssen 100 Prozent wach sein, um die nötigen Punkte einzufahren.“

Werder weiter ohne Di Santo

Doch vor der Partie plagen Skripnik arge Personalsorgen. Gegen Paderborn fehlen ihm die gesperrten Clemens Fritz und Linksverteidiger Santiago Garcia. Zudem fällt Top-Stürmer Franco Di Santo (Knie) ebenso weiter verletzt aus wie Ludovic Obraniak (Muskelverhärtung). Wer dafür ins Team rückt, ließ Skripnik noch offen: „Wir haben noch keine Lösung gefunden.“ Immerhin: Innenverteidiger Sebastian Prödl (Hüfte) und Torwart Raphael Wolf (Knie) sind nach kleineren Blessuren wieder im Mannschaftstraining und einsatzbereit.

Ob Skripnik im Winter wegen der angespannten Kaderdichte noch einmal neue Spieler kaufen darf, ist fraglich. Schließlich machte Werder vergangenen Geschäftsjahr zum dritten Mal in Serie ein dickes Minus, fuhr diesmal einen Verlust von 9,8 Millionen Euro ein. Viel Geld ist damit nicht in der Kasse für Verstärkungen. Eichin kokettierte deshalb zuletzt eher mit Verkäufen. Als Streichkandidaten gelten Eljero Elia und Obraniak.

Doch auch ohne neue Stars und eine festgeschriebene Nicht-Abstiegsprämie brennt Skripnik auf seine Retter-Mission. „Wir werden alles daran setzen, wieder in die Erfolgsspur zu kommen“, sagte er nach der Unterschrift: „Wir wollen so schnell wie möglich aus dem Abstiegskampf raus und die Mannschaft weiterentwickeln.“

SID

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