Justizminister Maas übt scharfe Kritik

Fifa-Skandal: Warner sichert Blatter Loyalität zu

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Sepp Blatter und Jack Warner - Fifa-Freunde auf ewig?

Wellington - Im FIFA-Korruptionsskandal meldet sich mal wieder Jack Warner zu Wort. Nun will er doch loyal zum scheidenden Präsidenten Blatter stehen. Der dürfte es gerne hören, auf Reisen verzichtet er.

Joseph Blatter ist die Reiselust vergangen. Bei der Frauen-WM in Kanada ist der umstrittene FIFA-Präsident abwesend, zum Finale der U20-WM in Neuseeland wird der 79-Jährige auch nicht reisen. Offizieller Grund sind seine „derzeitigen Verpflichtungen“ im FIFA-Hauptquartier in Zürich und nicht etwa drohende Befragungen von Justizbehörden im Zuge des Korruptionsskandals. Dabei darf der 79-Jährige wieder etwas beruhigter sein. Brisante Enthüllungen seines früheren Vizes Jack Warner hat er wohl nicht zu befürchten.

„Ich habe 30 Jahre mit Blatter zusammengearbeitet. Ich weiß, was Loyalität ist. Wenn ein Kerl am Boden liegt oder scheinbar am Boden liegt, werde ich ihn nicht noch weiter herunterdrücken“, sagte Warner, der als einer der Schlüsselfiguren im FIFA-Korruptionsskandal gilt. Noch vor zwei Wochen hatte Warner eine „Lawine“ angekündigt, sollte er sein Wissen publik machen.

Blatter, der Anfang des Monats seinen Rücktritt angekündigt hat, wird es gerne hören. Zuletzt waren sogar Spekulationen aufgekommen, dass er doch im Amt blieben könnte.

Für Deutschlands Justizminister Heiko Maas ein unvorstellbares Szenario. „Blatter scheint den Abpfiff nicht gehört zu haben. Absurdes Theater. Fußball und Fans haben besseres verdient“, schrieb Maas auf Twitter. Der Minister ist auch an Aufklärung interessiert.

Von Warner ist diesbezüglich nichts zu erwarten. „Es gibt Menschen in diesem Land, die andere Menschen gerne dämonisieren. Ich bin nicht so“, ergänzte Warner, der sich gerne als Wohltäter gibt und arme Leute mit Geld unterstützt. Dieses Geld sei aber nicht von der FIFA. „Ich habe mein eigenes Geld“, betonte der 72-Jährige.

Warner ist einer von 14 Fußball-Spitzenfunktionären weltweit, gegen die die US-Justiz ermittelt. Die US-Behörden haben einen Auslieferungsantrag für Warner gestellt, der in seiner Heimat nach Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 2,5 Millionen Dollar frei ist.

Warner war der frühere Chef des Fußballverbandes für Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik (CONCACAF). Die US-Justiz beschuldigt ihn der Korruption, Verschwörung sowie des organisierten Verbrechens. Warner hat alle Anschuldigungen zurückgewiesen.

Gegen Blatter wird offiziell nicht ermittelt. Was der langjährige FIFA-Chef zu den Machenschaften innerhalb des Weltverbandes zu sagen hat, könnte die Behörden aber vielleicht doch interessieren. So dürfte es interessant sein, ob Blatter auch auf einen Besuch beim Gold Cup verzichtet. Die Kontinentalmeisterschaft der CONCACAF-Region wird im Juli ausgerechnet in den USA ausgetragen.

Reisen nach Oslo stehen vorerst wohl auch nicht oben auf Blatters Agenda. Denn das norwegische Nobel-Friedenszentrum hat die Zusammenarbeit mit dem Weltverband im Zuge der Skandale beendet. Die Osloer Stiftung verkündete am Montagabend, die Initiative „Handschlag für den Frieden“ nicht mehr gemeinsam weiterführen zu wollen.

Stattdessen will das Friedenszentrum, das über die Nobelpreisträger und ihre Arbeit informiert, mit dem norwegischen Fußballverband über ein Fortbestehen der Initiative sprechen. „Wir glauben immer noch an die Initiative „Handschlag für den Frieden“, und wollen, dass sie in Zukunft weiterlebt“, erklärte der Direktor des Friedenszentrums, Bente Erichsen, in einer Mitteilung.

Die FIFA reagierte in einer Stellungnahme „enttäuscht“ über die Maßnahme. Diese Aktion verkörpere nicht den Fairplay-Gedanken, zumal sie Schlüsselwerte wie Friedensaufbau und Antidiskriminierung behindere. Erst kürzlich hatte die internationale Polizei-Organisation Interpol die Zusammenarbeit mit der FIFA beendet.

dpa

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